Was ist authentisches Schreiben und warum ist es unersetzlich?

Die Schreibspur der eigenen Hand ist der einzige “greifbare, dingliche, real exisitierende, existente, faktische, körperhafte, gegenständliche, materielle, nachhaltige, echt-materialisierbare” Ausdruck des Menschen. Darum müssen Kinder ihre Handschrift gernhaben. Wer seine Handschrift nicht mag,  mag seinen eigenen Ausdruck nicht. Das hat Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl. Der geschriebene Ausdruck der Hand bleibt als Ergebnis seelisch-körperlicher Gegebenheiten erhalten. Er ist die unverwechselbare Eigenspur zur Vergewisserung meines Selbst. Schreibenlernen heißt, die eigene, individuelle Schreibspur geistig zu durchdringen!  Das ist der anspruchsvollste Akt der Selbstbestätigung, der sich denken lässt. Schreiben können ist die Basis jeder geistigen Bildung. Schreiben wirkt mit dualer Suggestionskraft auf das Limbische System (Gefühlshirn) ein. Denn Handgeschriebenes weist immer zwei Inhalte auf, den Wortsinn und die Form. Beide werden getrennt beurteilt – oder besser: interpretiert. Es kann immer nur subjektiv interpretiert und niemals wirklich bewertet werden, weil Ausdruck immer nur einen subjektiven Eindruck machen kann. Die Form einer persönlichen Handschrift folgt unergründlichen Empfindungen und keiner mathematischen Formel oder der Logik aristotelischen Schönheitsanspruchs – wie zum Beispiel die Kalligrafie mit ihren akkuraten Schriftbildern.

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