“Alle sind schuldig oder machen sich schuldig!” ein Aufruf (von Susanne Dorendorff)

Wenn ich schreibe, alle sind schuldig oder machen sich schuldig, hätte ich es mit den Worten einschränken können: „Der davon weiß, was in der Grundschule los ist“. Ich gehe aber davon aus, dass es jeder, der hier mitliest informiert ist. Wer sich beleidigt und/oder diskriminiert  fühlt, sollte sich darüber Gedanken machen, ob er  nicht gerade DESHALB Betroffener ist, weil er mit den Grundschul-Zuständen nicht in Zusammenhang gebracht werden will. Es ist mir absolut unverständlich, wie diejenigen, die sich einerseits über die Trickserei der Schulpolitik entsetzt zeigen, andererseits diejenige (mich) ausgrenzen, die sich seit zehn Jahren erfolgreich – auch durch Lehrerfortbildungen und kostenlose Eltern-Beratung für die Interessen der Schüler einsetzt. Offenkundig bin ich bundesweit die einzige mit einschlägig-professionellem Hintergrund, die der Grundschulpolitik „Paroli“ bieten kann und dies auch tut. Oder ist hier noch jemand, der das Gleiche (Vergleichbares) tut? Ich zeichne mich keineswegs durch „Besserwisserei“ und Lehrer-Bashing aus. Im Gegenteil. Es erfordert ein hohes Maß an Energie und Einfühlungsvermögen, bei verzweifelte Eltern Verständnis FÜR die verantwortlichen Lehrerinnen entstehen lassen, deren Kinder jahrelang wegen „schlechter Handschrift“ (inkl. daraus resultierender schlechter Rechtschreibfähigkeit) diskriminiert, gemobbt, zum Arzt und Ergotherapeuten geschickt und krank geredet, mit Retalin und sinnlosen Therapien „versorgt“ werden, obwohl der Grund dieser Leiden nichts anderes ist, als dass die Lehrerinnen nicht vermitteln können, wie und warum der Stift richtig zu halten und wie und warum Buchstaben und -verbindungen geschrieben werden. Das einzig, was Eltern überzeugen kann ist, dass ich um Verständnis dafür bitte, dass Lehramtstudierenden die richtige Alphabetiserungs-Ausbildung konzeptionell VERSAGT wird – dass Grundschullehrer/innen Opfer und Werkzeug der Politik sind. Neu ist das nicht: Manipulation der Kinder ist seit Jahrhunderten ein probates Mittel der „Herrschenden“. Leistungs- und bildungsabsenkende Kuschelpädagogik und die seit fast 50 Jahren! proklamierte „Selbstorganisation der Kinder“ (was selbst Erwachsene oft überfordert) haben das Lehrer-Kind- und das Lehrer-Eltern-Verhältnis langst gefährlich untergraben und zu Verunsicherung und Missverständnissen geführt…“Teile und herrsche“ fällt mir dazu ein – wo Streit herrscht verbündet sich niemand gegen die Verursacher. WIE HIER GANZ DEUTLICH ZU ERKENNEN IST. ICH WEDE ANGEGRIFFEN WEIL ICH MISSSTÄNDE AUFDECKE: Die Verunsicherung bei Eltern und Lehrern (viele Lehrer sind auch Eltern!) ist viel größer als vermutet.

Hilfesuchende Eltern bitte ich immer zuerst, sie mögen die Schuld nicht bei „wem auch immer“ suchen, sondern sich allein auf die Aufgabe konzentrieren, dem Kind das Schreiben und die Rechtschreibung beizubringen, „Die Lehrer haben schon Problem genug!“ – dann sind sie friedlich. Beide Seiten. Und die „kranken“ Kinder lernen (durchschnittlich innerhalb von 4 Wochen) ganz schnell und erleichtert schreiben, verbessern sich in jedem Fach und alle sind froh darüber. Das ist meine Kraftquelle. Und es gelingt mir immer häufiger, geschädigte Schüler dem „kuscheligen“ Grundschul-System zu entziehen.

Seit Jahren immer wieder von vielen Lehrerinnen und Lehrer gebeten, mich den ELTERN zuzuwenden, um Veränderung herbeizuführen, weil Lehrer es nicht DÜRFEN. Ich kenne die Zwangslage der Pädagogen sehr genau, weil ich mit vielen von ihnen befreundet bin. Und es ist genau DIES, was mich motiviert, als „Ungebundene“ mit dem Status „Freie Künstlerin“, diesen meinen Freunden und den Schülern zu helfen, aus dieser menschenunwürdigen Lage heraus zu kommen. Als erstes gab ich ihnen eine professionell entwickelte Didaktik an die Hand, die vielfach genutzt wird. Leider nur „heimlich“, weil die Schulleitungen dem politischen Diktat folgen müssen. Nicht alle. Aber viele. Viele, sehr viele Lehrerinnen unterrichten gegen ihr Gewissen, weil sie die Anordnungen „von oben“ durchschauen. Kein/e Beamter/in riskiert seinen/ihren Status.

Sie sehen, ich stehe ganz und gar auf der Seite der Lehrerinnen und Lehrer – logisch, denn SIE sind die Basis der Bildung! Wo sonst; als bei ihnen kann ich ansetzen! Ich trage keine Eulen (mehr) nach Athen und bitte Politiker oder fordere von ihnen, die Schulzustände (die sie selbst herbeiführten) zu ändern.

Wenn ich  ALLE schuldig spreche, nehme ich mich ja nicht aus, ich bin  Beteiligte. Aber ich nehme die Verantwortung wahr und handle. Meinem Gewissen und meine Können entsprechend. Wer sich beleidigt fühlt, weil ich das „Kind beim Namen nenne“, zeigt damit, dass er die Zustände kennt und damit nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Darum geht’s. Politiker wissen, dass viel Menschen einknicken, wenn sie direkt angesprochen werden. Sie rechnen damit. Wer aber, weil ich das Kind beim Namen nenne, mich als arrogant, beleidigend und besserwisserisch bezeichnet, mich beschimpft und mich am liebsten zum Schweigen bringen würde, der erinnert mich an jene Irrationalen, die Überbringer schlechter Nachrichten köpfen. Wenn Sie mich „töten“, lebt das Desaster weiter und wird sich weiter (zu Ihrem eigenen Schaden!) potenzieren.

Ich werde weiter gegen die Zerstörung unserer Schüler-Persönlichkeiten eintreten. Denn DARUM geht es. nicht um eine bestimmte Schrift, das Schreiben und die Rechtschreibung – das wir uns nur zum diskutieren vorgeworfen wie Knochen zum Abnagen damit wir beschäftigt sind und nicht erkennen, dass den Kindern die (Mutter-)Sprache und mit ihr das Fundament der Identität genommen wird. DAS geschieht seit 1969 gezielt und konsequent. Fragen Sie mich nicht WARUM? Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Gestatten sie mir abschließen die Frage: Warum behindern Sie mich? Warum stehen Sie denen, die für das Recht der Kinder auf Bildung und für die Achtung der MenschenKinderWürde eintreten, nicht bei?

Warum stehen Sie nicht auf der Seite der Kinder, der Lehrer, der Bildung, der Wirtschaft und auf der Seite des Grundgesetzes? Dorthin gehören Sie und dorthin gehört jeder.

Ich mag Ihnen und anderen mit meinem Engagement unangenehm sein – tut mir leid. Aber „Ich stehe hier und kann nicht anders!“

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