KielerNachrichten “Comeback der Handschrift Die Schönschreiber” 6.5.2017

Leserbrief: Liebe Leser/innen des KN-Artikels vom Sonntag “Comeback der Handschrift Die Schönschreiber”
Dazu muss hier schnell und kurz Stellung nehmen, weil diese Meldung ganz und gar in die Irre führt. WERBUNG FÜR KALLIGRAFIEKURSE haben nichts mit “Comeback der Handschrift und flüssigem Schreiben” zu tun! Handschrift und Kalligrafie haben nicht nur nichts miteinander gemein – weder den Schreibfluss, noch die Form der Buchstaben! Sie sind sogar Antipoden – Gegenläufer die sich gegenseitig ausschließen – wo das eine ist kann das andere nicht sein. Handlettering ist noch weiter davon entfernt – das ist gemalte Typografie.ICH BIN ENTSETZT, dass manche Kalligrafen offenkundig immer noch nicht wissen, dass sie selbst eine Handschrift haben, die nichts mit Ihrem Hobby gemeinsam hat. Es ist genau DIESE bewusst oder unbewusste Irreführung, die zur Folge hat, dass es seit 500 Jahren keine Schreiblerndidaktik in Grundschule gibt. Statt Kinder so zu unterrichten, dass sie vom ersten Tag an die eigene Handschrift entwickeln, wird von Ihnen „Schönschreiben“ verlangt. Eine Absurdität der besonderen Art. Ich denke, es wäre für die Schreibkultur allgemein von großem Nutzen, wenn alle Kalligrafen sich mal Gedanken über ihre Arbeit machen würden. Dann kämen sie bestimmt auch drauf, dass sie in der Grundschule als Erstschrift die lateinische Schreibschrift und NICHT die Humanistische Kursive oder die „Fraktur“ (das “Druckschrift”/Leseschrift-Pendant zur Deutschen Schreibschrift/Sütterlin) als Handschrift lernen mussten.
Viele Grüße – Susanne Dorendorff

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