Schüler fragen – wir antworten:

Du fragst: “Warum kann ich nicht schreiben?”

Unsere Antwort: Du kannst schreiben. Dir wurde die Technik des Schreibens nur nie richtig erklärt. In der Schule musstest du dir wahrscheinlich-  wie alle Kinder – zuerst die Leseschrift (die auch Druckschrift genannt wird) selbst beibringen und dann musstest du allein eine „Schrift“ einüben, die keine richtige Schreibschrift ist, entweder die VA (Vereinfachte Ausgangschrift) oder die SAS (die Schulausgangsschrift, die Druck-Großbuchstaben hat). Schreiben hast du also nie richtig lernen können. Das heißt, deine Handschrift wartet noch auf dich.

Du fragst: “Wie funktionieren Buchstaben?”

Unsere Antwort: Wir denken in Begriffen, die aus Lauten zusammengesetzt sind. Das nennen wir Sprechen und Sprache. Laute sind Sprachzeichen, die „Buchstabe“ heißen. Buchstabenlaute werden beim Sprechen zu einen Begriff, einem Wort-„Bild“ zusammengezogen, wie zum Beispiel das Wort „ich“. Ich wird nicht „ih-zeh-ha“ gesprochen, sondern „ij“ – und das Wort wird geschrieben, wie man es denkt: in einem Zug …nicht abgehackt i-ce-ha. Und weil du mit der Hand so schnell schreiben willst wie du denkst, muss es zwischen den Lauten eine Brücke geben, über die der Lautklang in den anderen hinein gleiten kann. Du schreibst „ich“ so, wie du „ich“ denkst, als drei ineinanderfließende Laute.

Du fragst: “Warum schreiben wir überhaupt?”

Unsere Antwort: Weil wir unsere – also: jeder seine – Gedanken festhalten möchten, um neue Gedanken folgen zu lassen…um uns zu erinnern…darum schreiben wir sie auf. Du schreibst also für dich selbst. Darum musst du deine Handschrift lesen können.

Du fragst: “Warum muss man Buchstaben verbinden?”

Unsere Antwort: Damit die Wörter so fließen, wie die Gedanken fließen und wir den Gedanken so schnell wie möglich neue folgen lassen können. Die Verbindung zwischen den Buchstaben macht das Schreiben schnell. Schreiben ist Denken in einer  ununterbrochene Linie. Auch dort, wo die Zeichen auf dem Papier nicht verbunden sind, fließt der Gedanke in der Bewegung des Stiftes, in der Handbewegung weiter, so dass die Linie „unsichtbar“ weitergeschrieben wird. Die Verbindung ist der Zündschlüssel für Schnellschreiber.

Du fragst: “Warum muss man auf einer Linie entlang schreiben?”

Unsere Antwort: Auf einer geraden Straße fährt es sich leichter als auf einer kurvigen Berg- und Talbahn. Ebene Strecken – also grade Linien – sind die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten – also auch von links nach rechts – so, wie wir schreiben. Aufpassen musst du bei b, o, r, v, w und x (die oben verbunden werden). Die Orientierung bleibt aber immer auf und an der Grundlinie entlang.

Du fragst: “Warum muss ich mit einem Füller schreiben?”

Unsere Antwort: Musst du nicht. Mit Füller schreiben ist ein deutsches Phänomen. Tintenroller – ohne Griffmulden! – sind für Jungs genauso gut. Wenn dir nicht richtig gezeigt wird, wie man mit einem Federhalter umgeht und wenn dich die Griffmulden stören, kann es problematisch werden, weil die Füllerfeder beim Schreiben in einem bestimmten Winkel gehalten werden muss, sonst kratzt sie oder der Tintenfluss reißt ab. Das führt zu Schmiererei. Weg damit.

 

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