Schreiben ist Fühlen – ist eine Gedankenmetamorphose – keine Esoterik

Wir veranstaltunen auch Seminare zur Sensibilisierung der emotionalen Intelligenz.

Neben dem Denken im Schreiben, der Königsklasse der Pädagogik, spielt das Fühlen eine große Rolle. Gibt es das Fühlen. Das Fühlen ist die Vorstufe des Denkens. Nur wer fühlt, denkt. Bevor man denken kann fühlt man schon.

Ohne Fühlen kein Denken, ohne Denken kein Ahnen, ohne Ahnen keine Forschung, ohne Forschung kein Fortschritt. Ohne Fühlen keine Philosophie, die Mutter aller Wissenschaften.

Philosophieren heißt, nach dem Warum zu fragen, auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem Sinn zu sein. Der Weg, die Bewegung ist das Entscheidende.

Ohne Fühlen keine Kunst, keine Musik, keinen Dichtung, keinen Tanz, keine Malerei. Kein Begriff wie Musik und keine Sprache.

Ohne Fühlen, kein Fortschritt. Das Fühlen ist nicht zu verwechseln mit dem Gefühl. Das Fühlen ist namenloses Spüren, ist Handlung ohne gedacht oder nachgedacht zu haben. Fühlen führt zum Gefühlt, ist also die Handlung, die zu dem führt, was wir „Gefühl“ nennen.

Spürnase ist Ahnen, Intuition. Innere Stimme.

Ich fühle etwas und finde dafür das passende Wort, den richtigen „Ausdruck“. Finde ich den passenden Ausdruck nicht, beginne ich das Gefühl wortreich zu umschreiben, zu beschreiben. Mit Worten, mit Gesten…ohne Worte…lautmalerisch…

Auch die Musik ist ohne Gefühl nicht möglich…

Der Musiker lässt das Wort außerhalb von sich, er bleibt ganz in dem, was er fühlt. In der Musik ist das ganz deutlich. Pastorale…Moldau…Heavy-Metall…

Instrumente erzeugen Klänge, die in eine vom Komponisten bestimmte Ordnung gebracht wird. Intuition. Authentizität.

Der Begriff Handschrift findet hier seine Anwendung als „typisches Beispiel“ von Eigenartigkeit.

Dass sie selbst auch ein authentisches Ausdrucksmittel, eine Kompositionstechnik ist, darauf ist man bisher nur im japanischen Sho-do gekommen. In D’ld ist man davon noch ganz weit entfernt. Dabei liegt es auf den Hand. Buchstäblich.

Es sind die Buchstaben, die abstrakte Symbole für Klänge sind, die, in die richtige Reihenfolge gebracht, ein sinnhaftes Wort ergeben. Wir sehen die die Buchstaben, hören ihren Klang aber die Empfindungen sind weg.

BAUM steht da als B a u m für jeden Baum, von Ahorn bis Zypresse. Aber auch für andere Bäume, für den Stammbaum und die Tanne. Wo ist das leichte Wiegen der Zweige, das Rauschen des Windes in den Blättern? Wo ist bei dem Wort Vogel die Meise, die Lerche, wie die Krähe oder die Eule zu spüren? Nirgends. Sie finden nicht statt. Und wo ist in dem Wort Meise das Zwitschern, bei der Lerche das Lied, bei der Krähe das Krächzen und bei der Eule das Heulen?

Nirgends. Es kommt nicht vor. Auch im Namen selber nicht. Obwohl: die Namen der Vögel sind schon nah dran am Klang. Wie das Heulen der Eule und das Krächzen der Krähe zeigen.

Aber die Krähen sind mit dem Krächzen allein ja nicht sinnlich beschrieben. Die Eulen heulen ja nicht wirklich. Und Wölfe heulen auch. Zwischen beiden ist ein großer Unterschied. So groß, dass es sich nur mit vielen Wörtern beschreiben lässt…

Wie abgrundtief der Ansatzpunkt liegt. wie tief die Missbrauchswunden sind die die Uni-Professoren und Lehrerinnen dem Schreiben schlugen. Abgrundtief ist gar kein Ausdruck. Vernichtend. Ich muss ganz von vorn anfangen, dort, wo der Buchstabe erklärt werden muss. Sein fehlender emotionaler Zugang.

Die Abstraktion, Reduktion eines emotionalen Wortes auf die rationale Ebene ist so. als bestünde Musik nur aus aufgeschriebenen Notenzeichen ohne Klang durch die Stimme, Instrumente.

Durch die die zusätzliche Dimension der Empfindung ..

Ein BAUM/FLUSS wird umgewandelt in Klänge…

Der Buchstabe funktioniert wie eine Schere. Er schneidet die sinnliche Empfindung ab, um sie – eine neue Form bildend – als eine „beschriebene“ anders wieder auferstehen zu lassen.

Der Mensch will nichts Neues.

Was ihn interessiert, muss einen wirtschaftlich, gesellschaftlichen, gesundheitlichen Vorteil bringen. Am Wichtigsten ist das Image (gesellschaftlicher Vorteil).

Dass ich heute den Deutsch-Didaktik-Professoren sagen muss, dass Schreiben die Königsklasse ihrer Disziplin, der Päd. ist, ist beschämend – …

Gleichzeitig aber sind sie so borniert, das sie das Schreiben nicht wieder zulassen wollen.

Sie sind nicht selbst drauf gekommen, sie lehnen die Erkenntnis auch ab, weil sie nicht von einer Wissenschaftlerin, sondern von eine Künstlerin kommt. Und das ist unter ihrer Würde.

Die Wissenschaft hat auch die Dichtung und Malerei nicht „erfunden“ – sie befasst sich damit, weil es sie gibt. Hier war das Huhn vor dem Ei da.

Das Problem der Philgraphie® ist, dass sie auf der Ausdrucksfähigkeit der Schreibbewegung basiert, die aber von Wissenschaftlern nicht erkannt und nur als „das mit den Buchstaben“ verstanden wird, das schon vor 40 Jahren aus dem Bildungskanon der Schulen gestrichen und nie wieder eingeführt wurde.

Ich kann also lange darüber sprechen, dass Schreiben in D’ld keine Kultur hat und erst recht keine Kunst. Wer bei 14% Semi-Analphabeten mit den Schultern zuckt, dem bedeutet Schreiben nichts. Freude am Schreiben kennt er nicht und kann er sich auch nicht vorstellen.

Weil er selbst davon unberührt ist. Was ich nicht kenne, gibt es nicht.

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