Wir sind seit 2001 ein Land ohne Schrift! Das ist Politik?

Es scheint ein geheimes und sorgsam gehütetes Politikum zu sein, dass die deutsche „Ständige Kultusministerkonferenz“ (KMK), die unter anderem auch über die Rahmenpläne der Grundschule bestimmt, im Dezember 2001 gezielt liquidierend in den bis dahin (noch) erfolgreichen Handschrifterwerb eingriff, indem sie die seit fünfhundert Jahren bewährte Schreibschrift aus dem Rahmenplan der Grundschule streichen ließ.

Die Art der Abstimmung über die Abschaffung des Elementarunterrichts im Schreibenlernens im „Schnellverfahren“ und dass dies als einer unter -zig TOP (Tagesordnungspunkten) aufgeführt war, sowie das Datum der Durchführung lassen diesen Gedanken an “absichtlich klammheimlich” wohl zu. Wenn man bedenkt, dass die Eliminierung der einzigen verpflichtenden deutschen Schulschrift darüber hinaus auch noch kurz vor Weihnachten am 10.12.2001 durchgeführt und in die allgemeine Wirrnis kurz nach dem Attentat auf die Twintowers gelegt wurde (vielleicht in der Hoffnung, dass dieser signifikante Zusammenhang später nicht mehr auffällt?)[1], dann ist eine gewisse Skepsis sicherlich angebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Deutschland seitdem faktisch ein Land ohne festgelegte Schulschrift ist.

Ein Zustand, der offiziell nicht bekannt ist und von den Verantwortlichen weder publiziert noch anders bekannt gegeben, sondern argumentativ stets „juristisch korrekt umgangen“ wird.

Dies geschieht jedoch offenkundig ohne Beziehung zur globalen wirtschaftlichen und empirischen Realität und ohne Respekt vor den Ansprüchen und Wünschen der Bürger.

Alles Abschaffungsbestrebungen sind vergebens: Kein Computer wird die Handschrift bzw. das Schreiben mit der Hand jemals „abschaffen“ oder „überflüssig machen“ können. Weil Schreiben Urbedürfnis des Menschen ist, das seine Privatsphäre und seine Intellektualität schützt. Überdies bestätigt die Neurobiologie, was der „gesunde Menschenverstand“ längst weiß:  Zwischen PC und Handschrift schreiben liegen „geistige“ Welten! Am Computer wird nicht fließend geschrieben, sondern mit Fingern auf Tasten getippt, Maschine Geschriebenes erreicht das Langzeitgedächtnis des Lernenden nicht und der Gedankenfluss wird permanent – Buchstabe für Buchstabe – unterbrochen.

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