Hamburger Rezepte

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Handschrift in der Anwendung

Aus der Kollketion Hamburg im Herzen und auf der Zunge…Material: Acryl, Aquarellkarton, Spachtel, Filzstift und Graphitstift

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Die richtige Stift-Finger-Haltung beim Schreiben

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Schreibgeräte sollen Seelenflüsterer sein

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Philographie

Sommer-Interpretation 2016

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Scriberografie – geschriebene Interpretation

Musik-Interpretation, Don Giovanni oder vollständig Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni, von W. B. Mozart, hier die Szene des "Donnerschlags".

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Schreiben ist mehr als Handschrift.

ArtWriting 2017/04

Schreiben ist der einzige materialisierbare Ausdruck des Menschen. Wir sorgen dafür, dass es glücklich macht. Schreiben ist  mehr als Handschrift. Schreiben ist auch KUNST. Die hier abgebildete SchreibKUNST steht für eine Art des Schreibens, wie nur ich sie ausübe, an meine Studierenden weitergebe und wie man Schreiben nur bei mir erleben kann. Diese Kunst des Schreibens ist eine manuelle Technik, die den Willen zum Einsatz intuitiver Spontaneität erfordert. Soll heißen: Blitzschnelles handwerkliches Agieren bildet die Basis dieser Kunst. Sie ist einzig in ihrer Ausführung und Wirkung.

Alles, was Sie bisher über Schreiben und Kalligrafie gehört haben, zum Beispiel “Schönschreiben”, “Meditaitves Schreiben”, “Scripturales Malen” oder was auch immer…trifft auf meine Kunst nicht zu. Selbst das japanische Sho-do ist mit meiner Kunst nur entfernt  verwandt.

Allein Spontaneität und Intuition sind die beiden starken Herzfeuer, die solche Kunstwerke schaffen.

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Schreiben.Macht.Glücklich.

ArtWriting 2017/04

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Jede Handschrift ist Lebensspur.

Handschrift schreiben ist eine eigenständige Ausdruckstechnik.

Wer die Schrift der Hand kennt, vergleicht sie nicht mit Schönschreiben, Kalligrafie und anderen Alphabeten.

Die Schrift der Hand ist innerhalb des Schriftenkanons eine eigene Kategorie, mit einem so deutlichen Alleinstellungsmerkmal, dass sie nicht mit anderen Alphabeten verglichen werden darf.

Das heißt: Weil Handschriften echt, spontan, individuell, emotional und unregelmäßig sind, ist diese Schrift Handschrift. Fehlt eine der Eigenschaften, ist es keine Handschrift mehr. Diese Eigenschaften belegen, dass Schönschrift/Kalligrafie, weil sie künstlich, ausgearbeitet, uniform, konstruiert und symmetrisch ist, als Antipode, also als das absolute Gegenteil von Handschrift verstanden werden muss. Die 5 Eigenschaften der Handschrift sind die Quelle ihrer Vitalität, jener starken Ausdruckskraft, die in der sino-japanischen Kultur hoch verehrt, im Westen hingegen von Anfang an leider nicht verstanden wurde. Handschrift ist individuelle Lebensspur und entsteht spontan – Kalligrafie dagegen ist bewusst angelegte Dekoration. Also das Gegenteil von Handschrift. Nur die Handschrift ist kunstfähig.

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Toskana

Intuitiv schreiben heißt natürlich schreiben.  Natürlichkeit ist der schönste Ausdruck des Menschen. Intuitiv schreiben ist keine stille Meditation, sondern eine geistige Herausforderung, ein blitzschneller Dialog zwischen Motorik und Intuition, der an Spontanität nicht zu überbieten ist!  Motorik, Intuition und Spontanität sind also auch hier -  wie beim Schreiben der normalen Handschrift – die bestimmenden Faktoren.

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KielerNachrichten “Comeback der Handschrift Die Schönschreiber” 6.5.2017

Leserbrief: Liebe Leser/innen des KN-Artikels vom Sonntag “Comeback der Handschrift Die Schönschreiber”
Dazu muss hier schnell und kurz Stellung nehmen, weil diese Meldung ganz und gar in die Irre führt. WERBUNG FÜR KALLIGRAFIEKURSE haben nichts mit “Comeback der Handschrift und flüssigem Schreiben” zu tun! Handschrift und Kalligrafie haben nicht nur nichts miteinander gemein – weder den Schreibfluss, noch die Form der Buchstaben! Sie sind sogar Antipoden – Gegenläufer die sich gegenseitig ausschließen – wo das eine ist kann das andere nicht sein. Handlettering ist noch weiter davon entfernt – das ist gemalte Typografie.ICH BIN ENTSETZT, dass manche Kalligrafen offenkundig immer noch nicht wissen, dass sie selbst eine Handschrift haben, die nichts mit Ihrem Hobby gemeinsam hat. Es ist genau DIESE bewusst oder unbewusste Irreführung, die zur Folge hat, dass es seit 500 Jahren keine Schreiblerndidaktik in Grundschule gibt. Statt Kinder so zu unterrichten, dass sie vom ersten Tag an die eigene Handschrift entwickeln, wird von Ihnen „Schönschreiben“ verlangt. Eine Absurdität der besonderen Art. Ich denke, es wäre für die Schreibkultur allgemein von großem Nutzen, wenn alle Kalligrafen sich mal Gedanken über ihre Arbeit machen würden. Dann kämen sie bestimmt auch drauf, dass sie in der Grundschule als Erstschrift die lateinische Schreibschrift und NICHT die Humanistische Kursive oder die „Fraktur“ (das “Druckschrift”/Leseschrift-Pendant zur Deutschen Schreibschrift/Sütterlin) als Handschrift lernen mussten.
Viele Grüße – Susanne Dorendorff

www.kn-online.de/News/Sonntag/Top-Thema/Die-Schoenschreiber

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Der Anti-Alphabetist…

Brügelmann (genannt: Kleid – siehe “Boni & Kleid”) 2008: „Als ich 1980 von der Universität Bremen auf eine Professur für Anfangsunterricht berufen wurde, hatte ich von Lese- und Schreibdidaktik kaum Ahnung. Um mich vor den Studierenden nicht zu blamieren, las ich alles, was ich in die Hände bekam – und war irritiert: Überall konnte ich lesen, wie man Lesen und Schreiben lehrt, aber ich fand kaum empirische Befunde bzw. Erklärungsansätze dazu, wie Kinder lesen und schreiben lernen.“ (weiter unter dem Poster) Wer wissen möchte, woher Brügelmann und die Reformpädagogen um Brügelmann ihre Impulse nehmen http://freinet-kooperative.de/wp-content/uploads/2014/11/SchaubildFreinet.pdf

Irgendwann muss Schluss sein! Und “irgendwann” ist  J E T Z T !  http://www.grundschulservice.de/1746594.htm

www.europhi.de/uploads/media/Dorendorff_Forderungskatalog_Biografie_T3_01.pdf

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Anstoß..

Die KMK und der Grundschulverband (repräsentiert durch Prof. Dr. Erika Brinkmann & Prof. Dr. Hans Brügelmann – die “Boni & Kleid” der Schriftsprach-Erfindung und Ent-Alphabetisierung), sollen sich der Öffentlichkeit und der Frage stellen, worauf ihre “wissenschaftlichen Erkenntnisse” basieren!

Die Grundschule ist längst ein Fall für den Kinderschutzbund.

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Boni & Kleid – Schluss mit ideologischer Unterwanderung der Grundschule!

Brügelmann (Kleid) 2008: „Als ich 1980 von der Universität Bremen auf eine Professur für Anfangsunterricht berufen wurde, hatte ich von Lese- und Schreibdidaktik kaum Ahnung. Um mich vor den Studierenden nicht zu blamieren, las ich alles, was ich in die Hände bekam – und war irritiert: Überall konnte ich lesen, wie man Lesen und Schreiben lehrt, aber ich fand kaum empirische Befunde bzw. Erklärungsansätze dazu, wie Kinder lesen und schreiben lernen.“ (weiter unter dem Poster) Wer wissen möchte, woher die Reformpädagogen um Brügelmann und Brinkmann ihre Impulse nehmen http://freinet-kooperative.de/wp-content/uploads/2014/11/SchaubildFreinet.pdf

Irgendwann muss Schluss sein! Und “irgendwann” ist  J E T Z T !

Die NDR-Sendungen zum Thema „Wer bestimmt, was Kinder lernen?“ sind hochinteressant, weil sie ein heiß diskutiertes Thema behandeln. Ich erlaube mir, mich dazu zu äußern, da ich seit 30 Jahren „mittendrin“ bin. Richtig sollte das Thema wohl lauten „Wer bestimmt, was die Kinder NICHT (mehr) lernen?“ Wissen Sie nicht, dass seit 1969(!) die Lehr- und Lernmaterialien (Bücher, Hefte usw.) für die Grundschule und die Materialien für Grundschulpädagogik-Studierende an den Universitäten von denselben Personen erstellt werden, die auch selbst einen Großteil der Lehrstühle (für Grundschulpädagogik) innehaben bzw. hatten und die Kultusminister(konferenz) beraten, also unmittelbar an der Gestaltung der Lehrpläne mitwirken?

Keine dieser Personen verfügt über eine Fakultas (Lehrbefähigung) im Alphabetisieren - weder für die Universität noch für die Grundschule. Die meisten dieser Personen sind in einem ideologisch festgelegten, privaten Verein (dem Grundschulverband [GSV] und der wiederum mitder Freinet-Kooperative – siehe hier: http://freinet-kooperative.de/links/ ) zusammengeschlossen, der die Grundschulbildung (und damit auch die der weiterführenden Schulen) fest im Griff hat. Dieser private Verein scheint autorisiert zu sein, in Eigenregie und ungeprüft zu bestimmen, was an der Grundschule gelehrt resp. nicht mehr gelehrt wird. Und das ist allerlei. 7,5 Millionen Analphabeten sprechen eine deutliche Sprache. Auch dass es seit 40 Jahren millionenfach Legastheniker und anderweitig grundschulgeschädigte Kinder gibt, ist ein Indiz für einschlägig unkontrollierte Machtausübung dieser Vereinigung. Kleiner Einblick in deren bizarre Methoden: So wurde 1969 ohne wissenschaftliche oder andere seriöse Begründung der Schreib-Unterricht aus den Lehrplänen gestrichen, weil er angeblich „anachronistisch“ sei. Die Schreibschrift hatte man gegen Druckschrift ausgetauscht (weil dies die Kosten der Fibel-Herstellung minimieren sollte). Seitdem müssen die Kinder sich die Schrift und das Schreiben im Do-it-yourself-Verfahren (ohne pädagogische Hilfe [Lehrer sind im Alphabetisieren nicht mehr ausgebildet] allein beibringen. Auf Initiative des genannten Personenkreises und in Kooperation mit der KMK wurde die lateinische Schreibschrift im Dezember 2001 offiziell aus den Lehrplänen gestrichen (dies aber bis heute nicht ordentlich bekanntgegeben). Der o. g. Verein hat inzwischen vier Schulschriften (DS, VA, GS & GSS) initiiert, die allesamt weder wissenschaftlich noch sonst wie evaluiert wurden und zu erschreckenden Schreibproblemen führen. Seit 1980 – berichtet der Grundschulverband in einer seiner Fachzeitschriften – wissen wir, dass an der Spitze der „Grundschulpädagogik“ fachfremdes Personal mit vollkommen unwissenschaftlichen Voraussetzungen die Geschicke der Schulbildung steuert. Das Personal ist weder selbst im Alphabetisieren ausgebildet worden, noch ist es qualifiziert, Grundschulpädagogen darin auszubilden. Und tut es ja auch nicht, sondern reagiert auf Anregung aggressiv und unbelehrbar, aber immer „juristisch abgesichert“. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: An der Spitze dessen, was Kinder lernen sollen, befindet sich ein renitentes, destruktives und bildungsfeindliches Wirrwarr, das, will man es freundlich formulieren, als ein „verantwortungsloses Vakuum“ bezeichnet werden muss. Wir müssen uns neben dem Unterricht auch um die Einhaltung der Menschenwürde in der Grundschule kümmern. Denn Schreibenlernen ist Menschenrecht. Das darf man nicht verweigern.
Die bessere, weil hilfreichere Frage wäre deshalb wohl: „Wann werden diese Zustände beendet?“ und „Wann dürfen Kinder wieder lernen?“

Prof. Dr. Rainer Dollase, Universität Bielefeld, Abteilung Psychologie:
„Ein Chirurgieprofessor kann seinen Studierenden auch die Entfernung eines Blinddarms vormachen und die Studierenden lernen durch Beobachtung, also durch Vormachen und Nachmachen, wie man so etwas tut. So geschieht es in der Erziehungswissenschaft seit 20 – 30 Jahren nicht mehr: Fachfremde Professorinnen und Professoren phantasieren auf der Basis von Literatur sich neue pädagogische Theorien zusammen, bilden im Brustton der Überzeugung Lehrkräfte aus, die dann den Stoff in Prüfungen perfekt herunterrasseln, ohne in irgendeiner Form irgendetwas für die Praxis gelernt zu haben. […..]
Wie soll man eine verbesserte Qualität in unserem Schulsystem erreichen? Der einfachste Weg wäre, wenn man Lehrerausbildungsinstitutionen hätte, in denen Professoren mindestens einmal im Jahr einen Monat lang eine schwierige Sekundarstufe I Klasse übernähmen (keine S II Klasse) und ihre weltabgehobenen Ideologien dort vor Ort testen. Wenn also die Professorinnen und Professoren, die unsere Lehrer und Lehrerinnen ausbilden, selber Experten für die Praxis wären. Dann hätten wir einen Zustand wie in der Medizin.“

Prominentestes Beispiel ist wohl der Erfinder des Spracherfahrungsansatzes, der Reformpädagoge Prof. Dr. rer. soc. Hans Brügelmann (Professor für Anfangsunterricht mit den Schwerpunkten Erstlesen und Erstschreiben, Grundschulpädagogik u. –didaktik). Nach dem Studium der Rechts- und Sozialwissenschaften und dem Abschluss eines Aufbaustudiums (in Konstanz mit dem Grad Lic. rer. soc./Sozialwissenschaften), nach einem zweijährigen USA-Aufenthalt (Forschungsstipendium der Stiftung Volkswagenwerk /Universität Konstanz, CA Norwich, OISE Toronto, CIRCE Urbana/Ill.) promovierte er in Konstanz zum Dr. rer. soc. (Sozialwissenschaften). Ohne Lehramtsstudium, ohne eigene Tätigkeit als Lehrer, wurde er 1980 an der Universität Bremen Professor für Anfangsunterricht mit dem Schwerpunkt Erstlesen/Erstschreiben. In „Mein Weg zum Spracherfahrungsansatz“ (GS aktuell 104, November 2008] bekannte Brügelmann:

„Als ich 1980 von der Universität Bremen auf eine Professur für Anfangsunterricht berufen wurde, hatte ich von Lese- und Schreibdidaktik kaum Ahnung. Um mich vor den Studierenden nicht zu blamieren, las ich alles, was ich in die Hände bekam – und war irritiert: Überall konnte ich lesen, wie man Lesen und Schreiben lehrt, aber ich fand kaum empirische Befunde bzw. Erklärungsansätze dazu, wie Kinder lesen und schreiben lernen.“

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NDR Debatte: Wer bestimmt, was Kinder lernen? Stand: 22.04.2017 00:01 Uhr – Lesezeit: ca.1 Min.

http://www.ndr.de/kultur/kulturdebatte/NDR-Debatte-Wer-bestimmt-was-Kinder-lernen,lernen122.html
Mein Kommentar dazu: Ihre Sendungen sind hochinteressant, weil sie ein heiß diskutiertes Thema behandeln. Ich erlaube mir, mich dazu zu äußern, da ich mich seit 30 Jahren „mittendrin“ befinde. Richtig sollte das Thema wohl lauten „Wer bestimmt, was die Kinder NICHT (mehr) lernen?“ Wissen Sie nicht, dass seit 1969(!) sowohl die Lehr- als auch die Lernmaterialien (Bücher, Hefte usw.) für die Grundschule von denselben Personen erstellt werden, die auch einen Großteil der Lehrstühle (für Grundschulpädagogik) innehaben und die Kultusminister(konferenz) beraten, also unmittelbar an der Gestaltung der Lehrpläne mitwirken?
Die Personen sind in einem ideologisch festgelegten, privaten Verein zusammengeschlossen, der die Grundschulbildung (und damit auch die der weiterführenden Schulen) fest im Griff hat, scheint autorisiert zu sein, in Eigenregie und ungeprüft zu bestimmen, was an der Grundschule nicht mehr gelehrt wird. Und das ist allerlei. 7,5 Millionen Analphabeten sprechen eine deutliche Sprache. Auch dass es seit 40 Jahren millionenfach Legastheniker und anderweitig grundschulgeschädigte Kinder gibt, ist ein Indiz für einschlägig unkontrollierte Machtausübung dieser Vereinigung. Kleiner Einblick in deren bizarre Methoden: So wurde 1969 ohne wissenschaftliche oder andere seriöse Begründung der Schreibunterricht aus den Lehrplänen gestrichen, weil er angeblich nicht mehr opportun war. Die Schreibschrift hatte man gegen Druckschrift ausgetauscht (weil dies die Kosten der Fibel-Herstellung minimierte). Seitdem müssen die Kinder sich die Schrift und das Schreiben im Do-it-yourself-Verfahren (ohne pädagogische Hilfe [Lehrer sind im Alphabetisieren nicht mehr ausgebildet] allein beibringen. Auf Initiative der genannten Personen in Kooperation mit der KMK wurde das Schreiben der Schreibschrift offiziell 2001 aus den Lehrplänen gestrichen (dies aber bis heute nicht ordentlich bekanntgegeben). Der Verein hat inzwischen vier Schulschriften initiiert, die allesamt weder wissenschaftlich noch sonst wie evaluiert wurden und zu erschreckenden Schreibproblemen führen. Seit 1980 – berichtet der Grundschulverband in einer seiner Fachzeitschriften – wissen wir, dass an der Spitze der „Grundschulpädagogik“ fachfremdes Personal mit vollkommen unwissenschaftlichen
Voraussetzungen die Geschicke der Schulbildung steuert. Das Personal ist weder selbst im Alphabetisieren ausgebildet worden, noch ist es qualifiziert, Grundschulpädagogen darin auszubilden. Und tut es ja auch nicht, sondern reagiert auf Anregung aggressiv und unbelehrbar, aber immer „juristisch abgesichert“. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: An der Spitze dessen, was Kinder lernen sollen, befindet sich ein renitentes, destruktives, bildungsfeindliches Wirrwarr, das – wenn man es freundlich formulieren will, als ein „verantwortungsloses Vakuum“ bezeichnet werden muss. Wir müssen uns neben dem Unterricht auch um die Einhaltung der Menschenwürde in der Grundschule kümmern. Denn Schreibenlernen ist Menschenrecht. Das darf man nicht verweigern.
Die besseren, weil hilfreicheren Fragen wäre deshalb wohl:”Wer bestimmt, was Kinder NICHT lernen dürfen?” und „Wann dürfen Kinder wieder lerenen?”

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Sauklauen gibt’s nicht! Ihr könnt vielleicht eine Sau klauen – das hat aber nichts mit Handschrift zu tun.

Was andre über Schreiben schreiben ist oft nicht zu glauben. Tun Sie das: Glauben Sie es nicht! Dornröschens 100-jähriges Gestrüpp ist nichts gegen die vielen  falschen Gedanken, die sich um Handschrift ranken. Manche sind absurd, manche abwegig, manche einfach nur zum Lachen.Richtig kaum etwas.

Klavierlehrer müssen Klavierspielen und Noten können, Frisöre Haare schneiden, Köche kochen, Dachdecker Dächer decken. Nimmt man jedenfalls an. Von Lehrern nimmt man an, dass sie Lehren können…niemand fragt Was und Wie. Mein Tipp: Das sicherste Zeichen tatsächlichen Handschrift-Expertentums ist, sich die persönliche Handschrift des Autors oder Lehrers zeigen zu lassen oder wenigstens zu schauen, ob er sie oder sie sie irgendwo als “Ausweis”, bzw. Hinweis auf seine bzw. ihre Seriosität veröffentlicht hat. Ich spreche hier nicht von “Schönschrift”. Ich meine die, über die hier gesprochen wird, die solche Kandidaten gern (wenn es sich nicht um die eigene handelt!) als “Sauklaue” bezeichnen. Dies ist übrigens der zweite sichere Hinweis auf Inkompetenz und Laientum: Wer zur Schrift der Hand – egal in welchem Zusammenhang – “Sauklaue” zu sagen wagt, weiß nichts über sie, nicht wie sie entsteht und wie sie sich entwickelt, der lässt jede Achtsamkeit vermissen. Nur, weil jemand “Lehrer*in” als Berufsbezeichnung tragen darf, ist diese/r jemand nicht automatisch prädestiniert, sich fachkundig über Handschrifterwerb zu äußern. Scharlatanerie macht sich überall dort breit, wo man anderen Menschen ohne viel Aufwand etwas “vormachen” kann. Aus dreißigjähriger Schreiberfahrung als Künsterin und als Handschrift-Lehrende kann ich besten Gewissens sagen: Jedes Kind, jeder Erwachsene hat eine zu ihm passende Handschrift, und die ist perfekt! Wetten?!

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Digitales Schreiben in der Grundschule.

Wer ernsthaft verbreitet, Schreiben mit der Hand sei durch Algorithmen zu ersetzen, dem traue ich auch zu, dass er Strychnin als Schlafmittel „verkauft“. Die Argumentation „Computer übernimmt das Schreibenlernen“ ist dem „Verkauf“ von Strychnin nämlich verblüffend ähnlich.

Gewiss, man schläft nach der Einnahme von Strychnin ein…mehr wurde ja auch nicht behauptet. Dass man nicht wieder aufwacht, ist nicht Gegenstand der Aussage. Einschlafen ist Einschlafen. Aufwachen etwas Anderes. Mit dem Einschlafen ist der Wahrheitsgehalt der Aussage erfüllt. Soweit so richtig.

Mit dem Vorgang des Schreibenlernens wird ähnlich verfahren. Das Schreiben, das per Schreibschrift ausgeführt wird und dessen Ergebnis die „Handschrift“ ist, soll schon seit zig Jahren aus der Grundschule verschwinden. Sie wird gegen die Druckschrift (Leseschrift) ausgetauscht. Das ist das Ziel (um im Bild zu bleiben: Die Tastatur ist das “Schlafmittel” für die Schreibschrift, sie soll sterben) Fragen Sie mich nicht warum. Werfen Sie nur einen Blick auf diesen Vorgang.

„Schreiben ist Schreiben“ (eine Aneinanderreihung von Buchstaben) wird behauptet, „das kann auch der Computer übernehmen“ – was das für den Denkprozess des Schreibenden bedeutet und was es physisch-psychisch in ihm auslöst, ist nicht Gegenstand der Aussage.

Rückblick: Auf Betreiben des Grundschulverbands (der seit 2011 die „Grundschrift“ und seit längerem den Einsatz von „Spracherwerbscomputern“ in der Grundschule propagiert), wurde – gegen den Willen vieler Lehrer und Eltern – seit 1969 die Schreibschrift und die dazugehörende Übungszeit aus dem Anfangsunterricht genommen und gegen die Druckschrift zum Selbst-Schreibenlernen und danach das Schreiben als „Zweitschrift“ eingeführt. Ohne jede Prüfung auf Zulässigkeit, ohne Überprüfung der Notwendigkeit. Es wurde eingeführt. Basta.

Das Lernchaos nahm seinen Lauf und die postfaktische (nachgelieferte) ­Rechtfertigung, die Schreibschrift sei verschnörkelt, zu schwer zu erlernen, die Druckschrift sei viel leichter und den Kindern ja schon aus ihrer „Lebenswelt“ bekannt, bereitete das Feld, um später ein Mittel gegen das planmäßige Chaos anbieten zu können. Eine uralte, bewährte und bekannte Strategie, um entweder „Geld zu machen“ oder seine Macht ausweiten zu können. Und alle fallen drauf rein. Alle? Nein, nicht alle, das große Dorendorff…greift zum Stift und schreibt…

Seit 1969 werden die Schulschriften diskutiert, ständig wirft der Grundschulverband neue Schriften ins Spiel, die die Situation noch verschärfen. Schlechte Schreibtechnik macht krank.

Was das mit Strychnin zu tun hat? Sehr viel. Denn mit der Schreibschrift nimmt man den Kindern das Leben. Sie glauben, das sei zu hoch gegriffen? Schreiben ist Denken und Denken ist Leben. Ganz einfach.

Das Gegengift soll nun der Computer sein, er soll das verordnete Schreibdefizit der Schüler ausgleichen, mehr noch: Er soll das Schreiben gleich ganz ersetzen. Ein Gerät, dessen „Innenleben“ aus 0 und 1 (Null und eins in spezifischem Wechsel) besteht. Lebensbereinigt und gedankenfrei.

Ist das Schul-Alphabet schon totes Design das durch unsere Hände erst zum Leben erweckt wird, so ist der Algorithmus in unseren Fingern reines Strychnin. Denk-Strychnin.

Jeder denkende Mensch weiß, dass wiederholtes Antippen einer glatten Fläche den Denkschreibprozess des Menschen nicht ersetzen kann. Die Idee, dass Algorithmen sich als „Handschriftersatz“ verkaufen lassen, entstammt entweder einer Ideologie, die den Traum von der „Herrschaft über die (verblödete) Menschheit“ träumt oder von verblendeten Mitläufern, die alles aufgreifen, das „Ansehen“ und „Einfluss“ verspricht. Wer glaubt, die Einführung der Druckschrift und das Ausscheiden der Schreibschrift aus dem Lehrplan (was im Stil einer Nacht-und-Nebel-Aktion durchgeführt wurde) sei eine „gutgemeinte pädagogische Zuwendung“ gewesen, der sollte sich anschauen, was seitdem in der Grundschule „verbrochen“ wird. Vor allem aber tut es gut, zu erkennen, wer seitdem auf dem Marktplatz Bildung an Macht und Einfluss gewonnen hat.

Niemand der wach ist oder wieder aufwachen will, wird sich auf die Diskussion Schreiben versus Algorithmus einlassen, und er wird sich und seinen Kindern niemals das Selberschreibenkönnen nehmen lassen.

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Die Individualität der Handschrift ist ein Selbstgänger.

Schuhe initiieren nicht das Laufenkönnen, Parfüm nicht das Atmen und eine Schrift nicht die Individualität des Menschen.

Individualität zu beweisen, gehört überhaupt nicht zu den Gründen, weshalb Kinder Schreiben lernen.

Dass der Grundschulverband argumentiert (garantiert), ein Vorteil der “Grundschrift” [1] sei die Möglichkeit, dass die Kinder besonders aus diesen Buchstaben ihre individuelle Handschrift entwickeln, ist eine Binsenweisheit. Entweder basiert die Argumentation auf Unkenntnis und/oder es ist eine merkantile Täuschung (in etwa wie das euphemitische “Argumentieren” in der Werbung). Realität ist, dass die “Grundschrift” und jeder andere Schriftzeichenkanon absolut nichts zur Individualität der Handschrift beiträgt (bitte lesen Sie hierzu die BIG FIVE/Kategorien). Individualität ist naturgegeben wie Seele und Geist bzw. die Persönlichkeit des Menschen. Der individuelle Schreibduktus ist – wie die Stimme – von Geburt an vorhanden. Jeder Mensch, ob groß oder klein trägt seine Individualität insich.

Das Verkaufsargument, eine Druckschrift – hier explizit die “Grundschrift” – könne aktiv die INDIVIDUALITÄT der Kinder initiieren, lässt erhebliche Zweifel an der Seriosität der “Experten” aufkommen. Individualität zeigt der Mensch in JEDER Handschrift, egal welcher Kultur er angehört, egal welches Alphabet, welche Schrift er lernt/schreibt.

[1] Der “Grundschulverband” promotet die althergebrachte Druckschrift seit 2011 unter der Bezeichnung “Grundschrift”

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Handschrift ist keine Schrift!

Die Schrift der Hand ist eine personbasierte, grafische  (Schrift-)Zeichenspur, die in jeder Kultur zuhause ist. Auch dort, wo keine lateinischen Alphabete, sondern andere Schriftzeichen genutzt werden (zum Beispiel in China, Korea und Japan), werden Handschriften ausgebildet. Jeder Mensch, der eine Hand hat, kann über eine zu ihm passende Schreibtechnik verfügen.

Handschriften sind kein Schmuckwerk und sie sind auch nicht als mediale Informationsquelle gedacht, sie sind keine Schriften im Sinne von Typografie und Kalligrafie, sondern personbasierte Anleihen des innerkulturellen Schriftzeichenkanons. Einziger Sinn jeder Hand-Schrift ist es, dem Schreibenden zu dienen, ihm jederzeit zur Verfügung zu stehen. Egal, wie sie aussieht. Hauptsache lesbar (erkennbar, entzifferbar).

 

 

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Die Schrift ist schuld?

Eine Schrift ist eine Schrift ist eine Schrift. Bis auf eine! sind alle lebloses Design. Weniger noch, als Schnaps Schnaps ist. Und noch viel weniger als eine Rose. Buchstaben können im Verbund zwar Krach schlagen oder Liebeslieder mitsingen. Aber sie können nichts dafür, sie tun nichts dazu, dass das geschieht. Das war der Mensch, der sie aneinanderreihte.

Buchstaben sind hilflose Instrumente, die sich nicht wehren können, die dem Ja und Amen ausgeliefert sind wie das Leuchten des Mondes der Sonne. Wozu sie auch benutzt werden, sie können sich nicht verweigern. In keiner Sprache. Selbst als sie noch aus Blei waren, lagen sie nur da und warteten auf Benutzung: „Pack mich – ich will ein Wort werden!“ oder wenigstens ein „Ah!“ oder „OH!“

Heute heißt es zwar eher: “Tipp mich!“ Aber die Leblosigkeit der Schriften ist geblieben. Es ist ihre Aufgabe, tot zu sein.

Bis auf eine. Eine Schrift gibt es, deren einziger Sinn ist es, so zu tun, als sei sie lebendig. Sie soll auf Papier von Kinderhänden verbogen werden bis zur Unkenntlichkeit, bis zum Geht-nicht-mehr. Sonderbar-lesbar. Es ist die Schreib-Lern-Schrift der Schulanfänger (Fachausdruck: Lateinische Schreibschrift). Sie kann gezerrt und verformt werden, wie Kaugummi. Das macht sie so liebenswert. Sie macht das Schreibenlernen leicht. Und spannend. Sie lässt sich alles gefallen. Alles. Und jedem Kind schenkt sie eine eigene. Die lebensbegleitende, eigene Handschrift. Sie kann ohne Wasser fließen und vermehrt sich wie verrückt. Wie Wasserflöhe.

Doch im Ursprung bleibt auch sie immer gleich.

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Tipps zum Handschrift lernen und verbessern…

finden Sie hier : http://www.europhi.de/de/schoene-handschrift/

oder http://www.europhi.de/de/handschrift-beratung-erwachsene/

für Kinder http://www.europhi.de/de/anleitung-zum-handschrift-verbessern-uebungsbuecher/

Erwachsene http://www.dorendorff.eu/

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Ursprung der Schreibkunst “Philographie”

Die Schreibkunst Philographie ist Ausdruck des Lebensgefühls, sie ist Ausdruck unbewußter Emotionen. Philographie ist nicht Design, sondern reine Intuition. Die Basis der Schreibkunst Philographie ist die Schrift der Hand, also “Hand-Schrift”.
Philographie, die Liebe zum Schreiben (philo: die Liebe zum – graphie: Schreiben) steht für eine ganz besondere, für die duale Schreibkultur, die von  Susanne Dorendorff, der Initiatorin des Europäischen Instituts für Handschrift und Philographie, entdeckt wurde.
Philographie ist das Gegenteil von Kalligrafie! Und auf keinen Fall mit “Schönschreiben” zu verwechseln. Denn hier geht es um Authentizität, um Spontaneität, Individualität und Intuition, kurz: es geht um Natürlichkeit.
Ursprung der Philographie® ist also Susanne Dorendorffs natürliches Lebensgefühl, das im Laufe der Jahre aus ganz normaler Schulschrift Schreib-KUNST werden ließ
“Die Handschrift des Menschen,” fand die Künstlerin heraus, “kann ebenso wie die Stimme kultiviert und ausgebildet werden, weil Stimme und Hand die innere Bewegung gleich stark wiedergeben.”

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Schreibangst und ein ramponiertes Selbstbild

„Mir wäre schon sehr geholfen, wenn Sie mir die Angst vor der eigenen Handschrift nehmen würden oder die Angst davor wenigstens merklich reduzieren könnten, weil das bedeuten würde, dass ich mich in meinem Beruf und auch sonst wesentlich wohler fühle“, das schrieb mir ein 40-jähriger Ingenieur aus der Schweiz. Und er legt damit den Finger genau in die Wunde, um die es bei Erwachsenen geht, denen ihre eigene Handschrift unangenehm ist.

Er hat ein Problem im Beruf und auch sonst. Sein Selbstbild, sein Image ist im Keller. Es geht diesen Menschen – und davon gibt es mindestens 20 Millionen in Deutschland – nicht und nie um Eitelkeit, also nicht darum, dass sie schön schreiben möchten – das wäre viel zu hochgegriffen. Sie beanspruchen, und das dürfen Sie sich gern auch körperlich vor Augen führen, nur ein Minimum an seelischer Sicherheit. Es geht diesen Menschen um die Überwindung eines diffusen Angstgefühls. Eine Art Bedrohung, die mit gefühltem Imageverlust und Persönlichkeits-Defizit verbunden ist.

Mich erschüttert dabei immer die Verzweiflung, die diese Menschen mit sich herumtragen. Denn die geht ganz oft mit ausgeprägter Prüfungs-Angst einher. Charakteristisch ist auch ein starkes allgemeines Minderwertigkeitsgefühl. Und körperlich spürbar sind Herzklopfen und Schweißausbrüche, sobald etwas geschrieben werden muss. Diesen Menschen geht es allein um die Überwindung eines Traumas, um das Beenden einer jahrelangen seelischen Belastung.

Wer unter Schreibangst leidet…der nimmt freiwillig keinen Stift mehr in die Hand. Auch nicht, wenn es sich um ein Prestige-Objekt handelt. Ein Füller ist kein Autoschlüssel. Er könnte spontan in die Situation geraten, schreiben zu müssen. Und nichts fürchtet er mehr – als DAS! Er meidet Schreibgeräte folgedessen wie der Teufel das Weihwasser. Bis er zu mir kommt.

Leider kann ich an dieser Stelle nicht demonstrieren wie es mir gelingt, Schreibangst in Freude am Schreiben umzuwandeln und bei manchem außerdem in künstlerische Schöpferkraft. Sogar das. Denn angstfreies Hantieren mit Stiften setzt Kreativität frei. Ich frage mich deshalb oft, ob diejenigen, die Kindern in der Grundschule statt der Schreibschrift das Keyboarding beizubringen beabsichtigen, jemals darüber nachgedacht haben, ob sich zum spontanen Skizzieren und Fixieren eigener Ideen besser Stift und Papier oder besser Tastatur & Bildschirm eignen. Fragen Sie mal Schriftsteller, ob sie beim Denken lieber an der Taste oder lieber am Stift kauen. Bleistift oder Keyboard heißt in diesem Fall Kopf oder Zahl und bedeutet: glücklich sein, fließend schreiben und denken dürfen oder: Akku aufladen. Dann doch wohl lieber Kopf. Aber nun Spaß beiseite. Es geht ja um Ihr Image das Sie verbessern möchten.

In den Menschen, die mit 40 Jahren plötzlich das Schreiben und ihre eigene Handschriftentdecken dürfen, vollzieht sich – auch nach außen hin sichtbar – eine positive Wandlung. Denkt man an den Spruch: „Handschrift ist Ausdruck der Persönlichkeit“, dann ist das absolut nachvollziehbar. Das schlechte Gefühl einer schlechten Handschrift schlägt sich nämlich nicht nur in der Schrift selbst, sondern auch in den Augen nieder. Der richtige Ausdruck einer klaren Handschrift, als positives Merkmal ihrer Ausstrahlung, hat ihnen 40 Jahre lang gefehlt.

Und wenn er dann plötzlich da ist – der ersehnte Ausdruck – dann öffnet sich ein ganz neues Territorium. Kreativität ist das glücklich machende Synapsen-Spiel intuitiver Spontanität. Das heißt, hier ist Echtsein gefordert. Authentisch und drauf los! Was gibt es Befreienderes? Die neugewonnene Kreativität und Empathie – beides fällt bekanntlich ja auch mit unter den Begriff „emotionale Intelligenz“ – manifestieren Ihre Souveränität, und sorgen für eine positive Ausstrahlung. Wer das Schreiben beherrscht, wie eine natürliche Eigenschaft, der steht im Leben einfach besser da.

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Das e ist leicht zu schreiben und macht Spaß.

Das e ist leicht zu schreiben und macht Spaß. Auf dem e bauen andere Buchstaben auf, so dass sehr schnell ganze Wörter geschrieben werden können. Auf diese Weise entwickeln die Kinder munter und problemlos ihre persönliche Schreibtechnik schon vom kleinen e ausgehend. Diese einfache Bewegung ist ausschlaggebend für gute Handschriften.

Kinder müssen zu ihrer Handschrift hingeführt werden, so wie jedes Kind an die  Muttersprache geführt wird. Kein Kind wird geschubst, wenn es nicht sofort laufen kann. Niemand knebelt ein Kind, weil es nicht gleich alles richtig ausspricht. Aber beim Schreibenlernen, da wird gedroht, geschimpft und gestraft.

Und das alles bringen die Schüler in Verbindung mit Schreiben – ihr Leben lang. Kein Wunder also, dass Schreiben ein schlechtes Image hat.

Die kindliche Wahrnehmung macht die Handschrift-Findung aufregend und einzigartig. Aber eben auch, weil Kinder hochsensibel reagieren und empfänglich für emotionale Schwankungen sind. Bevor Sie unruhig werden, bedenken Sie, die Hand des schreibenden Kindes ist nicht oder doch nur sehr bedingt willentlich steuerbar. Wer schimpft oder „mehr-Mühe-geben“ fordert, macht die Handschrift immer schlechter und Jungen zu nachhaltigen Schreibkriegsfüßlern.

Gerade weil mit allen Sinnen geschrieben wird, bringt das Schreiben auch so viele Emotionen hervor. Für Mädchen zumeist gute, für Jungen bisher fast nur schlechte – was sich dann (aufgrund der beteiligten Emotionen) immer wieder potenziert…

Schreiben lehren ist ein ebenso verantwortungsvoller wie inspirierender Weg, der die Herzen und Hände der Kinder öffnen kann. Die Beweglichkeit der Kinderhände verrät viel über ihr Wesen, ihre Emotionen und ihre Befindlichkeit.

Das ist ja gerade das Faszinierende daran, dass  man nicht weiß, wie die Handschrift wird. Man kann sie nur erahnen.

Die Handschrift zu entdecken hat wenig mit Rationalität, aber viel mit Wertschätzung und Wahrnehmung zu tun. Es geschieht völlig frei und folgerichtig, und macht die Persönlichkeit des Kindes stabiler.

Ich finde es sehr ermutigend, dass trotz aller Kommerzialisierung der Grundschule, die Handschriften der Kinder nicht unter ideologisch-dogmatische Kontrolle zu bekommen sind. Das ist das größte Glück. Und darauf bauen wir auf.

Fazit

Die Kinder lernen Schreiben nicht für Einkaufzettel und nicht nur um Liebesbriefe zu schreiben, sondern ganz allein für sich selbst, weil die Handschrift sie mit der Welt in Verbindung hält, sie ist die Lebensspur die bleibt, wenn alles andere längst vergangen ist.

© Susanne Dorendorff 2014

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Schreiben können ist der “Schwarze Gürtel”

Wie sehr die Schreibschrift und das neue Schreibbewusstsein jungen Gehirnen guttun, wird deutlich wenn man erkennt, wie destabilisierend schlechte Handschriften auf das Selbstbewusstsein einwirken können. Die Gefahr der Persönlichkeitsverletzungen durch problematische Handschriften ist bekannt und wird von Schulpsychologen bestätigt.

So groß der Schaden ist, den negative Schreiberlebnisse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anrichten, so stark ist – im Umkehrschluss – natürlich auch die positive Suggestivkraft des Schreibens.

Der Sinn gerade des Schreibschrift-schreiben-Könnens liegt auf der Hand und kann sich deutlicher als in der Optimierung des Gedankenflusses nicht zeigen. Schreiben soll von Anfang an Freude und Spaß machen und zum Imagegewinn der Jungen beitragen wie ein neues Auto.

Schreibenlernen und eine starke Handschrift sind kein “Schönschreiben” und kein „Weiberkram“.

Schreibenkönnen ist der “Schwarze Gürtel”.

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Was beim Schreiben im Kopf geschieht

Die Verschaltungsfreudigkeit der Kindergehirne kommt dem Zeitfenster „Vor- und Grundschule“ in dem speziellen Prägungsprozess „Schreibenlernen und Alphabetisieren“ sehr entgegen und sollte von Anfang an intelligent und sensibel genutzt werden. Denn irgendwann schließt es sich wieder. Was hier versäumt wird, ist nur schwer nachzuholen.

Deshalb wollen wir uns den Schreiblernprozess jetzt einmal ganz genau ansehen.

Die Erforschung des Gehirns, besonders seines inneren Aufbaus und seiner Funktionen brachte schon vor längerem die Erkenntnis, dass die Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Der persönliche Ausdruck ist das Resultat körperlicher Gegebenheiten, die durch das Zusammenwirken von Nervenzellen in unserem Gehirn erzeugt werden.

Es ist jedem überlassen, darin Geist und Seele oder chemisch-physikalische Vorgänge oder die Persönlichkeit des Menschen zu erkennen.

Das Schreibenlernen der Grundschüler ist nicht zu vergleichen mit dem Einüben eines Handwerks, auch nicht mit Auto- oder Radfahrenlernen, Schwimmen oder Kochen. Schreiben geschieht nämlich nicht nur mit allen Sinnen, man gibt gleichzeitig auch noch sehr viel von sich preis. Schreibende lassen einen dauerhaften, authentischen Ausdruck zurück, der nicht korrigierbar ist. Das ist eine hochbrisante Situation. Pädagogen sollten ihr mit viel Fingerspitzengefühl begegnen.

Schreibenlehren und -lernen ist, wie ich gleich erläutern werde, eine diffizile, anspruchsvolle Kopfarbeit mit vielen Beteiligten, die harmonieren müssen wie ein Orchester.

Das Stammhirn (Hirnstamm) steuert Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung und alle lebenswichtigen Reflexe. Das Zwischenhirn beherbergt den Thalamus, den „Türöffner“ des Bewusstseins. Er entscheidet, welche Sinneseindrücke ins Bewusstsein eindringen dürfen und leitet sie an die Verteilerzentren weiter. Der Rest bleibt im Unbewussten hängen. Im Zwischenhirn ist der Hypothalamus ansässig, er koordiniert das Spannungsverhältnis zwischen Hormonen und Nervensystem.

Das Limbische System liegt im inneren des Großhirns und wird auch Gefühlshirn genannt. Es ist mit einem so genannten Belohnungszentrum versehen. Das Limbische System bewertet, ob etwas positiv, neutral oder negativ ist, wenn wir etwas denken, fühlen oder wahrnehmen. Die Informationen werden sofort an den Hirnstamm gesendet und lösen je nach Situation eine Reaktion aus. Das Kleinhirn (Cerebellum) koordiniert das Gleichgewicht und die Bewegungen und sorgt dafür, dass sie fließend (nicht: „flüssig“) ablaufen. Das Großhirn ist links für Sprache und Logik verantwortliche, rechts für Kreativität und den räumlichen Orientierungssinn. In der Großhirnrinde (Neocortex) sitzen unter anderem die Areale für Seh-, Sprech-, Lern- und Denkfähigkeit. Hier laufen alle Informationen der Sinnesorgane zusammen, werden sortiert und als Wahrnehmung im Gedächtnis eingelagert. Hier findet das eigentliche Denken statt.

Dies alles – und noch mehr – ist an den Schreibbewegungen beteiligt, mündet in den Stift und fließt als Handschrift aufs Papier.

Eine schlechte Schrift melden die Augen dem Gehirn als „schlechtes Gefühl“. Ist man guter Dinge und die Schrift schwingt wie ein Schmetterling, dann melden die Augennerven: „Die Welt ist schön!“

Genau hier schreiten wir ein und sorgen dafür, dass die Kinderaugen Freude am Schreiben signalisieren. Der „optisch“ gute oder schlechte Eindruck einer Handschrift bezeichnet allerdings etwas, das nur schwer zu beschreiben ist. Er ist zwar immer deutlich spürbar. Aber nicht präzise zu definieren. Für die Bewertung der Handschriften kann es keinen allgemeingültigen Maßstab geben, weil jeder Mensch anders „spürt“. Deshalb muss man bei ihrer Beurteilung sehr vorsichtig sein. Ob eine Handschrift gefällt oder nicht, kann und darf nur der Schreibende selbst beurteilen. Es ist SEINE Handschrift.

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Ohne Stift keine Schrift – der Schreibfinger

Der Schreibstift-1 Der Schreibfinger

Vorab: Der Daumen fixiert den Schreibschaft (Stift oder Stiel) parallel zum Zeigefinger (das ist der Schreibfinger), das erste Mittelfingerglied trägt den Schaft indem es leicht zur Handmitte hin abgewinkelt ist, während die ebenfalls (wie „gefächert“)  abgewinkelten Ring- und Kleinerfinger eine Art Stütze oder Auflage bilden, die wie ein „Schlitten“ mit der Handkante in Schreibrichtung auf dem Papier entlang gleitet.

Ohne Stift – keine Schrift, das steht fest. Fest steht aber auch, dass kein Stift der Welt, und sei er noch so teuer und schön, die Handschrift verbessert, wenn man nicht richtig schreiben kann.

Aber es gilt auch: Wie der Stift, so die Schrift! Denn schlechte Stifte können das Schreiben – vor allem aber das Schreiben lernen – zur Qual machen.

Sobald Kinder anfangen, mit Stiften zu hantieren, muss auf die richtige Hand-Stift-Haltung geachtet werden. Spätestens aber im Kindergarten und in der Vorschule sollte die richtige Hand-Stift-Haltung verbindlich und nachhaltig eingeübt werden. Wer von vornherein auf die richtige Handhabung achtet, erspart seinem Kind langwieriges Umtrainieren, was in der Schule – wo die Kinder sich auf die Schrift konzentrieren sollen – ein zeitraubendes Handicap ist.

Der Schreibstift-2 “Handschmeichler”

Grundschüler brauchen Stifte, die sich anfühlen wie Handschmeichler, die gut in der Hand liegen und sich von kleinen Fingern leicht steuern lassen.

Die Auswahl des ersten offiziellen Schreibgerätes ist für Eltern von Schulanfängern verwirrend vielfältig. Die richtige Wahl ist extrem wichtig. Sie ist die erste Hürde auf dem Parcours des Schreibenlernens und kann gar nicht hoch genug eingestuft werden.

Schillernde Farben, Elfen, Totenschädel oder Comicmotive auf den Stiften tragen leider nichts dazu bei, dass Kindern und Erwachsenen das Schreibenlernen leichtfällt oder dass der Stift beim Schreiben gut in der Hand liegt – das können kurze, leichte, runde Stifte und elastische Federn umso besser. Federn müssen federn!

Den optimalen Stift finden Sie, wenn Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Größe der Hand
  • Länge der Finger
  • Länge des Stiftes
  • Form des Stiftes (rund, eventuell sechseckig)
  • Material des Stiftes (Plastik, Holz usw.)
  • Gewicht des Stiftes
  • Beschaffenheit der Füllerfeder (wichtig ist, sie muss elastisch sein – die Feder muss federn) beziehungsweise Beschaffenheit der Bleistiftmine (ab der Stärke 2B, mit gutem Farbabrieb)
  • Farbe und Fließfähigkeit der TinteRichtige Handschmeichlersind kurz und werden die Länge der Hand nicht überragen. Wer nachvollziehen möchte, wie Schreiblerngeräte für Kinder in der Hand liegen und sich anfühlen sollten, kann das selbst und in der eigenen Hand testen. Man braucht nur einen einfachen Kugelschreiber in die Hand zu nehmen und zu überlegen, wie er sich in der Hand anfühlt, ist er groß oder eher klein, ist er dünn oder dick, ist er leicht zu handhaben? Wie liegt er in der Hand und wie lässt er sich zwischen den drei Schreibfingern bewegen? Lässt er sich leicht über das Papier führen?Diese Fragen sind bei der Wahl des richtigen Schreibgeräts vor allem für Kinder elementar. Später können andere Kriterien eine Rolle spielen. Aber für Schreibanfänger, die den Umgang mit Stiften erst noch lernen müssen, bevor sie Buchstaben schreiben, ist es wichtig, dass ihnen die Technik des Schreibens, das Koordinieren von Hand und Stift so leicht wie möglich gemacht wird.

Der Schreibstift-3 Die FaustregelFAUSTREGEL: Die optimale, sehr individuelle Stiftlänge können Sie ermitteln, indem Sie den Stift so in die Hand legen, dass die Stiftspitze mit der Spitze des Zeigefingers abschließt. Die Stiftlänge sollte nicht über die Handfläche (unterhalb des Daumens) nicht hinausragen. Das Schaftende sollte bei richtiger Schreibhaltung gut in der Beuge zwischen Zeigefinger und Daumen aufliegen.

Sie sehen, dass das Größenverhältnis von Erwachsenenhand zu Kugelschreiber (Erwachsenenschreibgerät) leicht auf Kinderhand und -stifte übertragen werden kann. Vergleichen Sie es dann mit den Schulschreibgeräten, werden Sie feststellen, dass da etwas nicht stimmt. Die meisten Kinderstifte sind für Kinderhände viel zu groß.

Kein Wunder also, dass bei Kindern Schreibprobleme zunehmen.

Wie sollen Kinder, deren Hände ja wesentlich kleiner sind als die Hände Erwachsener, mit klobigen Geräten entspannt und fröhlich drauflos schreiben können?

Wenn Kinder keine kleinen, schmalen Schreibgeräten, sondern stattdessen mit klobigen Stifte hantieren müssen, kann man sich doch nicht darüber wundern, dass die Sensomotorik nicht verbessert wird und dass statt lesbarer Schriftzeichen „Krähenfüße“ entstehen. Sperrige, unhandliche Malstifte fördern weder die Feinmotorik für das Zeichnen, noch trainieren sie mäandernd fließende Schreibtechnik.

Der Schreibstift-4 “Luftpumpengröße”

Die optimale Beschaffenheit für Erwachsenenschreibgeräte – ob Bleistift, Kugelschreiber oder Füllfederhalter – ist seit 100 Jahren bekannt und man weiß, dass Schreibgeräte in Hammerstiel- oder Luftpumpengröße unvorteilhaft sind. Für Kinder aber produziert man sie. Wieso?

Kurze Skier, kurze Zahnbürsten, kurzes Besteck, alles ist kindgerecht verkleinert – proportional an Kindergröße angepasste Gebrauchsgegenstände gibt es also zuhauf. Doch Mal-, Zeichen- und Schreibgeräte für Kinderhände werden seit Jahren immer größer und unhandlicher produziert und überschreiten inzwischen sogar den Maßstab (im Verhältnis) für Erwachsene.

So viel zur Länge des Stiftes, nun zu seiner Stärke und zu seiner Steuerbarkeit. Der Stift wird beim Schreiben nämlich übers Papier gesteuert, und nicht (wie beim Kritzeln) nur hin und her bewegt.

Und der Stift selbst wird ja auch nicht bewegt, er ist nicht biegsam, als wäre er aus Gummi, sondern so starr wie Essstäbchen.

Während man den Stift an den Linien entlang durch das Heft steuert, wird er zwischen den Schreibfingern ständig leicht gedreht, und zwar während des gesamten Schreibprozesses, ohne dass man es überhaupt registriert. Sporadisch und für die Augen unbemerkt, drehen Daumen und Zeigefinger den Stift hin und her. Das tun sie, weil das Material des Stiftes (Naturholz, lackiertes Holz oder Plastik) durch den Druck der Finger an den Griffstellen punktuell erwärmt wird und es dort zu erhöhter Schweißbildung kommt, also zu Feuchtigkeit zwischen Stiftoberfläche und Schreibfingern. Aufregung, Herzklopfen oder Angst können die Stiftoberfläche in eine glatte Rutschbahn verwandeln.

Doch auch während des normalen, unaufgeregten Schreibvorgangs gleiten die Finger immer wieder langsam in Richtung Spitze am Stift entlang – sie rutschen nach unten. Schon minimales Drehen des Stiftes sorgt für Abkühlung und bewirkt, dass die drei Schreibfinger kühlere, trockenere Stellen am Stift greifen, die dann wieder ein sicheres Steuern des Stiftes ermöglichen; zudem entspannt die kurze Drehbewegung auch noch etwas die Fingermuskulatur.

Der Schreibstift-5 “Stift mit Blindenschrift”

Das Herunterrutschen der Schreibfinger in Richtung Stiftspitze ist also ein zwangsläufiger Impuls des Gehirns, um die Temperatur des Stiftes mittels Schweißabsonderung über die Haut zu regulieren, was wiederum auch die reflexartige Dreh- oder Rollbewegung verursacht.

Erkenntnis: Rutschen und Drehen gehören zum Mit-dem-Stift-Schreiben wie Fingerfeuchtigkeit auf Klaviertasten. Es ist unabwendbar.

Solchen „natürlichen“ Reflexen entgegenwirken zu wollen, indem Querrillen, Noppen groß wie Blindenschrift, wulstige Ringe und stumpfe Griffzonen an Kinderstiften und Füllfederhaltern angebracht werden, ist ebenso sinnlos und störend „Griffmulden“ und Dreieckstifte.

So viel zum unbewussten und notwendigen „Rollreflex“. Aber es gibt noch einen weiteren, ebenso pragmatischen Grund, den Stift zu drehen: Alle Minen schreiben sich ab und werden breit, durch minimales, kontinuierliches Weiterdrehen, Stück für Stück, wird das Anspitzen bewusst verzögert.

Diese Technik lässt der Füllfederhalter leider nicht zu, weil die Feder spitz und aus Metall ist. Aus diesem Grund wurden an der Spitze kleine Kugeln angebracht. Diese Federverstärkungen schreiben sich je nach Schreibgewohnheit seines Besitzers so stark ein, dass auch hier nur noch ein und dieselbe Hand-Füller-Haltung und keine Drehbewegung mehr möglich ist, insofern schreibt es sich mit Füllerfederhalterfeder weniger schwungvoll als mit Blei- oder Buntstift. Dafür aber haben manche Füller so elastische Federn, dass sie beim Schreiben sogar federn können, was schmale und breite, sogenannte Schwellstriche erzeugt. Diese Art des Schreibens ist neben dem Schreiben mit dem Bleistift die beste. Das Schriftbild ist lebendig, die Muskulatur der Schreibhand wird nicht überanstrengt und die Schreibbewegung wird mit der (Schul-) Zeit immer fließender.

Der Schreibstift-6 “Schreibbewegungsachse”

Zum ersten Kinderstift: Der Schaft muss schmal, kurz, glatt und rund sein. Doch nicht nur das, auch weich. Weich bezieht sich auf den Farbabrieb der Mine. Sie sollte leicht schreibbar sein und unter leichtem Druck der Kinderhand schon eine deutliche Schreibspur erzeugen. Für Bleistifte gilt das ab Stärke 2B – Buntstifte haben diese Einstufung leider nicht, deshalb muss man sie ausprobieren. Filzstifte sind für erste Übungen zu weich und geben beim Buchstabentraining zu schnell die Farbe ab.

Glatte, kurze, runde und weiche Bleistifte lassen sich über das Papier ziehen und schieben, als seien sie wie ein zweiter Zeigefinger an der Hand festgewachsen.

Gesteuert wird der Stift von der Schreibhand mittels Daumen und Zeigefinger, während sein vorderes Drittel auf dem leicht zum Handinneren hin abgeknickten ersten Glied des Mittelfingers liegt. Geführt wird der Stift im vorderen Drittel des Schaftes und geschrieben wird mit der Spitze.

Schreiben ist ein relativ schneller Vorgang, und die Spitze des Stiftes beschreibt weite große und kleine Schwünge in alle Richtungen, besonders aber nach rechts, um das Wort lesbar zu machen. Diese flotte Vorwärtsbewegung der Finger drängt die Hand so energisch nach rechts, dass sie die Stiftspitze blitzschnell anheben, weiterrücken und wieder aufsetzten muss, um überhaupt waagerecht in einer Linie schreiben zu können. Tut die Hand das nicht, entsteht ein wirres Strich-Knäuel-Gekritzel auf dem Papier, das kein Mensch entziffern kann.

Die erwähnten Schreibausschläge nach oben, unten sowie rechts und links bringen uns an einen Punkt, den ich dieSchreibbewegungsachse” nenne.

Es ist jener Berührungspunkt, der sich immer dort befindet, wo Daumen und Zeigefinger den Stift halten und führen, er beeinflusst den Schreibstil so stark, dass man darauf achten muss, dass er im vorderen Drittel des Stiftes liegt. Und weil er äußerst flexibel ist, rutscht er am Stift auf und ab. Oberhalb des vorderen Stiftdrittels darf er aber nicht liegen, weil Schreiben dann so gut wie unmöglich ist.

Jeder Mensch hat seine eigene, seiner individuellen Schreibweise angemessene Schreibbewegungsachsen-Grundhaltung.

Wer seinen Stift richtig in die Hand zu nehmen weiß, kann ihn auch souverän durch das Alphabet steuern.

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Die 5 Basisfaktoren der Handschrift-Ästhetik / Handschrift hat ein Alleinstellungsmerkmal

Zur Unterscheidung von Kalligrafie und “Schönschriften” wurden die fünf Haupteigenschaften der Handschrift (schon vor zwanzig Jahren) von mir eruiert und bestimmt, weil die Schrift der Hand eine eigene Kategorie innerhalb des Schriftenkanons ist, mit einem so deutlichen Alleinstellungsmerkmal, dass die nicht mit anderen Schriften verglichen werden darf. Handschriften sind kein “Alphabet”, denn sie bilden keinen in sich geschlossenen Schriftzeichenkanon wie alle typografischen Schriften. Handschift ist keine Typografie!  Zu diesem Thema gehört auch die Lern-Schreibschrift -  sie ist ebenfalls ein Alphabet mit Alleinstellungsmerkmal, weil sie verändert werden muss und soll.

Ich bezeichne 5 Basisfaktoren der HandschriftÄsthetik auch nur als Handschrift-Ästhetik (oder kurz: die Big Five). Und wenn hier von Ästhetik die Rede ist, dann ist damit nicht das Aussehen (die Schönheit) der Handschrift gemeint, sondern nur die Voraussetzung, due “Zutaten” dafür, das heißt: Weil Handschriften

1. echt, 2. spontan, 3. individuell, 4. emotional und 5. unregelmäßig

sind, ist diese Schrift eine Handschrift, fehlt eine der Eigenschaften (zum Beispiel die Unregelmäßigkeit), dann ist es keine Handschrift. Die Big Five bescheren jeder Handschrift – egal ob attraktiv und schön oder unlesbar und krakelig – das Prädikat der Einzigartigkeit unter allen Schriften.  Die fünf Eigenschaften authentisch, spontan, individuell, emotional und asymmetrisch hat nur die Schrift der Hand. Sie prägen ihren Ausdruck und ihre Form – sie bezeichnen die Gesetzmäßigkeit, also die LOGIK des Schreibens mit der Hand. Sie belegen, dass Schönschrift (Kalligrafie), weil sie künstlich, ausgearbeitet, uniform, konstruiert und symmetrisch ist, als Antipode, also das absolute Gegenteil von Handschrift verstanden werden muss.  Die Big Five hauchen der Handschrift Leben ein: Womit auch geschrieben wird, sie sind immer mit von der Partie. Jede Handschrift, ob von Kindern, mit Bleistift oder „erwachsenen Edelfedern“ geschrieben, mit künstlerischer Energie oder von zittriger Greisenhand, immer ist sie echt, spontan, individuell, emotional und unregelmäßig.  Erläuterung Echt/authentisch ist sie, weil sie der einzigartigen, unverwechselbaren und nur dieser einen, spezifischen „Gehirnfestplatte“ des Schreibenden entspringt, weil nur er auf diese Weise schreiben kann.  Spontan ist sie, weil sie geschrieben wird, ohne an die Buchstaben zu denken, also ohne speziellen Gestaltungswillen. Individuell ist sie, weil keine zwei Schreibweisen identisch sind. Intuitiv/emotional ist sie, weil sie unmittelbar an den unbewussten (emotionalen) Schreibbewegungsablauf gebunden ist. Asymmetrisch ist sie, weil natürliche, emotionale Schreibbewegungen zu exakter Uniformität nicht in der Lage sind.    Die Big Five sind die Quelle der Handschriftvitalität, jener starken Ausdruckskraft, die in der sino-japanischen  Kultur hoch verehrt, im Westen hingegen von Anfang an nicht verstanden wurde. Doch genau die emotionale Vitalität der Handschrift ist es, die sie auf eine Stufe mit jeder anderen Ausdrucksästhetik stellt, wie zum Beispiel mit der des Tanzes (Bewegung), des Schauspiels (Gestik/Mimik) und des Gesangs (Stimme). Diese Position begründet die Ausbildungswürdigkeit der Handschrift. Und weil allen Künsten vergleichbare Ausdruckskriterien immanent sind wie die Big Five, ist die Handschrift natürlich auch kunstfähig. Weder Bildhauerei, Malerei noch Musik beziehen von ihren Schöpfern einen vergleichbar hohen authentischen „Input“, der in fließend geschriebenen Handschriften nahezu selbsttätig und aus einer inneren Quelle zu sprudeln scheint.

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Was ist Schreiben und warum tun wir es?

Wir alle suchen unseren Platz in der Welt. Wir möchten ein Gegenüber spüren.

Wir möchten etwas erschaffen, das uns „verortet“ und uns in Beziehung setzt zu anderen Mensch. Und wir möchten uns auch selbst wahrnehmen.

Das heißt, wir müssen unsere Position, unseren Ausgangspunkt markieren. Dazu brauchen wir ein eigenes, ein selbst gestaltetes Zeichen, ein Signum.

Schon die ersten Kommunikationszeichen waren hauptsächlich als unverwechselbare Eigenspuren der Selbstbestätigung gedacht „Hier bin ich – wo bist du?“

Und was ist da besser geeignet, als die eigene Handschrift?

Die Handschrift ist das beste Lebenszeichen.

Das ist der Anlass, warum wir schreiben, die Motivation.

Und was ist Schreiben? Was spielt sich in uns ab, wenn wir den Stift in die Hand nehmen und schreiben?

Denken, Sprechen und Schreiben sind, weil alles Sprache ist, verwandt.

Schreiben und Handschrift sind so lebendig wie Singen und Sprechen.

Es soll Erwachsene geben, die sagen, irgendwann wird der Computer die Handschrift ersetzen.

Das ist wohl Wunschdenken von Lobbyisten und von Politikern, denen die Umsätze elektronischer Schulungsmaterialien am Herzen liegen. Oder soll dieser Computer-Hype genutzt zu werden, um unseren Kindern (den Wählern von morgen) das Erlernen der Muttersprache zu  erschweren?

  • Werden richtige Rechtschreibung und richtiges Schreiben nicht mehr unterrichtet, um den „mündigen Bürger von morgen“ zu verunsichern? Soll er der eigenen Muttersprache, des Deutschen, nicht mächtig sein? Soll er nur noch lesen können, was ihm digital vorgesetzt wird? Soll der dumm sein?
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Wir sind seit 2001 ein Land ohne Schrift! Das ist Politik?

Es scheint ein geheimes und sorgsam gehütetes Politikum zu sein, dass die deutsche „Ständige Kultusministerkonferenz“ (KMK), die unter anderem auch über die Rahmenpläne der Grundschule bestimmt, im Dezember 2001 gezielt liquidierend in den bis dahin (noch) erfolgreichen Handschrifterwerb eingriff, indem sie die seit fünfhundert Jahren bewährte Schreibschrift aus dem Rahmenplan der Grundschule streichen ließ.

Die Art der Abstimmung über die Abschaffung des Elementarunterrichts im Schreibenlernens im „Schnellverfahren“ und dass dies als einer unter -zig TOP (Tagesordnungspunkten) aufgeführt war, sowie das Datum der Durchführung lassen diesen Gedanken an “absichtlich klammheimlich” wohl zu. Wenn man bedenkt, dass die Eliminierung der einzigen verpflichtenden deutschen Schulschrift darüber hinaus auch noch kurz vor Weihnachten am 10.12.2001 durchgeführt und in die allgemeine Wirrnis kurz nach dem Attentat auf die Twintowers gelegt wurde (vielleicht in der Hoffnung, dass dieser signifikante Zusammenhang später nicht mehr auffällt?)[1], dann ist eine gewisse Skepsis sicherlich angebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Deutschland seitdem faktisch ein Land ohne festgelegte Schulschrift ist.

Ein Zustand, der offiziell nicht bekannt ist und von den Verantwortlichen weder publiziert noch anders bekannt gegeben, sondern argumentativ stets „juristisch korrekt umgangen“ wird.

Dies geschieht jedoch offenkundig ohne Beziehung zur globalen wirtschaftlichen und empirischen Realität und ohne Respekt vor den Ansprüchen und Wünschen der Bürger.

Alles Abschaffungsbestrebungen sind vergebens: Kein Computer wird die Handschrift bzw. das Schreiben mit der Hand jemals „abschaffen“ oder „überflüssig machen“ können. Weil Schreiben Urbedürfnis des Menschen ist, das seine Privatsphäre und seine Intellektualität schützt. Überdies bestätigt die Neurobiologie, was der „gesunde Menschenverstand“ längst weiß:  Zwischen PC und Handschrift schreiben liegen „geistige“ Welten! Am Computer wird nicht fließend geschrieben, sondern mit Fingern auf Tasten getippt, Maschine Geschriebenes erreicht das Langzeitgedächtnis des Lernenden nicht und der Gedankenfluss wird permanent – Buchstabe für Buchstabe – unterbrochen.

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