Boni & Kleid – Schluss mit ideologischer Unterwanderung der Grundschule!

Brügelmann (Kleid) 2008: „Als ich 1980 von der Universität Bremen auf eine Professur für Anfangsunterricht berufen wurde, hatte ich von Lese- und Schreibdidaktik kaum Ahnung. Um mich vor den Studierenden nicht zu blamieren, las ich alles, was ich in die Hände bekam – und war irritiert: Überall konnte ich lesen, wie man Lesen und Schreiben lehrt, aber ich fand kaum empirische Befunde bzw. Erklärungsansätze dazu, wie Kinder lesen und schreiben lernen.“ (weiter unter dem Poster) Wer wissen möchte, woher die Reformpädagogen um Brügelmann und Brinkmann ihre Impulse nehmen http://freinet-kooperative.de/wp-content/uploads/2014/11/SchaubildFreinet.pdf

Irgendwann muss Schluss sein! Und “irgendwann” ist  J E T Z T !

Die NDR-Sendungen zum Thema „Wer bestimmt, was Kinder lernen?“ sind hochinteressant, weil sie ein heiß diskutiertes Thema behandeln. Ich erlaube mir, mich dazu zu äußern, da ich seit 30 Jahren „mittendrin“ bin. Richtig sollte das Thema wohl lauten „Wer bestimmt, was die Kinder NICHT (mehr) lernen?“ Wissen Sie nicht, dass seit 1969(!) die Lehr- und Lernmaterialien (Bücher, Hefte usw.) für die Grundschule und die Materialien für Grundschulpädagogik-Studierende an den Universitäten von denselben Personen erstellt werden, die auch selbst einen Großteil der Lehrstühle (für Grundschulpädagogik) innehaben bzw. hatten und die Kultusminister(konferenz) beraten, also unmittelbar an der Gestaltung der Lehrpläne mitwirken?

Keine dieser Personen verfügt über eine Fakultas (Lehrbefähigung) im Alphabetisieren - weder für die Universität noch für die Grundschule. Die meisten dieser Personen sind in einem ideologisch festgelegten, privaten Verein (dem Grundschulverband [GSV] und der wiederum mitder Freinet-Kooperative – siehe hier: http://freinet-kooperative.de/links/ ) zusammengeschlossen, der die Grundschulbildung (und damit auch die der weiterführenden Schulen) fest im Griff hat. Dieser private Verein scheint autorisiert zu sein, in Eigenregie und ungeprüft zu bestimmen, was an der Grundschule gelehrt resp. nicht mehr gelehrt wird. Und das ist allerlei. 7,5 Millionen Analphabeten sprechen eine deutliche Sprache. Auch dass es seit 40 Jahren millionenfach Legastheniker und anderweitig grundschulgeschädigte Kinder gibt, ist ein Indiz für einschlägig unkontrollierte Machtausübung dieser Vereinigung. Kleiner Einblick in deren bizarre Methoden: So wurde 1969 ohne wissenschaftliche oder andere seriöse Begründung der Schreib-Unterricht aus den Lehrplänen gestrichen, weil er angeblich „anachronistisch“ sei. Die Schreibschrift hatte man gegen Druckschrift ausgetauscht (weil dies die Kosten der Fibel-Herstellung minimieren sollte). Seitdem müssen die Kinder sich die Schrift und das Schreiben im Do-it-yourself-Verfahren (ohne pädagogische Hilfe [Lehrer sind im Alphabetisieren nicht mehr ausgebildet] allein beibringen. Auf Initiative des genannten Personenkreises und in Kooperation mit der KMK wurde die lateinische Schreibschrift im Dezember 2001 offiziell aus den Lehrplänen gestrichen (dies aber bis heute nicht ordentlich bekanntgegeben). Der o. g. Verein hat inzwischen vier Schulschriften (DS, VA, GS & GSS) initiiert, die allesamt weder wissenschaftlich noch sonst wie evaluiert wurden und zu erschreckenden Schreibproblemen führen. Seit 1980 – berichtet der Grundschulverband in einer seiner Fachzeitschriften – wissen wir, dass an der Spitze der „Grundschulpädagogik“ fachfremdes Personal mit vollkommen unwissenschaftlichen Voraussetzungen die Geschicke der Schulbildung steuert. Das Personal ist weder selbst im Alphabetisieren ausgebildet worden, noch ist es qualifiziert, Grundschulpädagogen darin auszubilden. Und tut es ja auch nicht, sondern reagiert auf Anregung aggressiv und unbelehrbar, aber immer „juristisch abgesichert“. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: An der Spitze dessen, was Kinder lernen sollen, befindet sich ein renitentes, destruktives und bildungsfeindliches Wirrwarr, das, will man es freundlich formulieren, als ein „verantwortungsloses Vakuum“ bezeichnet werden muss. Wir müssen uns neben dem Unterricht auch um die Einhaltung der Menschenwürde in der Grundschule kümmern. Denn Schreibenlernen ist Menschenrecht. Das darf man nicht verweigern.
Die bessere, weil hilfreichere Frage wäre deshalb wohl: „Wann werden diese Zustände beendet?“ und „Wann dürfen Kinder wieder lernen?“

Prof. Dr. Rainer Dollase, Universität Bielefeld, Abteilung Psychologie:
„Ein Chirurgieprofessor kann seinen Studierenden auch die Entfernung eines Blinddarms vormachen und die Studierenden lernen durch Beobachtung, also durch Vormachen und Nachmachen, wie man so etwas tut. So geschieht es in der Erziehungswissenschaft seit 20 – 30 Jahren nicht mehr: Fachfremde Professorinnen und Professoren phantasieren auf der Basis von Literatur sich neue pädagogische Theorien zusammen, bilden im Brustton der Überzeugung Lehrkräfte aus, die dann den Stoff in Prüfungen perfekt herunterrasseln, ohne in irgendeiner Form irgendetwas für die Praxis gelernt zu haben. […..]
Wie soll man eine verbesserte Qualität in unserem Schulsystem erreichen? Der einfachste Weg wäre, wenn man Lehrerausbildungsinstitutionen hätte, in denen Professoren mindestens einmal im Jahr einen Monat lang eine schwierige Sekundarstufe I Klasse übernähmen (keine S II Klasse) und ihre weltabgehobenen Ideologien dort vor Ort testen. Wenn also die Professorinnen und Professoren, die unsere Lehrer und Lehrerinnen ausbilden, selber Experten für die Praxis wären. Dann hätten wir einen Zustand wie in der Medizin.“

Prominentestes Beispiel ist wohl der Erfinder des Spracherfahrungsansatzes, der Reformpädagoge Prof. Dr. rer. soc. Hans Brügelmann (Professor für Anfangsunterricht mit den Schwerpunkten Erstlesen und Erstschreiben, Grundschulpädagogik u. –didaktik). Nach dem Studium der Rechts- und Sozialwissenschaften und dem Abschluss eines Aufbaustudiums (in Konstanz mit dem Grad Lic. rer. soc./Sozialwissenschaften), nach einem zweijährigen USA-Aufenthalt (Forschungsstipendium der Stiftung Volkswagenwerk /Universität Konstanz, CA Norwich, OISE Toronto, CIRCE Urbana/Ill.) promovierte er in Konstanz zum Dr. rer. soc. (Sozialwissenschaften). Ohne Lehramtsstudium, ohne eigene Tätigkeit als Lehrer, wurde er 1980 an der Universität Bremen Professor für Anfangsunterricht mit dem Schwerpunkt Erstlesen/Erstschreiben. In „Mein Weg zum Spracherfahrungsansatz“ (GS aktuell 104, November 2008] bekannte Brügelmann:

„Als ich 1980 von der Universität Bremen auf eine Professur für Anfangsunterricht berufen wurde, hatte ich von Lese- und Schreibdidaktik kaum Ahnung. Um mich vor den Studierenden nicht zu blamieren, las ich alles, was ich in die Hände bekam – und war irritiert: Überall konnte ich lesen, wie man Lesen und Schreiben lehrt, aber ich fand kaum empirische Befunde bzw. Erklärungsansätze dazu, wie Kinder lesen und schreiben lernen.“

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