Tipps zum Handschrift lernen und verbessern…

finden Sie hier : http://www.europhi.de/de/schoene-handschrift/

oder http://www.europhi.de/de/handschrift-beratung-erwachsene/

für Kinder http://www.europhi.de/de/anleitung-zum-handschrift-verbessern-uebungsbuecher/

Erwachsene http://www.dorendorff.eu/

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Ursprung der Schreibkunst “Philographie”

Die Schreibkunst Philographie ist Ausdruck des Lebensgefühls, sie ist Ausdruck unbewußter Emotionen. Philographie ist nicht Design, sondern reine Intuition. Die Basis der Schreibkunst Philographie ist die Schrift der Hand, also “Hand-Schrift”.
Philographie, die Liebe zum Schreiben (philo: die Liebe zum – graphie: Schreiben) steht für eine ganz besondere, für die duale Schreibkultur, die von  Susanne Dorendorff, der Initiatorin des Europäischen Instituts für Handschrift und Philographie, entdeckt wurde.
Philographie ist das Gegenteil von Kalligrafie! Und auf keinen Fall mit “Schönschreiben” zu verwechseln. Denn hier geht es um Authentizität, um Spontaneität, Individualität und Intuition, kurz: es geht um Natürlichkeit.
Ursprung der Philographie® ist also Susanne Dorendorffs natürliches Lebensgefühl, das im Laufe der Jahre aus ganz normaler Schulschrift Schreib-KUNST werden ließ
“Die Handschrift des Menschen,” fand die Künstlerin heraus, “kann ebenso wie die Stimme kultiviert und ausgebildet werden, weil Stimme und Hand die innere Bewegung gleich stark wiedergeben.”

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Schreibangst und ein ramponiertes Selbstbild

„Mir wäre schon sehr geholfen, wenn Sie mir die Angst vor der eigenen Handschrift nehmen würden oder die Angst davor wenigstens merklich reduzieren könnten, weil das bedeuten würde, dass ich mich in meinem Beruf und auch sonst wesentlich wohler fühle“, das schrieb mir ein 40-jähriger Ingenieur aus der Schweiz. Und er legt damit den Finger genau in die Wunde, um die es bei Erwachsenen geht, denen ihre eigene Handschrift unangenehm ist.

Er hat ein Problem im Beruf und auch sonst. Sein Selbstbild, sein Image ist im Keller. Es geht diesen Menschen – und davon gibt es mindestens 20 Millionen in Deutschland – nicht und nie um Eitelkeit, also nicht darum, dass sie schön schreiben möchten – das wäre viel zu hochgegriffen. Sie beanspruchen, und das dürfen Sie sich gern auch körperlich vor Augen führen, nur ein Minimum an seelischer Sicherheit. Es geht diesen Menschen um die Überwindung eines diffusen Angstgefühls. Eine Art Bedrohung, die mit gefühltem Imageverlust und Persönlichkeits-Defizit verbunden ist.

Mich erschüttert dabei immer die Verzweiflung, die diese Menschen mit sich herumtragen. Denn die geht ganz oft mit ausgeprägter Prüfungs-Angst einher. Charakteristisch ist auch ein starkes allgemeines Minderwertigkeitsgefühl. Und körperlich spürbar sind Herzklopfen und Schweißausbrüche, sobald etwas geschrieben werden muss. Diesen Menschen geht es allein um die Überwindung eines Traumas, um das Beenden einer jahrelangen seelischen Belastung.

Wer unter Schreibangst leidet…der nimmt freiwillig keinen Stift mehr in die Hand. Auch nicht, wenn es sich um ein Prestige-Objekt handelt. Ein Füller ist kein Autoschlüssel. Er könnte spontan in die Situation geraten, schreiben zu müssen. Und nichts fürchtet er mehr – als DAS! Er meidet Schreibgeräte folgedessen wie der Teufel das Weihwasser. Bis er zu mir kommt.

Leider kann ich an dieser Stelle nicht demonstrieren wie es mir gelingt, Schreibangst in Freude am Schreiben umzuwandeln und bei manchem außerdem in künstlerische Schöpferkraft. Sogar das. Denn angstfreies Hantieren mit Stiften setzt Kreativität frei. Ich frage mich deshalb oft, ob diejenigen, die Kindern in der Grundschule statt der Schreibschrift das Keyboarding beizubringen beabsichtigen, jemals darüber nachgedacht haben, ob sich zum spontanen Skizzieren und Fixieren eigener Ideen besser Stift und Papier oder besser Tastatur & Bildschirm eignen. Fragen Sie mal Schriftsteller, ob sie beim Denken lieber an der Taste oder lieber am Stift kauen. Bleistift oder Keyboard heißt in diesem Fall Kopf oder Zahl und bedeutet: glücklich sein, fließend schreiben und denken dürfen oder: Akku aufladen. Dann doch wohl lieber Kopf. Aber nun Spaß beiseite. Es geht ja um Ihr Image das Sie verbessern möchten.

In den Menschen, die mit 40 Jahren plötzlich das Schreiben und ihre eigene Handschriftentdecken dürfen, vollzieht sich – auch nach außen hin sichtbar – eine positive Wandlung. Denkt man an den Spruch: „Handschrift ist Ausdruck der Persönlichkeit“, dann ist das absolut nachvollziehbar. Das schlechte Gefühl einer schlechten Handschrift schlägt sich nämlich nicht nur in der Schrift selbst, sondern auch in den Augen nieder. Der richtige Ausdruck einer klaren Handschrift, als positives Merkmal ihrer Ausstrahlung, hat ihnen 40 Jahre lang gefehlt.

Und wenn er dann plötzlich da ist – der ersehnte Ausdruck – dann öffnet sich ein ganz neues Territorium. Kreativität ist das glücklich machende Synapsen-Spiel intuitiver Spontanität. Das heißt, hier ist Echtsein gefordert. Authentisch und drauf los! Was gibt es Befreienderes? Die neugewonnene Kreativität und Empathie – beides fällt bekanntlich ja auch mit unter den Begriff „emotionale Intelligenz“ – manifestieren Ihre Souveränität, und sorgen für eine positive Ausstrahlung. Wer das Schreiben beherrscht, wie eine natürliche Eigenschaft, der steht im Leben einfach besser da.

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Das e ist leicht zu schreiben und macht Spaß.

Das e ist leicht zu schreiben und macht Spaß. Auf dem e bauen andere Buchstaben auf, so dass sehr schnell ganze Wörter geschrieben werden können. Auf diese Weise entwickeln die Kinder munter und problemlos ihre persönliche Schreibtechnik schon vom kleinen e ausgehend. Diese einfache Bewegung ist ausschlaggebend für gute Handschriften.

Kinder müssen zu ihrer Handschrift hingeführt werden, so wie jedes Kind an die  Muttersprache geführt wird. Kein Kind wird geschubst, wenn es nicht sofort laufen kann. Niemand knebelt ein Kind, weil es nicht gleich alles richtig ausspricht. Aber beim Schreibenlernen, da wird gedroht, geschimpft und gestraft.

Und das alles bringen die Schüler in Verbindung mit Schreiben – ihr Leben lang. Kein Wunder also, dass Schreiben ein schlechtes Image hat.

Die kindliche Wahrnehmung macht die Handschrift-Findung aufregend und einzigartig. Aber eben auch, weil Kinder hochsensibel reagieren und empfänglich für emotionale Schwankungen sind. Bevor Sie unruhig werden, bedenken Sie, die Hand des schreibenden Kindes ist nicht oder doch nur sehr bedingt willentlich steuerbar. Wer schimpft oder „mehr-Mühe-geben“ fordert, macht die Handschrift immer schlechter und Jungen zu nachhaltigen Schreibkriegsfüßlern.

Gerade weil mit allen Sinnen geschrieben wird, bringt das Schreiben auch so viele Emotionen hervor. Für Mädchen zumeist gute, für Jungen bisher fast nur schlechte – was sich dann (aufgrund der beteiligten Emotionen) immer wieder potenziert…

Schreiben lehren ist ein ebenso verantwortungsvoller wie inspirierender Weg, der die Herzen und Hände der Kinder öffnen kann. Die Beweglichkeit der Kinderhände verrät viel über ihr Wesen, ihre Emotionen und ihre Befindlichkeit.

Das ist ja gerade das Faszinierende daran, dass  man nicht weiß, wie die Handschrift wird. Man kann sie nur erahnen.

Die Handschrift zu entdecken hat wenig mit Rationalität, aber viel mit Wertschätzung und Wahrnehmung zu tun. Es geschieht völlig frei und folgerichtig, und macht die Persönlichkeit des Kindes stabiler.

Ich finde es sehr ermutigend, dass trotz aller Kommerzialisierung der Grundschule, die Handschriften der Kinder nicht unter ideologisch-dogmatische Kontrolle zu bekommen sind. Das ist das größte Glück. Und darauf bauen wir auf.

Fazit

Die Kinder lernen Schreiben nicht für Einkaufzettel und nicht nur um Liebesbriefe zu schreiben, sondern ganz allein für sich selbst, weil die Handschrift sie mit der Welt in Verbindung hält, sie ist die Lebensspur die bleibt, wenn alles andere längst vergangen ist.

© Susanne Dorendorff 2014

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Schreiben können ist der “Schwarze Gürtel”

Wie sehr die Schreibschrift und das neue Schreibbewusstsein jungen Gehirnen guttun, wird deutlich wenn man erkennt, wie destabilisierend schlechte Handschriften auf das Selbstbewusstsein einwirken können. Die Gefahr der Persönlichkeitsverletzungen durch problematische Handschriften ist bekannt und wird von Schulpsychologen bestätigt.

So groß der Schaden ist, den negative Schreiberlebnisse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anrichten, so stark ist – im Umkehrschluss – natürlich auch die positive Suggestivkraft des Schreibens.

Der Sinn gerade des Schreibschrift-schreiben-Könnens liegt auf der Hand und kann sich deutlicher als in der Optimierung des Gedankenflusses nicht zeigen. Schreiben soll von Anfang an Freude und Spaß machen und zum Imagegewinn der Jungen beitragen wie ein neues Auto.

Schreibenlernen und eine starke Handschrift sind kein “Schönschreiben” und kein „Weiberkram“.

Schreibenkönnen ist der “Schwarze Gürtel”.

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Was beim Schreiben im Kopf geschieht

Die Verschaltungsfreudigkeit der Kindergehirne kommt dem Zeitfenster „Vor- und Grundschule“ in dem speziellen Prägungsprozess „Schreibenlernen und Alphabetisieren“ sehr entgegen und sollte von Anfang an intelligent und sensibel genutzt werden. Denn irgendwann schließt es sich wieder. Was hier versäumt wird, ist nur schwer nachzuholen.

Deshalb wollen wir uns den Schreiblernprozess jetzt einmal ganz genau ansehen.

Die Erforschung des Gehirns, besonders seines inneren Aufbaus und seiner Funktionen brachte schon vor längerem die Erkenntnis, dass die Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Der persönliche Ausdruck ist das Resultat körperlicher Gegebenheiten, die durch das Zusammenwirken von Nervenzellen in unserem Gehirn erzeugt werden.

Es ist jedem überlassen, darin Geist und Seele oder chemisch-physikalische Vorgänge oder die Persönlichkeit des Menschen zu erkennen.

Das Schreibenlernen der Grundschüler ist nicht zu vergleichen mit dem Einüben eines Handwerks, auch nicht mit Auto- oder Radfahrenlernen, Schwimmen oder Kochen. Schreiben geschieht nämlich nicht nur mit allen Sinnen, man gibt gleichzeitig auch noch sehr viel von sich preis. Schreibende lassen einen dauerhaften, authentischen Ausdruck zurück, der nicht korrigierbar ist. Das ist eine hochbrisante Situation. Pädagogen sollten ihr mit viel Fingerspitzengefühl begegnen.

Schreibenlehren und -lernen ist, wie ich gleich erläutern werde, eine diffizile, anspruchsvolle Kopfarbeit mit vielen Beteiligten, die harmonieren müssen wie ein Orchester.

Das Stammhirn (Hirnstamm) steuert Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung und alle lebenswichtigen Reflexe. Das Zwischenhirn beherbergt den Thalamus, den „Türöffner“ des Bewusstseins. Er entscheidet, welche Sinneseindrücke ins Bewusstsein eindringen dürfen und leitet sie an die Verteilerzentren weiter. Der Rest bleibt im Unbewussten hängen. Im Zwischenhirn ist der Hypothalamus ansässig, er koordiniert das Spannungsverhältnis zwischen Hormonen und Nervensystem.

Das Limbische System liegt im inneren des Großhirns und wird auch Gefühlshirn genannt. Es ist mit einem so genannten Belohnungszentrum versehen. Das Limbische System bewertet, ob etwas positiv, neutral oder negativ ist, wenn wir etwas denken, fühlen oder wahrnehmen. Die Informationen werden sofort an den Hirnstamm gesendet und lösen je nach Situation eine Reaktion aus. Das Kleinhirn (Cerebellum) koordiniert das Gleichgewicht und die Bewegungen und sorgt dafür, dass sie fließend (nicht: „flüssig“) ablaufen. Das Großhirn ist links für Sprache und Logik verantwortliche, rechts für Kreativität und den räumlichen Orientierungssinn. In der Großhirnrinde (Neocortex) sitzen unter anderem die Areale für Seh-, Sprech-, Lern- und Denkfähigkeit. Hier laufen alle Informationen der Sinnesorgane zusammen, werden sortiert und als Wahrnehmung im Gedächtnis eingelagert. Hier findet das eigentliche Denken statt.

Dies alles – und noch mehr – ist an den Schreibbewegungen beteiligt, mündet in den Stift und fließt als Handschrift aufs Papier.

Eine schlechte Schrift melden die Augen dem Gehirn als „schlechtes Gefühl“. Ist man guter Dinge und die Schrift schwingt wie ein Schmetterling, dann melden die Augennerven: „Die Welt ist schön!“

Genau hier schreiten wir ein und sorgen dafür, dass die Kinderaugen Freude am Schreiben signalisieren. Der „optisch“ gute oder schlechte Eindruck einer Handschrift bezeichnet allerdings etwas, das nur schwer zu beschreiben ist. Er ist zwar immer deutlich spürbar. Aber nicht präzise zu definieren. Für die Bewertung der Handschriften kann es keinen allgemeingültigen Maßstab geben, weil jeder Mensch anders „spürt“. Deshalb muss man bei ihrer Beurteilung sehr vorsichtig sein. Ob eine Handschrift gefällt oder nicht, kann und darf nur der Schreibende selbst beurteilen. Es ist SEINE Handschrift.

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Ohne Stift keine Schrift – der Schreibfinger

Der Schreibstift-1 Der Schreibfinger

Vorab: Der Daumen fixiert den Schreibschaft (Stift oder Stiel) parallel zum Zeigefinger (das ist der Schreibfinger), das erste Mittelfingerglied trägt den Schaft indem es leicht zur Handmitte hin abgewinkelt ist, während die ebenfalls (wie „gefächert“)  abgewinkelten Ring- und Kleinerfinger eine Art Stütze oder Auflage bilden, die wie ein „Schlitten“ mit der Handkante in Schreibrichtung auf dem Papier entlang gleitet.

Ohne Stift – keine Schrift, das steht fest. Fest steht aber auch, dass kein Stift der Welt, und sei er noch so teuer und schön, die Handschrift verbessert, wenn man nicht richtig schreiben kann.

Aber es gilt auch: Wie der Stift, so die Schrift! Denn schlechte Stifte können das Schreiben – vor allem aber das Schreiben lernen – zur Qual machen.

Sobald Kinder anfangen, mit Stiften zu hantieren, muss auf die richtige Hand-Stift-Haltung geachtet werden. Spätestens aber im Kindergarten und in der Vorschule sollte die richtige Hand-Stift-Haltung verbindlich und nachhaltig eingeübt werden. Wer von vornherein auf die richtige Handhabung achtet, erspart seinem Kind langwieriges Umtrainieren, was in der Schule – wo die Kinder sich auf die Schrift konzentrieren sollen – ein zeitraubendes Handicap ist.

Der Schreibstift-2 “Handschmeichler”

Grundschüler brauchen Stifte, die sich anfühlen wie Handschmeichler, die gut in der Hand liegen und sich von kleinen Fingern leicht steuern lassen.

Die Auswahl des ersten offiziellen Schreibgerätes ist für Eltern von Schulanfängern verwirrend vielfältig. Die richtige Wahl ist extrem wichtig. Sie ist die erste Hürde auf dem Parcours des Schreibenlernens und kann gar nicht hoch genug eingestuft werden.

Schillernde Farben, Elfen, Totenschädel oder Comicmotive auf den Stiften tragen leider nichts dazu bei, dass Kindern und Erwachsenen das Schreibenlernen leichtfällt oder dass der Stift beim Schreiben gut in der Hand liegt – das können kurze, leichte, runde Stifte und elastische Federn umso besser. Federn müssen federn!

Den optimalen Stift finden Sie, wenn Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Größe der Hand
  • Länge der Finger
  • Länge des Stiftes
  • Form des Stiftes (rund, eventuell sechseckig)
  • Material des Stiftes (Plastik, Holz usw.)
  • Gewicht des Stiftes
  • Beschaffenheit der Füllerfeder (wichtig ist, sie muss elastisch sein – die Feder muss federn) beziehungsweise Beschaffenheit der Bleistiftmine (ab der Stärke 2B, mit gutem Farbabrieb)
  • Farbe und Fließfähigkeit der TinteRichtige Handschmeichlersind kurz und werden die Länge der Hand nicht überragen. Wer nachvollziehen möchte, wie Schreiblerngeräte für Kinder in der Hand liegen und sich anfühlen sollten, kann das selbst und in der eigenen Hand testen. Man braucht nur einen einfachen Kugelschreiber in die Hand zu nehmen und zu überlegen, wie er sich in der Hand anfühlt, ist er groß oder eher klein, ist er dünn oder dick, ist er leicht zu handhaben? Wie liegt er in der Hand und wie lässt er sich zwischen den drei Schreibfingern bewegen? Lässt er sich leicht über das Papier führen?Diese Fragen sind bei der Wahl des richtigen Schreibgeräts vor allem für Kinder elementar. Später können andere Kriterien eine Rolle spielen. Aber für Schreibanfänger, die den Umgang mit Stiften erst noch lernen müssen, bevor sie Buchstaben schreiben, ist es wichtig, dass ihnen die Technik des Schreibens, das Koordinieren von Hand und Stift so leicht wie möglich gemacht wird.

Der Schreibstift-3 Die FaustregelFAUSTREGEL: Die optimale, sehr individuelle Stiftlänge können Sie ermitteln, indem Sie den Stift so in die Hand legen, dass die Stiftspitze mit der Spitze des Zeigefingers abschließt. Die Stiftlänge sollte nicht über die Handfläche (unterhalb des Daumens) nicht hinausragen. Das Schaftende sollte bei richtiger Schreibhaltung gut in der Beuge zwischen Zeigefinger und Daumen aufliegen.

Sie sehen, dass das Größenverhältnis von Erwachsenenhand zu Kugelschreiber (Erwachsenenschreibgerät) leicht auf Kinderhand und -stifte übertragen werden kann. Vergleichen Sie es dann mit den Schulschreibgeräten, werden Sie feststellen, dass da etwas nicht stimmt. Die meisten Kinderstifte sind für Kinderhände viel zu groß.

Kein Wunder also, dass bei Kindern Schreibprobleme zunehmen.

Wie sollen Kinder, deren Hände ja wesentlich kleiner sind als die Hände Erwachsener, mit klobigen Geräten entspannt und fröhlich drauflos schreiben können?

Wenn Kinder keine kleinen, schmalen Schreibgeräten, sondern stattdessen mit klobigen Stifte hantieren müssen, kann man sich doch nicht darüber wundern, dass die Sensomotorik nicht verbessert wird und dass statt lesbarer Schriftzeichen „Krähenfüße“ entstehen. Sperrige, unhandliche Malstifte fördern weder die Feinmotorik für das Zeichnen, noch trainieren sie mäandernd fließende Schreibtechnik.

Der Schreibstift-4 “Luftpumpengröße”

Die optimale Beschaffenheit für Erwachsenenschreibgeräte – ob Bleistift, Kugelschreiber oder Füllfederhalter – ist seit 100 Jahren bekannt und man weiß, dass Schreibgeräte in Hammerstiel- oder Luftpumpengröße unvorteilhaft sind. Für Kinder aber produziert man sie. Wieso?

Kurze Skier, kurze Zahnbürsten, kurzes Besteck, alles ist kindgerecht verkleinert – proportional an Kindergröße angepasste Gebrauchsgegenstände gibt es also zuhauf. Doch Mal-, Zeichen- und Schreibgeräte für Kinderhände werden seit Jahren immer größer und unhandlicher produziert und überschreiten inzwischen sogar den Maßstab (im Verhältnis) für Erwachsene.

So viel zur Länge des Stiftes, nun zu seiner Stärke und zu seiner Steuerbarkeit. Der Stift wird beim Schreiben nämlich übers Papier gesteuert, und nicht (wie beim Kritzeln) nur hin und her bewegt.

Und der Stift selbst wird ja auch nicht bewegt, er ist nicht biegsam, als wäre er aus Gummi, sondern so starr wie Essstäbchen.

Während man den Stift an den Linien entlang durch das Heft steuert, wird er zwischen den Schreibfingern ständig leicht gedreht, und zwar während des gesamten Schreibprozesses, ohne dass man es überhaupt registriert. Sporadisch und für die Augen unbemerkt, drehen Daumen und Zeigefinger den Stift hin und her. Das tun sie, weil das Material des Stiftes (Naturholz, lackiertes Holz oder Plastik) durch den Druck der Finger an den Griffstellen punktuell erwärmt wird und es dort zu erhöhter Schweißbildung kommt, also zu Feuchtigkeit zwischen Stiftoberfläche und Schreibfingern. Aufregung, Herzklopfen oder Angst können die Stiftoberfläche in eine glatte Rutschbahn verwandeln.

Doch auch während des normalen, unaufgeregten Schreibvorgangs gleiten die Finger immer wieder langsam in Richtung Spitze am Stift entlang – sie rutschen nach unten. Schon minimales Drehen des Stiftes sorgt für Abkühlung und bewirkt, dass die drei Schreibfinger kühlere, trockenere Stellen am Stift greifen, die dann wieder ein sicheres Steuern des Stiftes ermöglichen; zudem entspannt die kurze Drehbewegung auch noch etwas die Fingermuskulatur.

Der Schreibstift-5 “Stift mit Blindenschrift”

Das Herunterrutschen der Schreibfinger in Richtung Stiftspitze ist also ein zwangsläufiger Impuls des Gehirns, um die Temperatur des Stiftes mittels Schweißabsonderung über die Haut zu regulieren, was wiederum auch die reflexartige Dreh- oder Rollbewegung verursacht.

Erkenntnis: Rutschen und Drehen gehören zum Mit-dem-Stift-Schreiben wie Fingerfeuchtigkeit auf Klaviertasten. Es ist unabwendbar.

Solchen „natürlichen“ Reflexen entgegenwirken zu wollen, indem Querrillen, Noppen groß wie Blindenschrift, wulstige Ringe und stumpfe Griffzonen an Kinderstiften und Füllfederhaltern angebracht werden, ist ebenso sinnlos und störend „Griffmulden“ und Dreieckstifte.

So viel zum unbewussten und notwendigen „Rollreflex“. Aber es gibt noch einen weiteren, ebenso pragmatischen Grund, den Stift zu drehen: Alle Minen schreiben sich ab und werden breit, durch minimales, kontinuierliches Weiterdrehen, Stück für Stück, wird das Anspitzen bewusst verzögert.

Diese Technik lässt der Füllfederhalter leider nicht zu, weil die Feder spitz und aus Metall ist. Aus diesem Grund wurden an der Spitze kleine Kugeln angebracht. Diese Federverstärkungen schreiben sich je nach Schreibgewohnheit seines Besitzers so stark ein, dass auch hier nur noch ein und dieselbe Hand-Füller-Haltung und keine Drehbewegung mehr möglich ist, insofern schreibt es sich mit Füllerfederhalterfeder weniger schwungvoll als mit Blei- oder Buntstift. Dafür aber haben manche Füller so elastische Federn, dass sie beim Schreiben sogar federn können, was schmale und breite, sogenannte Schwellstriche erzeugt. Diese Art des Schreibens ist neben dem Schreiben mit dem Bleistift die beste. Das Schriftbild ist lebendig, die Muskulatur der Schreibhand wird nicht überanstrengt und die Schreibbewegung wird mit der (Schul-) Zeit immer fließender.

Der Schreibstift-6 “Schreibbewegungsachse”

Zum ersten Kinderstift: Der Schaft muss schmal, kurz, glatt und rund sein. Doch nicht nur das, auch weich. Weich bezieht sich auf den Farbabrieb der Mine. Sie sollte leicht schreibbar sein und unter leichtem Druck der Kinderhand schon eine deutliche Schreibspur erzeugen. Für Bleistifte gilt das ab Stärke 2B – Buntstifte haben diese Einstufung leider nicht, deshalb muss man sie ausprobieren. Filzstifte sind für erste Übungen zu weich und geben beim Buchstabentraining zu schnell die Farbe ab.

Glatte, kurze, runde und weiche Bleistifte lassen sich über das Papier ziehen und schieben, als seien sie wie ein zweiter Zeigefinger an der Hand festgewachsen.

Gesteuert wird der Stift von der Schreibhand mittels Daumen und Zeigefinger, während sein vorderes Drittel auf dem leicht zum Handinneren hin abgeknickten ersten Glied des Mittelfingers liegt. Geführt wird der Stift im vorderen Drittel des Schaftes und geschrieben wird mit der Spitze.

Schreiben ist ein relativ schneller Vorgang, und die Spitze des Stiftes beschreibt weite große und kleine Schwünge in alle Richtungen, besonders aber nach rechts, um das Wort lesbar zu machen. Diese flotte Vorwärtsbewegung der Finger drängt die Hand so energisch nach rechts, dass sie die Stiftspitze blitzschnell anheben, weiterrücken und wieder aufsetzten muss, um überhaupt waagerecht in einer Linie schreiben zu können. Tut die Hand das nicht, entsteht ein wirres Strich-Knäuel-Gekritzel auf dem Papier, das kein Mensch entziffern kann.

Die erwähnten Schreibausschläge nach oben, unten sowie rechts und links bringen uns an einen Punkt, den ich dieSchreibbewegungsachse” nenne.

Es ist jener Berührungspunkt, der sich immer dort befindet, wo Daumen und Zeigefinger den Stift halten und führen, er beeinflusst den Schreibstil so stark, dass man darauf achten muss, dass er im vorderen Drittel des Stiftes liegt. Und weil er äußerst flexibel ist, rutscht er am Stift auf und ab. Oberhalb des vorderen Stiftdrittels darf er aber nicht liegen, weil Schreiben dann so gut wie unmöglich ist.

Jeder Mensch hat seine eigene, seiner individuellen Schreibweise angemessene Schreibbewegungsachsen-Grundhaltung.

Wer seinen Stift richtig in die Hand zu nehmen weiß, kann ihn auch souverän durch das Alphabet steuern.

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Die 5 Basisfaktoren der Handschrift-Ästhetik / Handschrift hat ein Alleinstellungsmerkmal

Zur Unterscheidung von Kalligrafie und “Schönschriften” wurden die fünf Haupteigenschaften der Handschrift (schon vor zwanzig Jahren) von mir eruiert und bestimmt, weil die Schrift der Hand eine eigene Kategorie innerhalb des Schriftenkanons ist, mit einem so deutlichen Alleinstellungsmerkmal, dass die nicht mit anderen Schriften verglichen werden darf. Handschriften sind kein “Alphabet”, denn sie bilden keinen in sich geschlossenen Schriftzeichenkanon wie alle typografischen Schriften. Handschift ist keine Typografie!  Zu diesem Thema gehört auch die Lern-Schreibschrift -  sie ist ebenfalls ein Alphabet mit Alleinstellungsmerkmal, weil sie verändert werden muss und soll.

Ich bezeichne 5 Basisfaktoren der HandschriftÄsthetik auch nur als Handschrift-Ästhetik (oder kurz: die Big Five). Und wenn hier von Ästhetik die Rede ist, dann ist damit nicht das Aussehen (die Schönheit) der Handschrift gemeint, sondern nur die Voraussetzung, due “Zutaten” dafür, das heißt: Weil Handschriften

1. echt, 2. spontan, 3. individuell, 4. emotional und 5. unregelmäßig

sind, ist diese Schrift eine Handschrift, fehlt eine der Eigenschaften (zum Beispiel die Unregelmäßigkeit), dann ist es keine Handschrift. Die Big Five bescheren jeder Handschrift – egal ob attraktiv und schön oder unlesbar und krakelig – das Prädikat der Einzigartigkeit unter allen Schriften.  Die fünf Eigenschaften authentisch, spontan, individuell, emotional und asymmetrisch hat nur die Schrift der Hand. Sie prägen ihren Ausdruck und ihre Form – sie bezeichnen die Gesetzmäßigkeit, also die LOGIK des Schreibens mit der Hand. Sie belegen, dass Schönschrift (Kalligrafie), weil sie künstlich, ausgearbeitet, uniform, konstruiert und symmetrisch ist, als Antipode, also das absolute Gegenteil von Handschrift verstanden werden muss.  Die Big Five hauchen der Handschrift Leben ein: Womit auch geschrieben wird, sie sind immer mit von der Partie. Jede Handschrift, ob von Kindern, mit Bleistift oder „erwachsenen Edelfedern“ geschrieben, mit künstlerischer Energie oder von zittriger Greisenhand, immer ist sie echt, spontan, individuell, emotional und unregelmäßig.  Erläuterung Echt/authentisch ist sie, weil sie der einzigartigen, unverwechselbaren und nur dieser einen, spezifischen „Gehirnfestplatte“ des Schreibenden entspringt, weil nur er auf diese Weise schreiben kann.  Spontan ist sie, weil sie geschrieben wird, ohne an die Buchstaben zu denken, also ohne speziellen Gestaltungswillen. Individuell ist sie, weil keine zwei Schreibweisen identisch sind. Intuitiv/emotional ist sie, weil sie unmittelbar an den unbewussten (emotionalen) Schreibbewegungsablauf gebunden ist. Asymmetrisch ist sie, weil natürliche, emotionale Schreibbewegungen zu exakter Uniformität nicht in der Lage sind.    Die Big Five sind die Quelle der Handschriftvitalität, jener starken Ausdruckskraft, die in der sino-japanischen  Kultur hoch verehrt, im Westen hingegen von Anfang an nicht verstanden wurde. Doch genau die emotionale Vitalität der Handschrift ist es, die sie auf eine Stufe mit jeder anderen Ausdrucksästhetik stellt, wie zum Beispiel mit der des Tanzes (Bewegung), des Schauspiels (Gestik/Mimik) und des Gesangs (Stimme). Diese Position begründet die Ausbildungswürdigkeit der Handschrift. Und weil allen Künsten vergleichbare Ausdruckskriterien immanent sind wie die Big Five, ist die Handschrift natürlich auch kunstfähig. Weder Bildhauerei, Malerei noch Musik beziehen von ihren Schöpfern einen vergleichbar hohen authentischen „Input“, der in fließend geschriebenen Handschriften nahezu selbsttätig und aus einer inneren Quelle zu sprudeln scheint.

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Was ist Schreiben und warum tun wir es?

Wir alle suchen unseren Platz in der Welt. Wir möchten ein Gegenüber spüren.

Wir möchten etwas erschaffen, das uns „verortet“ und uns in Beziehung setzt zu anderen Mensch. Und wir möchten uns auch selbst wahrnehmen.

Das heißt, wir müssen unsere Position, unseren Ausgangspunkt markieren. Dazu brauchen wir ein eigenes, ein selbst gestaltetes Zeichen, ein Signum.

Schon die ersten Kommunikationszeichen waren hauptsächlich als unverwechselbare Eigenspuren der Selbstbestätigung gedacht „Hier bin ich – wo bist du?“

Und was ist da besser geeignet, als die eigene Handschrift?

Die Handschrift ist das beste Lebenszeichen.

Das ist der Anlass, warum wir schreiben, die Motivation.

Und was ist Schreiben? Was spielt sich in uns ab, wenn wir den Stift in die Hand nehmen und schreiben?

Denken, Sprechen und Schreiben sind, weil alles Sprache ist, verwandt.

Schreiben und Handschrift sind so lebendig wie Singen und Sprechen.

Es soll Erwachsene geben, die sagen, irgendwann wird der Computer die Handschrift ersetzen.

Das ist wohl Wunschdenken von Lobbyisten und von Politikern, denen die Umsätze elektronischer Schulungsmaterialien am Herzen liegen. Oder soll dieser Computer-Hype genutzt zu werden, um unseren Kindern (den Wählern von morgen) das Erlernen der Muttersprache zu  erschweren?

  • Werden richtige Rechtschreibung und richtiges Schreiben nicht mehr unterrichtet, um den „mündigen Bürger von morgen“ zu verunsichern? Soll er der eigenen Muttersprache, des Deutschen, nicht mächtig sein? Soll er nur noch lesen können, was ihm digital vorgesetzt wird? Soll der dumm sein?
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Wir sind seit 2001 ein Land ohne Schrift! Das ist Politik?

Es scheint ein geheimes und sorgsam gehütetes Politikum zu sein, dass die deutsche „Ständige Kultusministerkonferenz“ (KMK), die unter anderem auch über die Rahmenpläne der Grundschule bestimmt, im Dezember 2001 gezielt liquidierend in den bis dahin (noch) erfolgreichen Handschrifterwerb eingriff, indem sie die seit fünfhundert Jahren bewährte Schreibschrift aus dem Rahmenplan der Grundschule streichen ließ.

Die Art der Abstimmung über die Abschaffung des Elementarunterrichts im Schreibenlernens im „Schnellverfahren“ und dass dies als einer unter -zig TOP (Tagesordnungspunkten) aufgeführt war, sowie das Datum der Durchführung lassen diesen Gedanken an “absichtlich klammheimlich” wohl zu. Wenn man bedenkt, dass die Eliminierung der einzigen verpflichtenden deutschen Schulschrift darüber hinaus auch noch kurz vor Weihnachten am 10.12.2001 durchgeführt und in die allgemeine Wirrnis kurz nach dem Attentat auf die Twintowers gelegt wurde (vielleicht in der Hoffnung, dass dieser signifikante Zusammenhang später nicht mehr auffällt?)[1], dann ist eine gewisse Skepsis sicherlich angebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Deutschland seitdem faktisch ein Land ohne festgelegte Schulschrift ist.

Ein Zustand, der offiziell nicht bekannt ist und von den Verantwortlichen weder publiziert noch anders bekannt gegeben, sondern argumentativ stets „juristisch korrekt umgangen“ wird.

Dies geschieht jedoch offenkundig ohne Beziehung zur globalen wirtschaftlichen und empirischen Realität und ohne Respekt vor den Ansprüchen und Wünschen der Bürger.

Alles Abschaffungsbestrebungen sind vergebens: Kein Computer wird die Handschrift bzw. das Schreiben mit der Hand jemals „abschaffen“ oder „überflüssig machen“ können. Weil Schreiben Urbedürfnis des Menschen ist, das seine Privatsphäre und seine Intellektualität schützt. Überdies bestätigt die Neurobiologie, was der „gesunde Menschenverstand“ längst weiß:  Zwischen PC und Handschrift schreiben liegen „geistige“ Welten! Am Computer wird nicht fließend geschrieben, sondern mit Fingern auf Tasten getippt, Maschine Geschriebenes erreicht das Langzeitgedächtnis des Lernenden nicht und der Gedankenfluss wird permanent – Buchstabe für Buchstabe – unterbrochen.

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Handschrift – die Nouvell Cuisine des Ausdrucks

Als Wolfram Siebeck vor gut vierzig Jahren im ZEIT-Magazin die ersten kulinarischen Rezepte veröffentlichte, döste die deutsche Küche noch tief unter der Ackerkrume. Mehlschwitzen, Maggi und weichgekochte Nudeln waren hierzulande das Alpha & Omega der Teller und Töpfe, Kohlköpfe die Krönung der Winterküche. Und Pfeffer und Salz standen als Niespulver- und Streugut auf jedem Tischleindeckdich. Hauptsache satt. Und dann kam Siebeck. Er erzählte von fremden, duftendenKräutern, mediterraner Küche  und sinnlicher Esskultur. Der Gipfel: Nouvell Cuisine. Ausdruck höchster Kochkunst. Mit dem Credo, immer wieder Neues zu kreieren.

Und heute? Heute zelebriert man in ganz Deutschland vornehmste Jus und Demi Glace statt schleimiger Mehlschwitzen, man pflegt hochsensibles Brutzeln, leichtes Köcheln und Molekularschaum an allem, dass es nur so eine Art hat. Kulinaria-Hype wohin man blickt. Manchmal etwas übertrieben vielleicht und Tütensuppen nehmen auch immer mehr zu. Aber wer will, kann Kultur, kann Nouvell Cuisine von quadratischen Schieferplättchen aufpicken und überhaupt. Hätte das vor 40 Jahren irgendwer zu prophezeien gewagt? Wohl kaum. Ich glaube, nicht einmal Herr Siebeck sah das kommen. Frau Lehmann schon gar nicht. Und doch ist es passiert: die Deutschen üben sich in Speis und Trank wie erleuchtet. Köstlich, sinnlich, gebildet.

Stellen wir die Uhr wieder kurz zurück. Vor gut vierzig Jahren herrschte kulturelle Aufbruchsstimmung. Der Muff von tausend Jahren wurde nicht nur aus der Küche getragen. Auch an den Universitäten griff der Bildungsfortschritt um sich. Nur – und ich bin versucht zu sagen: „nur ein kleines gallisches Dorf fiel aus der Rolle“ das träfe aber leider nicht zu. Denn das, worum es geht, war zwar klein, aber kein Dorf, es ist die Schule der Zwerge, die Grundschule. Vielleicht weil sie so klein sind und keine Lobby haben, fielen ihre Bedürfnisse lautlos durchs Raster. Für das Lehramtsstudium waren nämlich plötzlich die Universitäten verantwortlich – oder besser: Professoren und Professorinnen. Denn damals wurde die Fakultät Grundschulpädagogik neu gegründet, sie war also neu an den Universitäten. Das heißt, sie entstand aus einem Vakuum heraus, es gab keine Forschung und auch keine Wissenschaft. Logischer Weise auch keine wissenschaftlich-grundschulpädagogisch gebildeten Professoren.

Man fragte bei der Lehrstuhlvergabe deshalb auch nicht nach spezieller wissenschaftlicher Qualifikation oder einschlägiger beruflicher Erfahrung. Grundschuldidaktik konnte quasi jeder der schreiben konnte. War ja Neuland für alle. Selbstverständlich denkt man, dass diese Leute Wissenschaftler ihrer Fakultäten sind und die Bildung der Kinder im Auge haben, dass nicht fachfremde Quereinsteiger hier ihre Unkenntnis verbreiten dürfen, dass nicht Mediziner Mathematik-Didaktik unterrichten oder Juristen sich statt mit Rechtsprechung, mit Rechtschreibung der Erstklässlerbefassen. Aber genau DAS geschah..

Die Professoren mussten sich nur „trauen“, ohne Qualifikation ihre Vorlesungen vor den Studenten so zu halten, dass es keiner merkt. Dass der Prof nur so tut als ob. Alles Weitere würde sich dann schon finden.

Und so entwickelte ein Jurist, der wohl dachte „Rechtschreibung und Rechtsprechung klingt ähnlich, wird schon gehen“, eine Didaktik für den Anfangsunterricht, die der damaligen politischen Landschaft entsprach: mit progressivem Anstrich und sozialistischen Zielen. Er stellte ein Potpourri aus delikaten Zutaten zusammen: ein bisschen Célestin Freinet (einem linksorientierten Pädagogen der 1920er Jahre), ein bisschen von den Maoris und ein bisschen aus mexikanischen Favelas. Diesem Didaktischen-Allerlei setzte er Jürgen Reichens Anlauttabelle als Sahnehäubchen auf.

Auf dieser Rezeptur basiert das Grundschul-Futter, das uns heute noch wie Blei im Magen liegt. Nix Nouvell Cuisine. Es gehörte halt in die Zeit. In die Jahre des 68er Wertewandels. Und der griff um sich. Nachhaltig. Wertewandel wohin man sich wandte. Und in jeder Beziehung. Nach oben und nach unten. So, wie der Wert der Sterneköche in den Himmel schoss, so musste ein seit 500 Jahren hell leuchtender Stern den Absturz in die Unkenntlichkeit hinnehmen: die Schulbildung. Sie erfuhr hier die Wendemarke, die sich aus heutiger Sicht wie ein U-Turn auf der Straßenkarte der Dichter und Denker darstellt. Geh zurück auf Los und gehe ins Gefängnis. Gelehrsamkeit war gestern. Der Wertewandel bewirkte eine „Schulreform“, die den Grundschullehrerinnen und -lehrern das Alphabetisieren abgewöhnen sollte – ja wirklich. Keine Schreibschrift mehr und Orthografie nur nach Gehör.

Auf Herrn Siebecks Ambitionen übertragen heißt das, zurück in die Steinzeit und jagen und sammeln. Die Schreibschrift und das Schreiben gingen flöten.

Vierzig Jahre sind eine lange Zeit. Deutschland plagt sich inzwischen mit 7,5 Millionen erwachsenen Analphabeten herum, plus etwa 3 Millionen Schüler, die ihre eigene Handschrift nicht lesen können. Die Rechtschreibung ist im Keller. Das ist Entwicklungslandstatus. Aber es tut sich nichts in unserem Land. Nichts. Alles geht so weiter. Nouvell Cuisine, aber zehn Millionen Analphabeten.

Dem Schreiben begegnen wir heute, als sei es der Frustfraß der frühen Jahre. Um im Bild zu bleiben: die Mehlschwitzen-Mentalität der Nachkriegszeit bestimmt noch immer die Axiome der Grundschul-Didaktik. Die Achtundsechzigerjahre brachten zwar einen Bildungsschub. Aber leider in dieentgegengesetzte Richtung. Mit klobigem Besteck kritzeln die Erstklässler ein Jahr lang hilflos (im Wortsinn) und unbeholfen Druckbuchstaben aufs Papier und die Lehrerinnen nennen das Schreiben. Und: „Druckschrift ist Schreibschrift, wenn sie mit der Hand geschrieben wird.“ Sagen die Wissenschaftler – und die Erde wird wieder zur Scheibe? Wer die Überflüssigkeit der „flüssigen“ Handschrift herbeiredet, zeigt schon durch seine unqualifizierte Wortwahl, dass er wenig bis nichts vom Schreibenlehren und -lernen versteht. Schreibtodverfechter wissen wahrscheinlich nicht, wovon sie sprechen und auch nicht, dass sie mit ihrer rückwärtsgewandten, bleiernen „Schulreform“ inzwischen einen unüberschaubaren volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet haben und wohl auch weiter anrichten werden. Neuerdings natürlich unter Zuhilfenahme der Argumentation „der Computer ersetzt das Schreiben sowieso“. Eine Behauptung, die von dem eigentlichen Problem ablenkt, davon nämlich, dass nun schon seit 45 Jahren an den Grundschulen ein bildungsmäßiger Hexentanz aufgeführt wird, sobald die Eltern wach werden und erkennen, dass nicht die Kinder im Zentrum der Schule stehen, ihre Weiterbildung und die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, dass nicht die Wissenschaft die Grundlagen für die Ausbildung der Kinder schafft, sondern die Schulbuchverlage und die Geldbörsen der Eltern und Großeltern.

Ich vermute, dass die Wissenschaft sich gar nicht darum bemühen soll. Sonst hätte sie es sicher längst getan. Und die fließend geschriebene Gedankenfluss-Bewegung, das Essentielle, das Eigentliche des Schreibens, um deretwillen die lateinische Schreibschrift extra „erfunden“ wurde? Wo ist sie? Sie wurde in den Tod geschickt. Ausgelagert aus der Grundschule und durch Schlechtreden zum Sterben freigegeben. Doch Schreiben ist Leben und deshalb sehr stark. Das stirbt nicht – nur weil es nicht in die politische Landschaft passt. Das zeigt sich mit aller Kraft, sobald die Eltern aus der „die Schule macht das schon“-Denkstruktur erwachen, dann kommt es zwischen ihnen und manchen Schulleiterinnen gelegentlich zum Krach. Es kann vorkommen, dass die Wellen so hoch schlagen, dass die Kommunikation bürgerkriegsähnliche Dynamik entwickelt. Da werden dann schon mal richtige Schlachten geschlagen. Und das alles wegen der Schreibschrift, die die Kinder lernen sollen – aber nicht dürfen? Und wegen der schlechten Handschriften? Ja. Eltern sind sehr wach, wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht. Mangelnde Schreibkompetenz kann das Abitur kosten, von Problemen bei Bewerbungen und vom Studium ganz zu schweigen.Was die Grundschullehrer  nicht in die Kinder „einpflanzen“ wird in späteren Jahren fehlen. Wem in den ersten vier Jahren das Grundwissen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht vermittelt wird, der schleppt sein ganzes Leben einen Mangel, einen Minderwert mit sich herum, den er nie wieder loswird. Schulleiter sind nicht immer nur nett, sie können auch anders. Wenn es um Methode und Position geht. Oder ums Prinzip. Medienkompetenz. Ist ein Schulleiter am Kind orientiert oder am Prinzip, wenn er vorschlägt, dass Kinder gleich an dieTastatur gehören. Und der Stift komplett gestrichen wird? Denkt er an die berufliche Zukunft der Kinder oder ist es nur ein willkommener Ausweg, um das Eingeständnis der fehlenden Lehrbefähigung zu umgehen? Kinder, die nicht richtig essen und trinken gelernt haben werden es im Leben nicht weit bringen. Kinder ohne Lese-Schreib- und Rechtschreibkenntnisse auch nicht. Selbst dann nicht, wenn sie es mittels Rechtschreibsoftware und Adlersuchsystem zu kaschieren versuchen. Tastaturstatt Handschrift lernen ist für Grundschüler als würde man sie in die Zeiten zurückbeamen, als die Schrift noch in Stein und Wachsplatten geritzt wurde. Buchstabe für Buchstabe. Was wissen die Didaktiker darüber, dass die Bemühungen, so schnell schreiben zu können wie die Gedankenwörter fließen, so alt sind wie die Wachs-Tafel-Ritzerei der Römer? Was wissen sie überhaupt vom Einzelbuchstaben tippen? Wissen sie wie langsam das ist, im Vergleich mit der Schreibschrift? Viele Studenten tippen im Zweifingersuchsystem in den Laptop, statt mit der Hand zu schreiben, was viel schneller ist, weil sie eine Handschrift haben, die keiner lesen kann. Auch sie selbst nicht Und außerdem: die Universität Marseille fand schon vor zehn Jahren heraus, dass mechanisches „Tippen“ auf Einzelbuchstaben vom Gehirn ganz anders umgesetzt wird, als mit der Hand Geschriebenes das sich das Gehirn viel besser merkt, als „Getipptes“, was bedeutend schlechter oben ankommt. Studierende haben also gar keine echte Wahl, sie müssen zum PC greifen, nicht, weil es schneller geht oder besser fürs Gehirn ist, sondern weil sie nicht mit der Hand schreiben können. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, Schnellschreiber und Gutschreibende. Aber die sind nicht die Regel. Und was ist mit der Intimität der eigenen Handschrift? Mit dem sich darin wiederfinden? Kein Apparat der Welt kann dieses Gefühl ersetzen. Dass es für viele negativ ausfällt liegt ganz einfach daran, dass das Schreiben in Deutschland noch gar nicht angekommen ist.

Vor vierzig Jahren, als der Schreibunterricht aus den Lehrplänen gestrichen wurde, war vom Digitalisieren und Medienkompetenz aber noch gar nicht die Rede. Und nichts und niemand war in Sicht, der ihn und das Geschwisterpaar Alphabet und Orthografie hätte retten können. Kein Küchenguru, der für Kinder mit Buchstaben Suppen kocht und keine Handschrift-Päbstin, die aus dem Denken in grafischem Fließformat das entstehen lassen können, was in fernen Ländern – wo Bambus und Wasabi wachsen – schon seit Jahrtausenden Usus ist: eine Handschriftkultur auf stratosphärehohem Niveau. Sinnliches Schreibvergnügen, das die Menschen, die es beherrschen, glücklich macht und stolz. Die Handschrift der Menschen transportiert neben der Konnotation (dem Sinn des Wortes) auch die emotionale Bewegung, den Impuls, der den eigentlichen Ausdruck erzeugt. Dieses intime Schreiben ist kein Tippen und kein Texten. Dieses Schreiben, das den einzigen greifbaren menschlichen Ausdruck impliziert, kann nicht kollektiv sterben und kulturell verenden. Es geht nicht. Weil der Ausdruck im Menschen selbst lebt, und nicht nur im Geschriebenen. Kann etwa der Augenausdruck sterben? Naht der Tod des Ausdruckstanzes? Sind Gestik und Mimik tot, wenn man schläft? Vielleicht verschlägt es uns die Sprache und das Lachen versteckt sich im Hals, sobald von irgendwoher der Schrei erklingt „der Gesang stirbt!“. Doch glauben wird es deshalb wohl niemand. Menschen können nicht leben, ohne Ausdruck hervorzurufen. Jeder Ausdruck ist eine Botschaft. Wir brauchen den Ausdruck auch als Eindruck um miteinander leben zu können. In Deutschland, so scheint es, hat sich dieser Zusammenhang – zumindest in Sachen Handschrift – wohl noch nicht überall herumgesprochen. Hier ist man vielfach noch der Ansicht, dass die Handschrift, die den einzigen nichtflüchtigen Ausdruck der Menschen transportiert, der authentisch, spontan, individuell, emotional und in amorphen Formen daherkommt, sterbensfähig und tötbar ist.

Die Handschrift stirbt nicht. Auch nicht aus. Sie kann es nicht. Weder als Druckschrift, noch als Kanji, als Schreibschrift nicht und auch nicht als griechische, kyrillische oder arabische Schriftzeichen.

Selbst wenn es gelingt, einem Volk die Muttersprache zu nehmen, die Art zu schreiben ist angeboren und davon unabhängig, sie wird beibehalten bis zum Tod. Wie sich die Liebe nicht verbieten lässt, weil sie ein Impuls ist, bricht sich auch die Ausdrucksimpulsivität der Handschrift immer und immer wieder Bahn. Wie der zarteste Grashalm durch den Asphalt hindurch wächst, so erhält sich auch die Art zu Schreiben und der Wunsch dies zu tun. Die Schrift der Hand ist die Nouvell Cuisine unter allen Ausdrucksformen. Immer wieder neu und…

Und jetzt kommt Siebeck. Na ja, nicht wirklich. Aber so ähnlich. Jemand, der das Schreiben liebt wie ein Pianist seine Tasten und die Handschriften versteht wie kein anderer. Für den die Ausdruckskraft des Schreibens das Feuer unter dem Kessel ist. Federn als Fackeln? Mindestens. Ich bin da. Schon lange und ich beobachte euch. Schon lange. Ich bin kein Koch, ich schreibe auch nicht mit Messer und Gabel. Ich trage die Leidenschaft der neuen Handschriftkultur in die Herzen der Eltern, damit sie ihren Kindern sagen können, was Schreiben wirklich ist: Denken und Fühlen in grafischem Fließformat – oder auch: Deine Lebensspur.

© Susanne Dorendorff

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Unterschreiben Sie! Gedanken zur Unterschrift.

Kein Führerschein, keine Hochzeit, kein Friedensvertrag. Ob im Scheinwerferlicht vor aller Welt oder im stillen Kämmerlein, Unterschriften schreiben seit jeher Geschichte. Was mit Daumenabdruck und drei Kreuzen begann, hat das goldene Buch der Zeit längst besiegelt. Die Schrift unter Verträgen und auf Autogrammkarten ist das entscheidende Merkmal unserer Zivilisation. Sie sind das Gelbe im Ei des Kolumbus.

Die USA gehörten immer noch zu England, gäbe es nicht das Signum der Eroberer und hätten diese nicht das Alphabet beherrscht.

Aber auch Verlierer dürfen unterschreiben.

Wir denken in Kategorien. Wir sind von Namen umgeben, dass es nur so wimmelt. Ohne sie sind wir hilflos. Wir brauchen sie für die Schubladen unserer kategorischen Denkfließbänder. Jede Tätigkeit, alles Tun und Denken, jedes Lebewesen, jede Pflanze, jeder Gegenstand hat einen Namen.

Aber nur der Mensch kann ihn schreiben!

Und zwar so, dass keiner dem anderen gleicht. Selbst wenn es die gleichen sind. Jeder Mensch schreibt mit seinem Namen seine individuelle Geschichte.

Der Name ist die reduzierte Reduktion einer Person!

Manche hau’n sie nur so hin. Manche gefallen sich im Schreiben (so wie ich) und ziehen für einen kurzen Moment Aufmerksamkeit und Zeit schreibend in ihren Bann. Spüren Sie dem Vorgang nach, wie die Tinte just in diesem Augenblick das Leben festschreibt. Dann verstehen Sie mich. Ist die Tinte getrocknet, wird das Buch geschlossen und weggestellt. Doch das Leben, dieser eine Augenblick im Leben dieser Menschen, kann als Signum individueller, unwiederbringlicher Existenz Jahrhunderte überdauern. Wollen Sie als kringelige Schlangenlinie, mit der Charakteristika eines Sägeblatts zickzackig und unlesbar in die Annalen eingehen oder lieber raumgreifend und souverän? Die Unterschrift ist das Surrogat gebildeter Menschen. Wer denkt daran, wenn die Unterschrift dran ist? Wer denkt daran, wenn der Führerschein plötzlich unterschriftsreif ist? Wenn der eigenhändige Name auf der Cashcard stehen muss…

Aber ist das wirklich plötzlich? Ist es nicht. Wir denken unlogisch.

Die Unterschrift nimmt nämlich Gestalt an, sobald der erste Stift zwischen Kinderfinger wandert, Hänschenklein zu kritzeln beginnt und die Lust am Schreiben erwacht. Es ist von je her die Hauptaufgabe der Grundschulen, Kindern vom ersten Schultag an die Gewissheit einzupflanzen, dass Schreiben können aus ihnen starke Persönlichkeiten macht. Erst wer richtig und fließend schreiben kann, ist „staatstragend“ im Sinne eines mündigen Bürgers.

Aber ach, das Schreiben-L e h r e n wurde1969 im Zuge der „68er Kulturrevolution“ aus dem Deutschlehrplan gestrichen. 75% der Männer haben Probleme mit ihrer Handschrift. Kann es sein, dass Wirtschaft und Politik solche Ziele verfolgen?

„Dafür stehe ich mit meinem Namen!“ Wer kennt diese Satz nicht? Er hielt sogar Einzug in die Werbung und bedeutet so viel wie „das unterschreibe ich“. Genau genommen ist die Vertrauen erweckende Äußerung für etwas „mit seinem Namen“ zu stehen, eine typisch euphemistische Werbe-Worthülse. Denn jeder Mensch „steht“ mit seinen Namen für das, was er tut. Was geschieht, wenn das Produkt nicht hält, was der „gute Name“ verspricht – verliert man dann seinen Namen? Das Gesicht vielleicht, aber nicht denNamen.

Jeder Mensch ist seine eigene Unterschrift. Wer seinen Namen verliert, verliert sich selbst. Schreiben Sie ihn so intensiv, dass alles drin ist im Namen und Ihnen nichts mehr einfällt. Schreiben Sie ihn hundert Mal. Tausend Mal.Nehmen Sie einen Füller mit breiter Feder.

Schreiben Sie für alle sichtbar. Schreiben Sie langsam, großzügig und markant. Schreiben Sie, bis Ihr Name in Ihren Fingerspitzen angekommen ist und er sich „wie von selbst“ schreibt. Denken Sie: „Achtung – hier komme ich!“ Fangen Sie klein an und werden Sie immer größer. Schreiben Sie raumgreifend und grandios, lassen Sie Handschrift fließen und fangen Sie fliehende Buchstaben wieder ein. Gern helfen wir Ihnen dabei. Unterschriften ihre authentische Gestalt zu geben, ist ein Abenteuer besonderer Art. Und achten Sie dabei immer auf Ihren Herzschlag! Je besser sie sich fühlen, desto authentischer wird Ihr Signum. Erzählen Sie Ihre Geschichte.

Fangen Sie jetzt an!

Und damit es gelingt, gehört zur abschließenden Optimierung Ihrer Handschrift eine persönliche Einzelberatung

Wir sind für Sie da.

Mehr dazu finden Sie hier: http://www.dorendorff.eu/

 

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“Alle sind schuldig oder machen sich schuldig!” ein Aufruf (von Susanne Dorendorff)

Wenn ich schreibe, alle sind schuldig oder machen sich schuldig, hätte ich es mit den Worten einschränken können: „Der davon weiß, was in der Grundschule los ist“. Ich gehe aber davon aus, dass es jeder, der hier mitliest informiert ist. Wer sich beleidigt und/oder diskriminiert  fühlt, sollte sich darüber Gedanken machen, ob er  nicht gerade DESHALB Betroffener ist, weil er mit den Grundschul-Zuständen nicht in Zusammenhang gebracht werden will. Es ist mir absolut unverständlich, wie diejenigen, die sich einerseits über die Trickserei der Schulpolitik entsetzt zeigen, andererseits diejenige (mich) ausgrenzen, die sich seit zehn Jahren erfolgreich – auch durch Lehrerfortbildungen und kostenlose Eltern-Beratung für die Interessen der Schüler einsetzt. Offenkundig bin ich bundesweit die einzige mit einschlägig-professionellem Hintergrund, die der Grundschulpolitik „Paroli“ bieten kann und dies auch tut. Oder ist hier noch jemand, der das Gleiche (Vergleichbares) tut? Ich zeichne mich keineswegs durch „Besserwisserei“ und Lehrer-Bashing aus. Im Gegenteil. Es erfordert ein hohes Maß an Energie und Einfühlungsvermögen, bei verzweifelte Eltern Verständnis FÜR die verantwortlichen Lehrerinnen entstehen lassen, deren Kinder jahrelang wegen „schlechter Handschrift“ (inkl. daraus resultierender schlechter Rechtschreibfähigkeit) diskriminiert, gemobbt, zum Arzt und Ergotherapeuten geschickt und krank geredet, mit Retalin und sinnlosen Therapien „versorgt“ werden, obwohl der Grund dieser Leiden nichts anderes ist, als dass die Lehrerinnen nicht vermitteln können, wie und warum der Stift richtig zu halten und wie und warum Buchstaben und -verbindungen geschrieben werden. Das einzig, was Eltern überzeugen kann ist, dass ich um Verständnis dafür bitte, dass Lehramtstudierenden die richtige Alphabetiserungs-Ausbildung konzeptionell VERSAGT wird – dass Grundschullehrer/innen Opfer und Werkzeug der Politik sind. Neu ist das nicht: Manipulation der Kinder ist seit Jahrhunderten ein probates Mittel der „Herrschenden“. Leistungs- und bildungsabsenkende Kuschelpädagogik und die seit fast 50 Jahren! proklamierte „Selbstorganisation der Kinder“ (was selbst Erwachsene oft überfordert) haben das Lehrer-Kind- und das Lehrer-Eltern-Verhältnis langst gefährlich untergraben und zu Verunsicherung und Missverständnissen geführt…“Teile und herrsche“ fällt mir dazu ein – wo Streit herrscht verbündet sich niemand gegen die Verursacher. WIE HIER GANZ DEUTLICH ZU ERKENNEN IST. ICH WEDE ANGEGRIFFEN WEIL ICH MISSSTÄNDE AUFDECKE: Die Verunsicherung bei Eltern und Lehrern (viele Lehrer sind auch Eltern!) ist viel größer als vermutet.

Hilfesuchende Eltern bitte ich immer zuerst, sie mögen die Schuld nicht bei „wem auch immer“ suchen, sondern sich allein auf die Aufgabe konzentrieren, dem Kind das Schreiben und die Rechtschreibung beizubringen, „Die Lehrer haben schon Problem genug!“ – dann sind sie friedlich. Beide Seiten. Und die „kranken“ Kinder lernen (durchschnittlich innerhalb von 4 Wochen) ganz schnell und erleichtert schreiben, verbessern sich in jedem Fach und alle sind froh darüber. Das ist meine Kraftquelle. Und es gelingt mir immer häufiger, geschädigte Schüler dem „kuscheligen“ Grundschul-System zu entziehen.

Seit Jahren immer wieder von vielen Lehrerinnen und Lehrer gebeten, mich den ELTERN zuzuwenden, um Veränderung herbeizuführen, weil Lehrer es nicht DÜRFEN. Ich kenne die Zwangslage der Pädagogen sehr genau, weil ich mit vielen von ihnen befreundet bin. Und es ist genau DIES, was mich motiviert, als „Ungebundene“ mit dem Status „Freie Künstlerin“, diesen meinen Freunden und den Schülern zu helfen, aus dieser menschenunwürdigen Lage heraus zu kommen. Als erstes gab ich ihnen eine professionell entwickelte Didaktik an die Hand, die vielfach genutzt wird. Leider nur „heimlich“, weil die Schulleitungen dem politischen Diktat folgen müssen. Nicht alle. Aber viele. Viele, sehr viele Lehrerinnen unterrichten gegen ihr Gewissen, weil sie die Anordnungen „von oben“ durchschauen. Kein/e Beamter/in riskiert seinen/ihren Status.

Sie sehen, ich stehe ganz und gar auf der Seite der Lehrerinnen und Lehrer – logisch, denn SIE sind die Basis der Bildung! Wo sonst; als bei ihnen kann ich ansetzen! Ich trage keine Eulen (mehr) nach Athen und bitte Politiker oder fordere von ihnen, die Schulzustände (die sie selbst herbeiführten) zu ändern.

Wenn ich  ALLE schuldig spreche, nehme ich mich ja nicht aus, ich bin  Beteiligte. Aber ich nehme die Verantwortung wahr und handle. Meinem Gewissen und meine Können entsprechend. Wer sich beleidigt fühlt, weil ich das „Kind beim Namen nenne“, zeigt damit, dass er die Zustände kennt und damit nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Darum geht’s. Politiker wissen, dass viel Menschen einknicken, wenn sie direkt angesprochen werden. Sie rechnen damit. Wer aber, weil ich das Kind beim Namen nenne, mich als arrogant, beleidigend und besserwisserisch bezeichnet, mich beschimpft und mich am liebsten zum Schweigen bringen würde, der erinnert mich an jene Irrationalen, die Überbringer schlechter Nachrichten köpfen. Wenn Sie mich „töten“, lebt das Desaster weiter und wird sich weiter (zu Ihrem eigenen Schaden!) potenzieren.

Ich werde weiter gegen die Zerstörung unserer Schüler-Persönlichkeiten eintreten. Denn DARUM geht es. nicht um eine bestimmte Schrift, das Schreiben und die Rechtschreibung – das wir uns nur zum diskutieren vorgeworfen wie Knochen zum Abnagen damit wir beschäftigt sind und nicht erkennen, dass den Kindern die (Mutter-)Sprache und mit ihr das Fundament der Identität genommen wird. DAS geschieht seit 1969 gezielt und konsequent. Fragen Sie mich nicht WARUM? Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Gestatten sie mir abschließen die Frage: Warum behindern Sie mich? Warum stehen Sie denen, die für das Recht der Kinder auf Bildung und für die Achtung der MenschenKinderWürde eintreten, nicht bei?

Warum stehen Sie nicht auf der Seite der Kinder, der Lehrer, der Bildung, der Wirtschaft und auf der Seite des Grundgesetzes? Dorthin gehören Sie und dorthin gehört jeder.

Ich mag Ihnen und anderen mit meinem Engagement unangenehm sein – tut mir leid. Aber „Ich stehe hier und kann nicht anders!“

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Wahrnehmung – das Geheimnis vitaler Handschrift

Handschrift ist mehrsprachig. Nicht allein wegen ihrer „Weltläufigkeit“ und weil sie praktisch in jeder Sprache zu Hause ist, ist die Schrift der Hand die einzige Schrift, die innerhalb des Wortes eine zusätzliche Sprache hat. Diesezusätzliche Sprache liegt nicht wie ein Palimpsest, wie eine zweite Schrift unter den Buchstaben, nein, sie ist mit ihnen durch und durch verwoben. Die zweite Sprache ist keine lesbare Schrift, sondern eine Dimension - eine Gefühlssprache, eine Sprache, die nur intuitiv wahrgenommen und verstanden werden kann.

Diese zusätzliche Dimension kommt durch die Vitalität des Menschen in die Schrift. Es ist die Quelle des Lebens, die hier sprudelt, jene Energie aus der heraus geliebt, gehasst, gefühlt und verstanden wird. Es ist derselbe Motor, der Stimmen singen und erbeben lässt, der Augen zum Strahlen bringt oder mit Tränen füllt. Es ist jener neuronale Vorgang im Körper, der auch dafür sorgt, dass Lebewesen sich ohne Worte verstehen können. In der Handschrift entdeckte ich sie, als ich unter dem Einfluss einer seelischen Erschütterung schrieb und sah, dass meine Hand sich plötzlich ganz anders verhielt als sonst: Sie schrieb nicht wie ich wollte, sondern wie SIE wollte, und ich ließ ihr (wohl auch weil ich gar keine Wahl hatte) freien Lauf.

Ich sah meiner eigenen Handschrift zu, wie sie aus der Feder floss und wunderte mich. Nie zuvor hatte ich Schreiben so intensiv beobachtet. Und als sei vor meinen Augen ein Licht angegangen, wurde mir plötzlich klar, dass meine Hand „fremdbewegt“ wurde, so, als würde sie nicht von mir über das Papiergeführt, sondern von einer Kraft, die viel stärker war als ich. Mit jeder Schreibbewegung erkannte ich deutlicher: Die unsichtbare, also die innere Bewegung des Schreibenden führt die sichtbare, die äußere Bewegung erst herbei. Die sichtbare Bewegung, also die Form des Buchstabens, wird nicht von mir bestimmt, sondern von jener Kraft, die meine Hand wie an langen Fäden hängend, ferngesteuert.

Ich gebe zu, dass mir das anfangs etwas unheimlich war. Ich fühlte mich so ausgeliefert. Aber dann dämmerte mir, dass es mir nicht allein so ging. Dieser Kraft, dachte ich, ist jeder Schreibende ausgeliefert, niemand ist in der Lage, sich dieser subtilen, uneingeschränkten Einflussnahme entgegen zu stemmen, keiner kann sich ihr entziehen, keiner kann anders schreiben, als seine innere Bewegung es zulässt, denn sie ist immer schon vor der äußeren Sie ist sogar schon da, bevor man anfängt darüber nachzudenken, was man schreiben möchte.

Wer oder was ist diese Macht, die mit einer Energie ausgestattet ist, deren gewaltige Kraft ich mir nicht vorstellen kann? Es sind die unbewussten Emotionen. Man kann auch sagen, neuronale Reaktionen sind die wahren Herrscher über Hand und Schrift: SIE schreiben vor, wie geschrieben wird. Das bedeutet, Handschrift ist die einzige Schrift, die ihre Arbeit, das WAS (geschrieben wurde) durch das WIE (unlesbar) sinnlos machen kann. Handschrift kann sich selbst erledigen.

Das aber bedeutet auch: Handschrift entsteht willenlos. So merkwürdig es klingen mag: Handschrift schreiben ist ein irrationaler Prozess. „Da sollte man sich dann wohl mit seinen Emotionen möglichst gutstellen“, dachte ich „und niemals mehr sollen meine Gefühle beim Schreiben unter Druck gesetzt werden“. Andererseits ist der emotionale Aspekt aber auch wieder kein Grund an seiner Schreibweise zu verzweifeln, denn die Emotionen schwanken ja pausenlos und können sich ändern. Nur eben nicht auf Knopfdruck. Und auch Handschriften ändern sich nicht auf Knopfdruck oder weil man es sich wünscht. Wünschen läßt sie kalt. Der einzige Punkt, an dem die Handschrift beeinflussbar ist, ist das eigene Gefühl, das Gefühl, das man seiner Handschrift entgegenbringt. Menschen, denen dieser Gedanke fremd ist, sollten sich daran erinnern, dass jeder Mensch seiner Handschrift Gefühle entgegenbringt. Zumeist sind es leider negative Gefühle. Ich stelle aber in meinen Coachings immer wieder fest, dass „schlechte“ Schrift sich schon bessert, sobald sie thematisiert wird. Wer sich in seiner Handschrift gedanklich widmet, findet auch etwas, das sie sympathisch macht.

Jeder Mensch hat die Fähigkeit, Gefühle zu wecken, bei anderen und – und das ist hier besonders gefragt – auch bei sich selbst. Früher glaubte man, wer seinen Gefühlen folgt, der hat den Verstand abgegeben. Heute weiß dieWissenschaft, dass die Intuition viel weiser und präziser reagiert als der Verstand. Intuition und Emotion sind Schwestern und kommen aus der „Tiefe“ des Unbewußten, dorther, wo auch blitzschnelle, lebenserhaltende Reaktionen „gezündet“ werden. Gefühle sind intuitiv und spontan. Genau wie Handschrift. Die auch aus der „Tiefe“ des Unbewußten gesteuert wird.

Die „Tiefe“ des Unbewußten fühlt sich aber nur so „aus der Tiefe kommend „an, in Wirklichkeit sitzt sie ganz oben, sie sitzt im Kopf, dort, wo in bestimmtenHirnregionen dafür sorgt wird, daß wir ein möglichst harmonisches Leben führenmöchten. Und natürlich beeinflussen sie auch das Verhältnis, das man zu seiner Handschrift hat. Und zur Schreibkultur allgemein. Ich habe seit einigen Jahren ein anderes Verhältnis zur westlichen Schreibkultur als früher. Das liegt zum größten Teil daran, dass ich mich professionell mit Handschrift befasse und auch daran, dass ich meine eigene abolut liebe. Das war nicht immer so. Doch seit es so ist, habe ich viele Menschen darin unterrichtet, Schreiben als etwas zu erkennen, das ihnen hilft, sich selbst besser zu verstehen, und sich und andere in ihrer Einzigartigkeit zu akzeptieren. Schreiben wäre an Schulen ein wirkungsvolles Toleranz-Training, das als solches eingeführt werden sollte. Aber zurück zur Vitalität. Handschrift wird also von Gedanke, Gefühlen und im Wesentlichen von unbewussten Emotionen „geschrieben“.

Wer seine Handschrift ändern will, muß also genau an diesem Punkt eingreifen, an dem Punkt, an dem die unbewußten Emotionen wirksam werden. Bei der Wahrnehmung.

Wahrnehmung ist über die Sinne, über das, was man sieht, hört, fühlt undriecht und schmeckt veränderbar. Dabei sollen so viele Sinne wie möglichangesprochen werden. Wenn das Geheimnis vitaler Handschrift die Wahrnehmung, also die Einstellung zur eigenen Handschrift ist, dann ist diese Einstellung auch am einfachsten über das Schreiben veränderbar. Ob Wahrnehmung oder Einstellung, wer seine Schreibbewegungen beachtet, achtet sie auch bald und bringt ihr genau jene Wertschätzung entgegen, die auch Sänger ihrer Stimme entgegenbringen.

Wer singt – egal ob Oper oder Trallalla – fühlt seine Stimme im ganzen Körper, er ist die  Stimme, sie füllt ihn aus. Mit dem Schreiben kann das genauso sein. Es ist diese positive, konzentrierte Zugewandtheit, das ganz-beim-Schreiben-sein, das Ihre Handschrift verbessert. Wer sich schreibend wahrnimmt, wer sieht, wie die Schrift ihn bewegt, erkennt sich darin wieder, und löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende (oder Anfang, je nach dem wie man es betrachtet), eine ausdrucksstarke Handschrift

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Sollten Linkshänder in Klasse 1 die Schreibrichtungen der Buchstaben genau so einhalten wie auch die Rechtshänder?

Sehr geehrte Frau Dorendorff,

mit Freude habe ich viele Ihrer Videos bei YouTube angesehen zumeist schon vor mehreren Jahren. Zwei Videos habe ich seit langem auf meiner Webseite verlinkt:

http://skolnet.de/richtige-stifthaltung/

Ich habe eine Frage zum Schreibenlernen von Linkshändern. Wir sind uns hier im Kollegium nicht einig darüber. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mit Ihrer Erfahrung weiterhelfen könnten.

Sollten Linkshänder in Klasse 1 die Schreibrichtungen der Buchstaben genau so einhalten wie auch die Rechtshänder? Wie gehen Sie damit um?

Lieber Herr Soundso,

danke, dass Sie meine Erkenntnisse weitertragen. Ich hoffe, es hat helfen können, Probleme beim Schreibenlernen zu beheben. Es freut mich auch, dass Sie sich mit Ihrer Frage an mich wenden.

Aber darf ich, bevor ich auf Ihre Frage eingehe, Sie zunächst um eine Änderung Ihres Textes bitten: Ich bin KEINE KALLIGRAFIN – lesen Sie hierzu bitte einen Auszug aus meiner Website: http://www.europhi.de/de/was-ist-schreiben/ Dann werden Sie vielleicht erkennen, dass genau DAS Gegenstand und Ursache Ihrer Frage ist: Schreibschrift und Druckschrift sind ebensolche Antipoden (Gegenläufer, Gegensätze) wie Handschrift und Kalligrafie: Die eine (Handschrift) transportiert die Authentizität des Menschen, die andere (Schönschrift bzw. Kalligrafie) ist Dekoration. Der allgemein nicht bekannte Unterschied zwischen Handschrift (Schreibenlernen) und Schönschreiben („sollen die Kinder so schreiben wie auf der Vorlage?“) verursacht seit 500 Jahren und immer noch Problem bei Lehrern, Kindern und Eltern. Und nun zu Ihrer Frage: „Sollten Linkshänder in Klasse 1 die Schreibrichtungen der Buchstaben genau so einhalten wie auch die Rechtshänder?“

Grundsätzlich gilt: Der Duktus (Form/Richtung/Neigung) der Buchstabenvorlagen aller Schulschriften ist nicht verbindlich, sondern lediglich ein “Ausgangswert” (daher der Begriff Ausgangsschrift – der sich unabdingbar auf alle Schulschriften bezieht – auch auf die Druckschrift, die seit 2011 “Grundschrift” genannt und von den Kindern – sich selbst überlassend – zur Schreibschrift umgemodelt werden soll [was nicht funktioniert]).

Begründung: Jedes Kind entwickelt vom ersten Tag an, an dem es einen Stift in die Hand nimmt, nicht später! und nicht erst in der vierten Klasse oder noch später, seinen ihm eigenen Schreibduktus – der als persönliche Handschrift (so, wie die eigene Stimme) genetisch angelegt ist. Handschriften in eine bestimmte Richtung zu zwingen ist also auf jeden Fall falsch, egal ob Rechts- oder Linkshänder. Rechtshänder schreiben nicht “automatisch” rechtsgeneigt und Linkshänder schreiben nicht automatisch linksgeneigt. Manche Menschen schreiben senkrecht, manche links- manche rechtsgeneigt, manche „mal so mal so“.

Die Gepflogenheit, von Kindern die Übernahme der Rechtsneigung der Buchstabenvorlagen zu verlangen, ist eine tradierte, nachhaltig eingedrillte Verhaltensweise, die ebenso alt wie unüberlegt ist. Und das kam so:

Die ersten Schreiblehrer der Klosterschüler! vor 500 Jahren waren Mönche. Damals kam gerade Guttenbergs Buchdruck auf und Luther konnte seine protestantischen Druckschrift-Bibelübersetzungen verbreiten. Mönche waren damals perfekte Kalligrafen, weil sie die Bibeltexte per Hand „edierten“, es waren also routinierte Schönschreiber. Diese Perfektionisten entwickelten für ihre Schüler aus dem lateinischen Druckschrift-Alphabet eine Schrift mit verbundenen Buchstaben die es den Kindern ermöglicht, ihre Gedanken schneller als mit Druckschrift zu schreiben. Die Verbindungen zwischen den Buchstaben macht das Schreiben wesentlich schneller als statische Einzelbuchstabendarstellung. Das bedeutet, die Idee des Verbindens ist die logische Folge in Anlehnung an den Gedankenfluss (wie denken fließend [nicht „flüssig“].

aufschreiben können t,  lateinischen Schulschreibschrift zwar ein grafisch ansprechendes Alphabet, dessen Buchstaben   verbunden werden können,. Aber sie übergingen offenkundig von Anfang an die eigentliche Aufgabe der neuen Schrift, also den expliziten dualen Bewegungs- und Lern-Zweck dem eine Schulschreibschrift zu dienen hat, der sich wie folgt beschreiben lässt:      Die Schulschreibschrift ist eine Bewegungsschrift. Sie ist die einzige Schrift, die zum Verändern durch Kinderhände erdacht wurde. Deshalb muss sie zwangsläufig und in erster Linie über außerordentlich bewegungsfreundliche Eigenschaften verfügen. Und  genau DAS übersahen die Mönche, weil sie an Schönschrift-Alphabete dachten. Die werden aber weder spontan noch authentisch und fließend geschrieben, sondern „schön ausgeformt“. Kalligrafen sind nun einmal auf Schönschreiben fixiert und  nicht auf emotionales Bewegungsschreiben. Das aber ist die Basis der Handschrift, jeder Handschrift, in jeder Kultur, ob arabisch, chinesisch, griechisch oder – wie inzwischen in allen Weltsprachen -: lateinisch.

Die Schreibtechnik einer Schulschreibschrift muss also von grafomotorisch ungeübten Kindern! – darunter auch Linkshänder! – leicht erlernbar sein. Denn sie lernen nicht eine „Schrift“, sondern viel mehr, sie müssen verstehen, wie ihre Finger den Stift richtig halten und ihn exakt übers Papier führen, und zwar so, dass das Abgebildete den neu zu erlernenden Schriftzeichen entspricht und dass sie orthografisch richtig aneinandergereiht werden, um ein lesbares Wort zu ergeben.

Den Mönchen war dieser Zusammenhang, der uns heute eine neurobiologisch exorbitante Herausforderung offenbart, damals leider nicht bewusst.

Das ist die Erklärung, warum Linkshändern und Schlechtschreibern mit dem Lineal auf die Finger geschlagen wurde: Sie sollten schön schreiben, exakt und vorlagengetreu. Ein absolut widersinniges Verlangen

Linkshänder entwickeln ihre Handschrift genau wie Rechtshänder. Dass es zum sogenannten “Linkshänderduktus” kommt, der die Buchstaben nach “vorn” (links) fallen lässt, liegt zumeist an der falschen Stiftführung durch falsche Handhaltung: Das Kind schreibt von oben (Hakenhaltung), weil es erstens nicht sieht was es schreibt wenn der Stift zu kurz gehalten wird und zweitens vermeiden will, dass die Tinte verwischt.

Lehrer*innen sollten immer und sofort auf die richtige Handhaltung achten. Kleiner Tipp: Schauen Sie sich Videos bei Youtube an, die zeigen, wie Arabisch geschrieben wird. Sie werden sehen, dass dort die Rechtshänder „spiegelverkehrt“ zum (deutschen/lateinischen) Linkshänder schreibt (mit rechts nach links) Schauen Sie sich an, wie die den Stift halten – dann können Sie es an Linkshänder weitergeben…Und nun zur Richtung des Schreibduktus’: (Fortsetzung folgt)

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Er dürfte der meist gehasste Mensch deutscher Schulpolitik sein.

Der, der die Schreibschrift erfand, der dürfte heute der meist gehasste Mensch deutscher Schulpolitik sein. Damals vor fünfhundert Jahren, als er sie “erfand” für die Jungs in den Lateinschulen der katholischen Klöster. Wer es war weiß man nicht.

Vielleicht wäre es nie passiert, hätte Gensfleisch-Gutemberg nicht zur selben Zeit die „Druckschrift“ erfunden. Unter Druckschrift sind technisch hergestellte Buchstaben zu verstehen, die einzeln auf Plättchen montiert, zu Wörtern zusammengesetzt auf Papier gedruckt werden – eine Revolution im Vervielfältigen von Texten, das bis dahin das Handwerk der Kalligrafen inne hatten.

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50 Antworten bevor man schreibt…

  1. wo ist mein Stift
  2. welche Farbe hat der Stift
  3. Welcht Farbe hat die Tinte/Mine
  4. Welche Federbreite/Minenstärke
  5. weich oder hart
  6. welches Heft/Papier nehme ich
  7. was schreib ich
  8. ist es eine Mitschrift (oder Protokoll, am Flipchart eine Notiz, ein Gedächtnisprotokoll,  eine Telefonnotiz, eine Telefonnummer (Name nicht vergessen), ein Name, ein Termin
  9. wo befinde ich mich
  10. stehe ich unter Druck
  11. fühle ich mich wohl
  12. gefällt mir der Anlass oder tue ich es widerwillig
  13. schreibe ich für mich oder für einen oder mehrere Andere
  14. Mag ich den oder die – oder nicht
  15. Gefällt mir der Stift oder halt ich mich an ihm fest
  16. ist die Unterlage (auf der das Papier liegt) weich oder fest
  17. Liegt sie gerade oder schräg auf dem Tisch?
  18. Rutscht die Unterlage beim Schreiben oder kann ich sie festhalten
  19. welche Rolle spielt die andere Hand
  20. liegt sie nur so da oder hat sie eine Aufgabe
  21. liegt sie als Faust auf dem Papier oder mit gespreizten Fingern als flache Hand
  22. ist das Papier großflächig oder nur ein Zetel
  23. ist es weiß oder farbig
  24. sind Linien oder Kästchen drauf oder nicht (blanco)
  25. ist das Papier hochwertig oder billig
  26. nimmt es die Tinte gut auf oder ist es zu glatt
  27. gleitet die Feder leicht übers Papier
  28. kratzt die Feder
  29. gleitet sie so sanft wie Flüglöeschlage eines Schmetterlings
  30. ist die Feder breit oder schmal
  31. hat die Feder eine Kugel an der Spitze oder nicht
  32. ist die Feder schräg angeschliffen oder ist sie spitz
  33. ist die Bleistiftspitze spitz oder abgeschrieben (schräg)
  34. wie liegt der Stift in der Hand
  35. Parallel zum Zeigefinger oder wird ´er vom Daumen eingeklemmt
  36. liegt er auf dem Mittelfinger (vorne) auf
  37. knickt der Zeigefinger spitz nach oben
  38. liegt der Daumen quer über dem Stift
  39. wird der Stift im Zangengriff/Dreipunktgriff geführt
  40. wir er “amerikanisch” gehalten
  41. Kratzt die Feder unter dem starken Druck oder federt sie leicht
  42. wie oft wird der Stift zwischen den Fingern gewegt
  43. rolle ich den Stift leicht hin und her
  44. wie lang ist der Stift
  45. ist er leicht oder schwer
  46. ist er rund oder eckig (sechseckig, dreieckig, oval)
  47. mit Griffmulde oder ohne
  48. Daumendick oder steichholzdünn
  49. schaut mir jemand zu
  50. und was schreibe ich jetzt mal?
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Forderungskatalog zur Wiedereinführung der Alphabetisierung an unseren Grundschulen

1. Wir fordern Grundschulpädagogen mit einer Ausbildung zur Alphabetisierung, d. h. mit einer Lehrbefähigung zum Lesen, Schreiben und
Rechtschreibung. Zurzeit haben sie diese nicht und können sie auch nicht erwerben, weil „Das Beibringen von Buchstaben“ vor 40 Jahren nicht in die Lehrerausbildung mit aufgenommen wurde (siehe unten) – entgegen der Erfahrung, dass „grundschulisches Alphabetisieren“ sich seit 500 Jahren erfolgreich bewährte.Ergebnis:
Wir haben heute 7,5 Mio. erwerbstätige und 3 Mio. schulpflichtige Semi-
Analphabeten, viele Millionen grafomotorisch geschädigte Kinder, LRS, ADS/ADHS – deren Ursprung in der Grundschule zu suchen ist.
Deshalb: Lehrerausbildung ohne didaktisch-methodische Alphabetisierungs- und Schreibschriftkenntnisse darf es nicht mehr geben.
2. Wir fordern die Wiedereinführung des Recht-/Schreibunterrichts
(Schreibschrifterwerb mit gültigen Rechtschreibregeln) an allen Grundschulklassen. Schreibschrift schreiben ist eine intellektuelle Technik, die den Kindern nicht vorenthalten werden darf.
Schnelles, klares Schreibschrift schreiben ist die Königsklasse angewandter Pädagogik.
3. Wir fordern Lehrstühle zur Alphabetisierung in der Grundschule (didaktisch-methodische Unterweisung in der bewährten lateinischen Schreibschrift-
und Rechtschreibung) Denn Schreiben ist die Basis jeder Bildung.
Denken ist die pädagogische Grundlage der Schulen. Ohne Gedankenfluss ist Bildung nicht möglich. Fließende Gedanken müssen fixiert werden – dafür gibt es die Schreibschrift, deren Fließbewegung dem Gedankenfluss folgt.
4. Wir fordern die Annullierung der Grundschul-Autonomie und die Wiedereingliederung der Grundschule in die Gemeinschaft aller allgemeinbildenden Schulen. Die Grundschule darf keine Didaktik mehr vermitteln, die die Begabungs-Entfaltung der Kinder in den weiterführenden Schulen konterkariert.
5. Wir fordern das Verbot der “Vereinfachte Ausgangsschrift” (VA), weil die
Schreibtechnik nicht den Maßgaben einer Schulschreibschrift erfüllt.
6. Wir fordern, dass die lateinische Schreibschrift wieder erste und einzige
Schulschreibschrift ist, wie sie es 500 Jahre lang erfolgreich war.
7. Wir fordern Ausbildung für Lehrer/innen im Umgang mit Linkshändern.
 8. Wir fordern, dass die „Grundschrift“-Kampagne eingestellt und die
„Grundschrift“ aus dem Schulschriftenkanon genommen wird
9. Wir fordern, dass die Druckschrift die Leseschrift bleibt und nicht als
„Schreibschrift“ eingesetzt wird.
10. Wir fordern, dass Handschrift-Erwerb- und Orthographie-Erstunterricht
zusammengelegt werden und gemeinsames Lehrbefähigungs-Prüfungsfach
ist.
11. Wir fordern die sofortige Entfernung der Anlauttabelle, der „Schreib wie du
sprichst“ und der „Lesen durch Schreiben“-Methoden aus dem Grundschulunterricht.
12. Wir fordern, dass Vor- und Grundschullehrerinnen verpflichtet werden, alle
Vor- und Grundschul-Eltern ausführlich über die Schreibmethodik der lateinischen Schreibschrift zu informieren
13. Wir fordern, dass Grundschullehrerinnen die grafomotorische Stiftführung
und Verhaltensergonomie beherrschen und dass Migrantenkindern (resp. deren Müttern) gegebenenfalls beides in ihrer Muttersprache nahegebracht wird.
14. Wir fordern zum Handschrift verbessern den Einsatz des bewährten Handschrift-Coachings nach der Dorendorff-Methode (Schreibschrift – hören, sehen, bewegen)
15. Wir fordern psychologische Lehrer-Schulungen im Umgang mit Schreibangst
16. Wir fordern Lehrgänge für Lehrer/innen über die künstlerischen Eigenschaften der Handschriften und die Anwendung im Kunstunterricht
– interkulturelle, interdisziplinäre Bildung – nach sino-japanischem Vorbild (Per
sönlichkeitsbildung)
17. Wir fordern Lehrgänge für Ergotherapeuten, Kinderärzte und Kinderpsychologen über Handschrift-Erwerb und dessen physisch-psychische Bedeutung.
18. Wir fordern die Eingliederung der Vor- und Grundschul-Grundlagen-
Forschung in die Wissenschaft, als interdisziplinäre, praxisorientierte
Forschung zur Rechtschreib- und Handschrift-Didaktik und –Methodik
19. Wir fordern den konsequenten Ausschluss der Freinet- bzw. Reichen-Ideologien an nicht entsprechend gekennzeichneten allgemeinbildenden Grundschulen
Wir wollen, dass die Kinder wied
er richtig Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.
2014

 

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Schreiben ist Fühlen – ist eine Gedankenmetamorphose – keine Esoterik

Wir veranstaltunen auch Seminare zur Sensibilisierung der emotionalen Intelligenz.

Neben dem Denken im Schreiben, der Königsklasse der Pädagogik, spielt das Fühlen eine große Rolle. Gibt es das Fühlen. Das Fühlen ist die Vorstufe des Denkens. Nur wer fühlt, denkt. Bevor man denken kann fühlt man schon.

Ohne Fühlen kein Denken, ohne Denken kein Ahnen, ohne Ahnen keine Forschung, ohne Forschung kein Fortschritt. Ohne Fühlen keine Philosophie, die Mutter aller Wissenschaften.

Philosophieren heißt, nach dem Warum zu fragen, auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem Sinn zu sein. Der Weg, die Bewegung ist das Entscheidende.

Ohne Fühlen keine Kunst, keine Musik, keinen Dichtung, keinen Tanz, keine Malerei. Kein Begriff wie Musik und keine Sprache.

Ohne Fühlen, kein Fortschritt. Das Fühlen ist nicht zu verwechseln mit dem Gefühl. Das Fühlen ist namenloses Spüren, ist Handlung ohne gedacht oder nachgedacht zu haben. Fühlen führt zum Gefühlt, ist also die Handlung, die zu dem führt, was wir „Gefühl“ nennen.

Spürnase ist Ahnen, Intuition. Innere Stimme.

Ich fühle etwas und finde dafür das passende Wort, den richtigen „Ausdruck“. Finde ich den passenden Ausdruck nicht, beginne ich das Gefühl wortreich zu umschreiben, zu beschreiben. Mit Worten, mit Gesten…ohne Worte…lautmalerisch…

Auch die Musik ist ohne Gefühl nicht möglich…

Der Musiker lässt das Wort außerhalb von sich, er bleibt ganz in dem, was er fühlt. In der Musik ist das ganz deutlich. Pastorale…Moldau…Heavy-Metall…

Instrumente erzeugen Klänge, die in eine vom Komponisten bestimmte Ordnung gebracht wird. Intuition. Authentizität.

Der Begriff Handschrift findet hier seine Anwendung als „typisches Beispiel“ von Eigenartigkeit.

Dass sie selbst auch ein authentisches Ausdrucksmittel, eine Kompositionstechnik ist, darauf ist man bisher nur im japanischen Sho-do gekommen. In D’ld ist man davon noch ganz weit entfernt. Dabei liegt es auf den Hand. Buchstäblich.

Es sind die Buchstaben, die abstrakte Symbole für Klänge sind, die, in die richtige Reihenfolge gebracht, ein sinnhaftes Wort ergeben. Wir sehen die die Buchstaben, hören ihren Klang aber die Empfindungen sind weg.

BAUM steht da als B a u m für jeden Baum, von Ahorn bis Zypresse. Aber auch für andere Bäume, für den Stammbaum und die Tanne. Wo ist das leichte Wiegen der Zweige, das Rauschen des Windes in den Blättern? Wo ist bei dem Wort Vogel die Meise, die Lerche, wie die Krähe oder die Eule zu spüren? Nirgends. Sie finden nicht statt. Und wo ist in dem Wort Meise das Zwitschern, bei der Lerche das Lied, bei der Krähe das Krächzen und bei der Eule das Heulen?

Nirgends. Es kommt nicht vor. Auch im Namen selber nicht. Obwohl: die Namen der Vögel sind schon nah dran am Klang. Wie das Heulen der Eule und das Krächzen der Krähe zeigen.

Aber die Krähen sind mit dem Krächzen allein ja nicht sinnlich beschrieben. Die Eulen heulen ja nicht wirklich. Und Wölfe heulen auch. Zwischen beiden ist ein großer Unterschied. So groß, dass es sich nur mit vielen Wörtern beschreiben lässt…

Wie abgrundtief der Ansatzpunkt liegt. wie tief die Missbrauchswunden sind die die Uni-Professoren und Lehrerinnen dem Schreiben schlugen. Abgrundtief ist gar kein Ausdruck. Vernichtend. Ich muss ganz von vorn anfangen, dort, wo der Buchstabe erklärt werden muss. Sein fehlender emotionaler Zugang.

Die Abstraktion, Reduktion eines emotionalen Wortes auf die rationale Ebene ist so. als bestünde Musik nur aus aufgeschriebenen Notenzeichen ohne Klang durch die Stimme, Instrumente.

Durch die die zusätzliche Dimension der Empfindung ..

Ein BAUM/FLUSS wird umgewandelt in Klänge…

Der Buchstabe funktioniert wie eine Schere. Er schneidet die sinnliche Empfindung ab, um sie – eine neue Form bildend – als eine „beschriebene“ anders wieder auferstehen zu lassen.

Der Mensch will nichts Neues.

Was ihn interessiert, muss einen wirtschaftlich, gesellschaftlichen, gesundheitlichen Vorteil bringen. Am Wichtigsten ist das Image (gesellschaftlicher Vorteil).

Dass ich heute den Deutsch-Didaktik-Professoren sagen muss, dass Schreiben die Königsklasse ihrer Disziplin, der Päd. ist, ist beschämend – …

Gleichzeitig aber sind sie so borniert, das sie das Schreiben nicht wieder zulassen wollen.

Sie sind nicht selbst drauf gekommen, sie lehnen die Erkenntnis auch ab, weil sie nicht von einer Wissenschaftlerin, sondern von eine Künstlerin kommt. Und das ist unter ihrer Würde.

Die Wissenschaft hat auch die Dichtung und Malerei nicht „erfunden“ – sie befasst sich damit, weil es sie gibt. Hier war das Huhn vor dem Ei da.

Das Problem der Philgraphie® ist, dass sie auf der Ausdrucksfähigkeit der Schreibbewegung basiert, die aber von Wissenschaftlern nicht erkannt und nur als „das mit den Buchstaben“ verstanden wird, das schon vor 40 Jahren aus dem Bildungskanon der Schulen gestrichen und nie wieder eingeführt wurde.

Ich kann also lange darüber sprechen, dass Schreiben in D’ld keine Kultur hat und erst recht keine Kunst. Wer bei 14% Semi-Analphabeten mit den Schultern zuckt, dem bedeutet Schreiben nichts. Freude am Schreiben kennt er nicht und kann er sich auch nicht vorstellen.

Weil er selbst davon unberührt ist. Was ich nicht kenne, gibt es nicht.

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Die AbGrundschrift, die Druckschrift und das Schreibenlernen

Die Druckschrift wurde 2010 von einem privaten Verein, der großen Einfluss auf die Rahmenbedingungen in der Grundschule nimmt, in “Grundschrift” umbenannt um – wie sie sagen “die Assoziation zur Druckschrift zu unterbinden”. In meiner Wahrnehmung ist das Betrug am Kind.

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Handwriting is booming!

Why? For what reasons? Personal handwriting guarantees the private sphere – as opposed to what a computer provides. The international script that has proved itself for many generations to be a reliable tool for thought and speech, is extending its global-reaching success even further due to digitalisation.
It is not merely the handwritten literacy of children, but also the computer that are making this unique international communication technology indispensable. Handwriting works quickly, individually and also in a way that secures data privacy to the greatest possible extent.

Word has long since got around on a ʺhigh levelʺ and elsewhere that whoever masters the fast handwriting technique is part of a communication network that discreetly and confidentially combines global connections.
Handwriting is booming. Why? For what reasons? Personal handwriting guarantees the private sphere – as opposed to what a computer provides. The international script that has proved itself for many generations to be a reliable tool for thought and speech, is extending its global-reaching success even further due to digitalisation. It is not merely the handwritten literacy of children, but also the computer that are making this unique international communication technology indispensable. Handwriting works quickly, individually and also in a way that secures data privacy to the greatest possible extent. Word has long since got around on a ʺhigh levelʺ and elsewhere that whoever masters the fast handwriting technique is part of a communication network that discreetly and confidentially combines global connections.

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Handschrift boomt.

Warum – wieso – weswegen? Die persönliche Handschrift garantiert Privatsphäre – der Computer das Gegenteil. Die internationale Schreibschrift, die sich seit vielen Generationen als zuverlässiges Denk- und Sprachwerkzeug bewährt, baut infolge der Digitalisierung ihren weltumspannenden Erfolg immer weiter aus.

Nicht allein die handschriftliche Alphabetisierung der Kinder, auch  der Computer macht diese einzigartige internationale Kommunikationstechnik unverzichtbar. Handschrift funktioniert schnell, individuell und weitestgehend datengeschützt.

Auf „gehobener Ebene“ und anderswo hat sich längst herumgesprochen: Wer die schnelle Schreibschrifttechnik beherrscht, ist Teil eines Verständigungsnetzwerks, das unauffällig und vertraulich weltweite Verbindungen knüpft.

Digitalisierung und Globalisierung indizieren die Handschrifttechnik als absolutes MUSS für jeden zivilisierten Menschen.

Die Lehrmethode Hand in Hand schreiben-lernen, der Handschrift-Designerin Susanne Dorendorff unterstützt diese internationale Entwicklung.

Sie erzielt seit vielen Jahren große Erfolge – unter anderem auch an Schulen und im Unterschrift-Coaching für Führungskräfte

Das Dorendorff-Schreib-Lern-System ist:

  • international und Fremdsprachen tauglich
  • professionell aufgebaut, hochanspruchsvoll und nachgewiesenermaßen einzigartig in seiner fachlichen Ausbildungsreife
  • leicht verständlich
  • eine zuverlässige Lehrmethode für den Deutschunterricht und alle „Welt- Sprachen“-  auch für Pinyin-Chinesisch
  • besonders geeignet für Menschen ohne europäische Sprachkenntnisse
  • für Links- und Rechtshänder
  • perfekt für Kinder (unter Anleitung Erwachsener)
  • auch geeignet für Selbstlerner
  • die schnellste weltsprachliche Buchstaben-verbindende Schreibtechnik
  • nahezu überall – auch digital – zu schreiben
  • umweltfreundlich und sicher

Handschrift-schreiben soll stets parallel zur Lesefähigkeit (inkl. Rechtschreibung) erlernt bzw. gelehrt werden

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Wir haben die Lösung für Jungs und Männer!

Dass die Jungen unter dem fehlenden bzw. irreführenden Recht-Schreibunterricht besonders zu leiden haben, ist kein Geheimnis. Jungs sind keine braven Mädchen (sic). Sie lernen auch anders. Erkenntnis: Wird ihnen die Schreibtechnik richtig erklärt, kann jeder Junge sich (auch später noch) eine gute Handschrift aneignen.

Die Schreiblern-Methode “Handschriftformel” wurde  explizit für männliche Menschen entwickelt und die jungsspezifischen Eigenschaften als essentielle „Motivationsstrategie“ integriert.

Die angeblich so unbequemen Eigenschaften der Jungen – 1. Antworten einfordern (Wieso schreibt man?) 2. Logik überprüfen (Warum ist das so?) 3. Ehrgeiz (Bester sein wollen) – bilden die Grundlage der Dorendorff-Didaktik. Handschrift und Alphabetisieren gehen eine Allianz ein, die männlichen Wesenheiten Rechnung trägt.

Dieses eigenschaftsbasierte Verständnis, das der Disposition vieler Jungen entgegenkommt, schenkt den Jungen Sicherheit und Selbstbewusstsein im Lernen und befreit sie von Schönschreibzwängen und Demütigungen. Logisch und leicht erschließen sie sich ihre eigene Handschrift nach eigenem Gusto.

Nach kurzer Zeit schreiben sie automatisiert (das heißt, sie denken nicht mehr über die Darstellung der Buchstaben nach), ihre schulischen Leistungen verbessern sich und sie werden allgemein ruhiger. Seit 2007 findet die Dorendorff-Didaktik Anwendung und ist für alle Weltsprachen anwendebar.

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Schüler fragen – wir antworten:

Du fragst: “Warum kann ich nicht schreiben?”

Unsere Antwort: Du kannst schreiben. Dir wurde die Technik des Schreibens nur nie richtig erklärt. In der Schule musstest du dir wahrscheinlich-  wie alle Kinder – zuerst die Leseschrift (die auch Druckschrift genannt wird) selbst beibringen und dann musstest du allein eine „Schrift“ einüben, die keine richtige Schreibschrift ist, entweder die VA (Vereinfachte Ausgangschrift) oder die SAS (die Schulausgangsschrift, die Druck-Großbuchstaben hat). Schreiben hast du also nie richtig lernen können. Das heißt, deine Handschrift wartet noch auf dich.

Du fragst: “Wie funktionieren Buchstaben?”

Unsere Antwort: Wir denken in Begriffen, die aus Lauten zusammengesetzt sind. Das nennen wir Sprechen und Sprache. Laute sind Sprachzeichen, die „Buchstabe“ heißen. Buchstabenlaute werden beim Sprechen zu einen Begriff, einem Wort-„Bild“ zusammengezogen, wie zum Beispiel das Wort „ich“. Ich wird nicht „ih-zeh-ha“ gesprochen, sondern „ij“ – und das Wort wird geschrieben, wie man es denkt: in einem Zug …nicht abgehackt i-ce-ha. Und weil du mit der Hand so schnell schreiben willst wie du denkst, muss es zwischen den Lauten eine Brücke geben, über die der Lautklang in den anderen hinein gleiten kann. Du schreibst „ich“ so, wie du „ich“ denkst, als drei ineinanderfließende Laute.

Du fragst: “Warum schreiben wir überhaupt?”

Unsere Antwort: Weil wir unsere – also: jeder seine – Gedanken festhalten möchten, um neue Gedanken folgen zu lassen…um uns zu erinnern…darum schreiben wir sie auf. Du schreibst also für dich selbst. Darum musst du deine Handschrift lesen können.

Du fragst: “Warum muss man Buchstaben verbinden?”

Unsere Antwort: Damit die Wörter so fließen, wie die Gedanken fließen und wir den Gedanken so schnell wie möglich neue folgen lassen können. Die Verbindung zwischen den Buchstaben macht das Schreiben schnell. Schreiben ist Denken in einer  ununterbrochene Linie. Auch dort, wo die Zeichen auf dem Papier nicht verbunden sind, fließt der Gedanke in der Bewegung des Stiftes, in der Handbewegung weiter, so dass die Linie „unsichtbar“ weitergeschrieben wird. Die Verbindung ist der Zündschlüssel für Schnellschreiber.

Du fragst: “Warum muss man auf einer Linie entlang schreiben?”

Unsere Antwort: Auf einer geraden Straße fährt es sich leichter als auf einer kurvigen Berg- und Talbahn. Ebene Strecken – also grade Linien – sind die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten – also auch von links nach rechts – so, wie wir schreiben. Aufpassen musst du bei b, o, r, v, w und x (die oben verbunden werden). Die Orientierung bleibt aber immer auf und an der Grundlinie entlang.

Du fragst: “Warum muss ich mit einem Füller schreiben?”

Unsere Antwort: Musst du nicht. Mit Füller schreiben ist ein deutsches Phänomen. Tintenroller – ohne Griffmulden! – sind für Jungs genauso gut. Wenn dir nicht richtig gezeigt wird, wie man mit einem Federhalter umgeht und wenn dich die Griffmulden stören, kann es problematisch werden, weil die Füllerfeder beim Schreiben in einem bestimmten Winkel gehalten werden muss, sonst kratzt sie oder der Tintenfluss reißt ab. Das führt zu Schmiererei. Weg damit.

 

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Jungs lernen anders als Mädchen!

Sie stellen Fragen, die sie beantwortet haben möchten. Bleibt man ihnen die Antworten schuldig, verlieren sie die Lust am Lernen. Alle – auch Erwchsene – lernen durch Erkenntnisse. Alphabetisieren ist da keine Ausnahme. Wer das nicht befolgt und Schüler im Unterricht sich selbst überlässt, führt die ihm anvertrauten Kinder in die Irre. Was leider all zu oft geschieht.

  • Warum kann ich nicht schreiben?
  • Antwort: Du kannst schreiben. Dir wurde die Technik des Schreibens nur nie nicht erklärt. In der Schule musstest du dir wahrscheinlich zuerst die Leseschrift (die auch Druckschrift genannt wird) selbst beibringen und dann musstest du allein eine „Schrift“ einüben, die keine Schreibschrift ist. Schreiben hast du also nie gelernt. Deine Handschrift wartet noch auf dich.
  • Wie funktionieren Buchstaben?
  • Antwort: Wir denken in Begriffen, die aus Lauten zusammengesetzt sind. Das nennen wir Sprechen und Sprache. Laute sind Sprachzeichen, die „Buchstabe“ heißen. Buchstabenlaute werden beim Sprechen zu einen Begriff, einem Wort-„Bild“ zusammengezogen, wie zum Beispiel das Wort „ich“. Ich wird nicht „ih-zeh-ha“ gesprochen, sondern „ij“ – und das Wort wird geschrieben, wie man es denkt: in einem Zug …nicht abgehackt i-ce-ha. Und weil du mit der Hand so schnell schreiben willst wie du denkst, muss es zwischen den Lauten eine Brücke geben, über die der Lautklang in den anderen hinein gleiten kann. Du schreibst „ich“ so, wie du „ich“ denkst, als drei ineinanderfließende Laute.
  • Warum schreiben wir überhaupt?
  • Antwort: Weil wir unsere Gedanken festhalten möchten, um neue Gedanken folgen zu lassen…um uns zu erinnern…
  • Warum muss man die Buchstaben verbinden?
  • Antwort: Damit die Wörter so fließen, wie die Gedanken fließen und wir den Gedanken so schnell wie möglich neue folgen lassen können. Die Verbindung zwischen den Buchstaben macht das Schreiben schnell. Schreiben ist Denken in einer  ununterbrochene Linie. Auch dort, wo die Zeichen auf dem Papier nicht verbunden sind, fließt der Gedanke in der Bewegung des Stiftes weiter, so dass die Linie „unsichtbar“ weitergeschrieben wird. Die Verbindung ist der Zündschlüssel für Schnellschreiber.
  • Warum muss man auf einer Linie entlang schreiben?
  • Antwort: Auf einer geraden Straße fährt es sich leichter als auf einer kurvigen Berg- und Talbahn. Ebene Strecken sind die effizientesten (schnellsten) – darum musst du bei b, o, r, v, w und x (die oben verbunden werden) aufpassen. Die Orientierung bleibt aber immer bei der Grundlinie.
  • Warum muss ich mit einem Füller schreiben?
  • Antwort: Musst du nicht. Mit Füller schreiben ist ein deutsches Phänomen. Tintenroller – ohne Griffmulden! – sind für Jungs genauso gut.
  • Dass die Jungen unter dem fehlenden Schreib-Rechtschreibunterricht besonders zu leiden haben, ist kein Geheimnis. Jungs sind keine Mädchen (sic). Sie lernen anders. Wird ihnen die Schreibtechnik richtig erklärt, kann jeder Junge sich (auch später noch) eine gute Handschrift aneignen.

Wir haben Antworten und geben sie denen, die fragen, gern. Fragt weiter!

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Handschrift vs.Druck/Grundschrift

Schreib dein Glück bis es fließt...

Die Handschrift ist der emotionale Transporteur der Gedanken. Die Fließbewegungen der Handschrift und der Fluss der Gedanken gehen in einem unbewussten Prozess ineinander über (fließende Gedanken brauchen fließende Handbewegungen). Das heißt, nur die Fließbewegung der Schreibschrift ist dem Fluss der Gedanken angepasst, Druckschrift hingegen unterbricht bzw. durchtrennt den Gedankenfluss, weil die Druckbuchstaben zum größten Teil aus senkrechten Strichen bestehen. Um als Erwachsener über eine gut lesbare und schnelle Handschrift zu verfügen, ist es zwingend erforderlich, dass in der Grundschule als erste Schulschrift die Lateinische Ausgangsschrift unterrichtet wird und keine Druckschrift und keine SAS bzw. VA.

Schreiben ist das Gegenteil von “Drucken” und das Gegenteil von Kalligrafie. Nur die Schreibschrift wird wirklich “im Fluss” (fließend) geschrieben. Es sollte auch erwähnt werden, dass Schreiben in China und Japan, wo eine gute Handschrift bekanntlich Teil der Persönlichkeitsbildung ist, denselben neuronalen Impulsen gehorcht, wie das Schreiben bei uns. Das heißt alle Menschen können gute Handschriften entwickeln, wenn sie das Schreiben in der Schule richtig erlernt. Richtigem Schreiben liegt die fließende Schreibbewegung zugrunde. Die Fließbewegung entsteht, weil “fortlaufend” geschrieben wird, was die sogenannte “Laufschrift” erzeugt, die wiederum charakteristisch für eine gute persönliche Handschrift ist. Denken und Aufschreiben bilden ein Perpetuum mobile. Druckschrift kann, weil sie der Laufbewegung buchstäblich anhaltend entgegen wirkt, nicht “laufend” geschrieben werden. Schreibschrift und Druckschrift sind also ebensolche Antipoden (Gegenläufer, Gegensätze) wie Handschrift und Kalligrafie: Die eine transportiert die Authentizität des Menschen, die andere ist Dekoration.

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Was alle “Schlechtschreiber” wissen müssen:

  1. Jeder Mensch kann gut schreiben. Jeder!
  2. Es ist nicht seine Schuld, dass er schlecht schreibt
  3. ihm wurde die Technik des Schreibens und die Schrift nicht erklärt
  4. er musste sich alles allein erarbeiten
  5. er hat keine logischen Auskünfte zu den Buchstabenformen bekommen
  6. er hat seine richtige Handschrift noch gar nicht entdeckt
  7. die eigene Handschrift findet er in der Schreibtechnik, die er bei uns lernt
  8. das ist die lateinische LERN-Schreibschrift, die Schrift der Gelehrten, die dem Gedankenfluss folgt
  9. die Schreibschrift ist die “Anleitung” einer BewegungsTECHNIK
  10. Buchstaben-verbinden benutzt er, um möglichst so schnell schreiben zu können, wie er denkt
  11. Deshalb wird diese Schrift “Fließschrift” genannt
  12. Sie fließt – sie ist nicht f-l-ü-s-s-i-g (wie es im Grundschulrahmenplan steht)
  13. Diese Schrift soll verändert werden – im Gegensatz zu allenn andere Schriften
  14. Denn es ist eine LERNschrift, deren  Sinn   und Zweck  das Verändern hin zu persönlichen Handschriften ist
  15.  Das Verbindungsfähigkeit der Buchstaben wird ermöglicht durch ergonomisch gestaltete Buchstabenformen
  16.  Das Ziel des Schreibenlernens ist Rechtschreibung (Nomen es Omen – es geht um die rechte (richtige) Schreibung zwecks Lesbarkeit
  17. Es geht grundsätzlich nicht um Schönschreiben!
  18.  Jedes Kind soll seine eigene Handschrift entdecken und zeitgleich eine Schreibtechnik entwickeln, die ihm leicht fällt und „buchstäblich richtig“, (also orthografisch korrekt) aus der Hand fließt
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Am Schreibenlernen sind alle wichtigen Hirnareale beteiligt.

Vom Stammhirn und dem Limbischen System, über das Zwischen-, Klein- und Großhirn bis hin zur Großhirnrinde nehmen alle Einfluss auf das Design der Kinderhandschrift. Es wundert deshalb auch nicht, dass der Schreibunterricht unmittelbaren Zugang zur Psyche (dem Unbewussten) der Kinder hat. Aus diesem Grund ist richtiges, kompetentes Schreiben lehren ein zuverlässiger Weg, das Selbstbewusstsein der Kinder nachhaltig zu festigen. Aber umgekehrt ist Schreiben lehren auch einer der subtilsten und gefährlichsten Wege, Schüler zu manipulieren, zu verletzen und zu traumatisieren.  Wenn allein schon das Design des Geschriebenen spezifische Impulse an das Limbischen System sendet und gute oder schlechte Gefühle entstehen lässt, welche wiederum Signale aussenden, die emotional (nicht rational!) steuerbar sind. Wie machtlos ist die Ausformung der Handschrift erst gegenüber der Empfindung eines sinnstiftenden Wortes! Hier wird deutlich: Kinder schreiben wie sie sich fühlen. Und nicht, wie man es von ihnen verlangt!

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Wo bleibt im Signum das adlige “von”?

Die ererbten drei kleinen Buchstaben v o n sind manchem Namensträger eine grafische Last. Man möchte nicht angeben, kann sie aber auch nicht verschwinden lassen. Adel verpflichtet. Das von abkürzen wie “Dr.” oder”Prof.”, also wie einen akademischen Grad, wäre dann das „v.“ (Vaupunkt). Das gefällt nicht jedem. Deshalb schlage ich vor, die Buchstaben so in den Namen zu integrieren, dass beides auf einer gedachten Linie geschrieben „wie aus einem Guss“ wirkt.

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Seltsamerweise werden die Augen beim Schreiben immer übersehen.

Ich meine, alle schauen auf die Hände, keiner auf die Augen. Dabei spielt die Hand beim Schreiben nur eine kleine Nebenrolle. Sie hat keine Befehlsgewalt, sie kann sich weder motivieren, noch kann sie selbsttätig eingreifen. Hände sind die Marionetten des Gehirns. Sie bekommen ihren Bewegungsauftrag erst nachdem die Augen die entsprechenden Anregungen gegeben haben. Schreibenlernen ist auch keine Fingergymnastik und lässt sich auch nicht mit ergotherapeutischem Erbsengreifen(!) begreifen. Schreibenlernen ist der innigste Akt der Selbstbestätigung, der sich denken lässt. Schreiben können, ist die Basis jeder geistigen Bildung.

Lassen wir die Hände los und schauen die Aufgaben an, die die Augen beim Schreiben haben. Und das Atmen. Handschrift und Atmen?

„Hören Sie mal, was soll das denn werden? Die Augen lassen wir uns ja noch gefallen, aber jetzt soll auch noch das Luftholen die Handschrift beeinflussen? Vielleicht auch noch das Hören und das Riechen? Und das Mittagessen? Und der Ingwertee?“ 

Ja, so ist das. Wir mokieren uns über die Handschriften und sagen laut: „Sauklaue!“. Was das aber für den Schreibenden und seine Handschrift bedeutet und was es auslöst, kümmert uns nicht.

Zehn Millionen Analphabeten sind zehn Millionen unglückliche Menschen, und zwar seit der ersten Klasse! Kultusminister meinen dazu: „Die haben eben alles wieder vergessen.“ Aber das Lesen und Schreiben kann man nicht vergessen. So einfach ist das nicht. Die zehn Millionen haben es definitiv gar nicht erst gelernt.

Wie können wir ihnen helfen oder wie können wir wenigstens verhindern, dass dieses Desaster sich in der Grundschule immer weiter fortschreibt? Wie können wir dieses Unglück stoppen?

Arthur Schopenhauer, der große Denker (der übrigens zwei Schreibschriften schrieb – Lateinische und Kurrent), brachte mich auf die Idee, das Unglück der Schüler gegen das Glück, richtig schreiben zu können auszutauschen; denn „Glück“ sagte er „ist die Abwesenheit von Unglück.“

Auf die aktuelle Schulsituation übertragen heißt das: wenn die schlechten Handschriften verschwinden, werden die Schulkinder wieder glücklicher sein.

Und Eltern und Lehrer vermutlich auch.

© Susanne Dorendorff

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