Buchkritik/Rezensionen

Was andre über Schreiben schreiben ist oft nicht zu glauben. Tun Sie das: Glauben Sie es nicht! Dornröschens 100-jähriges Gestrüpp ist nichts gegen die vielen  falschen Gedanken, die sich um Handschrift ranken. Manche sind abwegig, manche einfach nur zum Lachen. Wir greifen sie auf. Betrachten Sie unsere Kommentare nicht als maßgebend, erwerben Sie die Bücher, Zeitschriften oder was wir sonst noch besprechen und beurteilen Sie selbst: Es gibt Bücher von herausragender Brillanz! Aber auch das Gegenteil. Und davon zu viel.

Klavierlehrer müssen Klavierspielen und Noten können, Frisöre Haare schneiden, Köche kochen, Dachdecker Dächer decken. Nimmt man jedenfalls an. Von Lehrern nimmt man an, dass sie Lehren können…niemand fragt Was und Wie. Von Schreibschrift-Buchautor*innen scheint man anzunehmen, dass sie wissen, wovon und vorüber sie schreiben. Denn sie sind ja “Schreiber”. Mein Tipp: Das sicherste Zeichen tatsächlichen Handschrift-Expertentums ist, sich die persönliche Handschrift des Autors zeigen zu lassen oder wenigstens zu schauen, ob er sie oder sie sie irgendwo als “Ausweis”, bzw. Hinweis auf seine bzw. ihre Seriosität veröffentlicht hat. Ich spreche hier nicht von “Schönschrift”. Ich meine die, über die hier gesprochen wird, die solche Kandidaten gern (wenn es sich nicht um die eigene handelt!) als “Sauklaue” bezeichnen. Dies ist übrigens der zweite sichere Hinweis auf Inkompetenz und Laientum: Wer zur Schrift der Hand – egal in welchem Zusammenhang – “Sauklaue” zu sagen wagt, weiß nichts über sie, nicht wie sie entsteht und wie sie sich entwickelt, der lässt jede Achtsamkeit vermissen. Nur, weil jemand “Lehrer*in” als Berufsbezeichnung tragen darf, ist diese/r jemand nicht automatisch prädestiniert, sich fachkundig über Handschrifterwerb zu äußern. Scharlatanerie macht sich überall dort breit, wo “Geschäfte” zu machen sind und wo man anderen Menschen ohne viel Aufwand etwas “vormachen” kann.

Wer über Pflanzen schreibt, muss nicht selbst eine sein oder mit ihr sprechen, sollte sie aber verstehen. Oder wenigsten etwas davon. Wer Restaurants testet und Sterne verteilt, muss wenigstens beweisen können, dass er eine funktionierende Zunge hat. Und dass er das Bestellte auch verzehrt hat. Das ist beim Schreiben anders. Das kann jeder. Jeder. der die Tastatur bedient. Das ist tippen. Egal. Da wird kenntnislos über Schreiben getippt. Schreiben ist schreiben? Denkt man. Falsch gedacht.

Glauben Sie nicht alles, was geschrieben steht.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.